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Basari: Das Kartenspiel» Forums » Reviews

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Pascal vE
Germany
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Ein verflixxt gutes Handelsspiel für 3-5 Spieler ab 10 Jahren von Reinhard Staupe.

Die Spieler wollen durch Anhäufung von Edelsteinen die meisten Punkte einheimsen, um zu gewinnen. Doch wehe die geheimen Aktionen hierfür lassen sich nicht alleine durchführen, dann gilt es zu verhandeln und da gewinnt nicht nur das glückliche Händchen^^.


Spielablauf:
Die Edelsteine werden nach ihren Farben (nach ihrer Wertigkeit: rot, gelb, blau, grün) sortiert und als Vorrat beiseitegelegt und die Basarkarten gut gemischt zum Nachziehstapel.
Die Spieler erhalten jeder drei Aktionskarten (A, B, C) und je drei der Edelsteine als Startkapital.
Die Übersichtskarte wird neben den Nachziehstapel gelegt, so dass jeder sie gut sehen kann.
[Die Aktionskarten "D" werden nur für 5 Spieler-Partien benötigt - hier wird dem Spieler ermöglicht Edelsteine 1:2 zu tauschen oder 1 zu nehmen.]

Jede Runde besteht aus 3 Phasen.
In der ersten Phase ("Basarkarte nehmen") erhält jeder Spieler eine Basarkarte, die er offen vor sich hinlegt (nachfolgende Basarkarten werden auf diese leicht nach unten versetzt gelegt, so dass man immer die Arbeiterzahl der Karten sehen kann).
Auf den Basarkarten sind immer oben die Arbeiter zu sehen (1-4 Männchen), in der Mitte die Siegpunkte (große Zahl) und unten die Edelsteine.

In der zweiten Phase ("Aktionskarte wählen") entscheidet sich jeder Spieler geheim für eine der drei möglichen Aktionen:

A: der Spieler nimmt sich die oberste Basarkarte und legt sie offen auf seine ausliegende,n Karte,n
B: der Spieler erhält die Siegpunkte, die auf der aktuellen Basarkarte (die er in Phase 1 gezogen hat!) abgebildet sind
C: der Spieler erhält die Edelsteine, die auf der aktuellen Basarkarte (die er in Phase 1 gezogen hat!) abgebildet sind

Haben sich die Spieler entschieden und die gewählte Karte hingelegt, drehen alle gleichzeitig die Karte um.

Es folgt die dritte Phase ("Aktionen ausführen").

Hat ein Spieler eine Aktion als einzigster gewählt, kann er diese direkt für sich ausführen. Wurde eine Aktion von 3 oder mehr Spieler gewählt, fällt sie aus - niemand kann sie nutzen!
Sollte eine Aktion jedoch von genau 2 Spielern ausgesucht worden sein, müssen die beiden nun miteinander verhandeln, um festzulegen, wer sie tatsächlich nutzen darf.

Derjenige Spieler fängt an, der mehr Edelsteine besitzt (erst in rot, dann gelb, dann grün, dann blau) oder mehr Arbeiter (wenn beide Spieler bei allen Edelstein einen Gleichstand erreichen).
Dieser Spieler muss nun ein Angebot in Form von Edelsteinen abgeben, dass er die Aktion nutzen möchte.
Der Gegenspieler nimmt das Angebot an oder kontert es seinerseits, indem er die Anzahl der Edelsteine erhöht oder deren Wertigkeit. Danach folgt wieder der erste Spieler und kann sein ausliegendes Angebot korrigieren oder die Auslage komplett austauschen, auf jeden Fall muss sein Angebot wiederum höher sein, wenn er denn die Aktion "gewinnen" will. Dies geht solange so weiter, bis einer der beiden "Handelspartner" das Angebot des anderen annimmt und alle ausliegenden Edelsteine an sich nimmt. Der Handelspartner hingegen erhält nun den Zuschlag zur Ausführung der Aktion.

