Marcel Wizard
Germany Osnabrück
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Viele der Spiele, die ich bisher vorgestellt habe, sind kinderfreundlich. Das kann man von Zum Roten Drachen nur bedingt sagen. Im Grunde ist es ein nicht allzu komplexes Kartenspiel von Cliff Bohm, Geoff Bottone und Colleen Skadl für 2 bis 4 Spieler. Aber thematisch geht es darum sich nach einem Abenteuer zu betrinken, andere noch betrunkener zu machen und ihnen ihr Gold zu stehlen. Daher ist dieses Spiel vom Pegasus Verlag eher für Spieler ab 12 Jahren geeignet.
1. Spielmaterial Jeder der vier Charaktere, deren Rolle man übernehmen kann, hat einen eigenen Kartenstapel. Dazukommen noch einige Trink mich!-Karten, eine bunte und gut geschriebene Spielanleitung sowie sehr schöne Plastiksteine in Rot und Weiß, mit denen die Punkte der Spieler angezeigt werden. Außerdem liegen 4 Punkteanzeigekarten sowie 60 Münzen bei, die aus sehr billigem dünnem Material sind und den ansonsten guten Eindruck ein wenig trüben.
2. Spielziel
Dein Alkoholgehalt darf deine Trinkfestigkeit niemals überholen und du musst immer wenigsten 1 Stück Gold in der Tasche haben, sonst bist du aus dem Spiel. Der letzte Spieler der noch im Spiel ist, hat gewonnen.
3. Spielaufbau Jeder sucht sich einen Charakter aus und erhält dessen Kartenstapel, Anzeigekarte, auf die man das rote Juwel auf die 20 (Trinkfestigkeit) legt und das weiße auf die 0 (Alkoholgehalt) sowie 10 Goldstücke und 2 verdeckte Trink mich-Karten, die man auf einen eigenen Stapel vor sich hin legt. Restliche Trink mich-Karten und Goldstücke gehören der Taverne und kommen in die Tischmitte. Zuletzt zieht jeder Spieler 7 Karten von seinem gemischten Stapel.
4. Spielablauf
Wer zuletzt in einer Kneipe war ist Startspieler und führt folgende Aspekte in jeder seiner Züge aus:
1. Ungewünschte Karten auf eigenen Ablagestapel ablegen und so viele Karten nachziehen bis man wieder 7 auf der Hand hat (entfällt in der allerersten Runde) 2. Aktionskarte spielen (und ausführen was auf der Karte steht) wenn man eine hat und sie spielen möchte 3. Eine Trink-mich Karte vom Tavernenstapel nehmen und bei einem Mitspieler deiner Wahl auf dessen Getränkestapel legen. 4. Oberstes eigenen Getränk aufdecken (und ausführen was auf der Karte steht)
Danach ist der nächste Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe mit seinem Zug, der genauso abläuft. Das Spiel steht und fällt mit seinen Karten, daher sollen diese nun näher beschrieben werden. Ganz oben steht der (meist humorvolle) Kartenname, den man vorlesen muss, wenn man sie ausspielt. Darunter steht der Kartentyp. Aktionskarten kann man nur während der Aktionsphase ausspielen. Jederzeit-Karten erklären sich von selbst. Manchmal-Karten können nur in bestimmten Situationen gespielt werden, die im Kartentext beschrieben sind. Zocken- und Schummeln-Karten sind nur für eine Zockerrunde zu gebrauchen. Es gibt Karten die eine solche Runde starten. Dann wird das normale Spiel unterbrochen und man "pokert" um Gold. Jeder Spieler muss 1 Gold setzen und dann muss reihum jeder eine Karte spielen, die die aktuell gespielte Zocker- oder Schummeln-Karte schlägt. Kann man das nicht, ist man raus aus der Zockerrunde. Wer zuletzt übrig bleibt, bekommt das Gold. Die Charaktere unterscheiden sich deutlich von einander, auch wenn es hier und da Überschneidungen gibt. Ausgespielte Karten werden auf den eigenen Ablagestapel gelegt, der zum neuen Nachziehstapel gemischt wird, sobald der alte leer ist.
Getränke: Auf den Getränkekarten steht wie gewohnt drauf, was man machen muss. Manchmal kommt es zu einem Trinkspiel. Dann müssen alle ein Gold einsetzen und ihr oberstes Getränk trinken. Derjenige mit dem härtesten Trunk räumt das Gold ab. Hat man irgendwann kein Getränk mehr auf seinem Trink-mich-Stapel, so muss man auch nichts trinken und kann sogar seinen Alkoholgehalt um 1 reduzieren.
5. Meine Meinung Die Bilder und Kartennamen helfen in die Thematik einzutauchen und den eigenen Humor mit in die Runde zu bringen. Das Spiel dauert meist 30-45 Minuten, manchmal etwas länger. Wenn man möchte, kann man natürlich den Startlevel von Trinkfestigkeit und Alkoholgehalt verändert um das Spiel abzukürzen. Mein größter Kritikpunkt ist die Wiederspielbarkeit. Zwar gibt es vier sehr verschiedene Charaktere aber jeder davon hat immer die gleichen Karten und im Laufe eines Spiels kommt man auch durch seinen ganzen Stapel durch, sodass man jede Karte sieht. Ich kann mir gut vorstellen, dass daher die Vielfalt nicht groß genug um regelmäßig Teil eines Spieleabends zu sein. Ich finde es eher geeignet um ab und zu mal eine Abwechslung zu eher trockene oder abstrakten Spielen zu haben.
Eine letzte Anmerkung: Bei unserer letzten Runde sind wir auf die Idee gekommen ein echtes Trinkspiel daraus zu machen. Jedesmal, wenn man seinen Alkoholgehalt um 1 erhöht, muss man dann 0,1 l Bier oder einen Kurzen mit Hochprozentigem trinken. Dabei kann es natürlich gut sein, dass es etwas chaotisch wird, aber lustig wird es bestimmt auch 
Eine allerletzte Anmerkung: sehr bald kommt der Nachfolger Zum Blauen Drachen in Deutschland auf den Markt. Am Spielprinzip ändert sich wenig, aber es kommen 4 neue Charaktere ins Spiel, die mehr Abwechslung versprechen und es ermöglichen eine Runde mit bis zu 8 Leuten zu spielen.
6. Bewertung
7/10 Punkte
>> Originally written for www.yesbo.de/gedankenspiel
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