Bsp.:
Eröffnungsangebot Spieler A: 1 grüner Edelstein - überboten durch 2 blaue Edelsteine von Spieler B - kontriert durch 1 grünen und einen blauen Edelstein von A - überboten durch 2 gelbe Edelsteine von B - überboten durch 1 gelben und 1 roten Edelstein von A - B nimmt die Edelsteine, A die Aktion.

Es kann Sinn machen auf eine Aktion zu verzichten, um je nach Angebot an bestimmte Edelsteine quasi umsonst zu gelangen. Andererseits macht es je nach Spielsituation auch nichts, einmal drauf zu zahlen, hauptsache die Aktion wird gewonnen! Dies hängt mitunter jeweils von der verfolgten Taktik ab.

Haben alle Spieler ihre möglichen Aktion durchgeführt, beginnt eine neue Runde.
Die Spieler nehmen ihre Aktionskarten zurück und erhalten wieder jeder eine Basarkarte, die sie vor sich ablegen (evtl. auf vorhandene). Wieder werden Aktionen gewählt und ausgeführt - mit evtl. vorheriger Verhandlung. Dies wird solange weitergeführt, bis ein Spieler mindestens 15 Arbeiter vor sich ausliegen hat. Die laufende Runde wird noch beendet und es kommt zu einer Wertung.
Alle Spieler, die mindestens 15 Arbeiter erreicht haben (durch die ausliegenden Basarkarten) bekommen 12 Punkte. Nun werden die Edelsteine von rot bis blau abgerechnet, dazu kann die Übersichtskarte zur Hilfe genommen werden.
Der Spieler, die nun die meisten roten Edelsteine besitzt, erhält 14 Punkte, bei Gleichstand mehrerer Spieler wird die Punktzahl aufgeteilt (abrunden). Dasselbe gilt für gelb (12 Punkte), grün (10 Punkte) und blau (8 Punkte).
Wurden alle Punkte notiert, beginnt ein neuer Durchgang nach dem selben Schema.

Wurden drei Durchgänge gespielt, endet das Spiel und es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.


Fazit:
Basari ist ein raffiniertes Kartenspiel, bei dem es, neben etwas Glück beim Ziehen der Karten, in erster Linie darauf ankommt geschickt zu taktieren und den Mitspielern immer eine Nasenlänge voraus zu sein.
Man muss immer den Edelsteinvorrat aller Mitspieler im Auge haben und gemessen am eigenen und dem Wissen um die Wertungstafel entsprechend die Aktionen einsetzen. So kann man dann versuchen Mehrheiten bei den Edelsteinen zu erreichen und/oder durch schnelles Sammeln von Karten und damit Arbeitern die Runde fix beenden. Wem es gelingt durch trickreiches Verhandeln die Mitspieler gegeneinander um ihre Edelsteinmehrheiten ringen zu lassen, kann auch durch reines Siegpunktesammeln via Aktion "B" einen Vorsprung herausarbeiten.
Das Spiel bietet reichlich Möglichkeiten durch verschiedene Vorgehensweisen ein Spiel für sich zu entscheiden. Dies motiviert ungemein für mehrere Runden, zumal diese auch recht kurz ausfallen - angenehme 30min. kann man für 3-4 Spieler veranschlagen, wenn der Ablauf allen bekannt ist.
Das Spiel ist auch kurzweilig und eingängig genug, um Viel- wie auch Gelegenheitsspieler einzufangen.
Material und Optik machen auch was her, die Kunststoff-"Edelsteine" und die zweckmäßig hübschen Karten lassen ein gewisses Basar-Feeling schon aufkommen und im kleinen Karton ist das Spiel auch schnell überall mit hingenommen.
Man darf rundum zufrieden sein mit dem Kartenspiel und es kann bedenkenlos als schnelles, feines Taktik-Spiel empfohlen werden.


[Wir danken dem NSV für das Testexemplar!]
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