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Pascal vE
Germany
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Optimierungsspiel für 1-4 Spieler ab 12 Jahren von Andreas Odendahl und Michael Keller.

Die Spieler verwalten kleine Bauernhöfe auf Mallorca und haben zum Ziel aus diesen das eine große Landgut zu machen, indem sie geschickt mit den produzierten wie gehandelten Waren und Ressourcen haushalten und Märkte bedienen. Im Wettstreit versuchen sie ihren Hof und die Produktionsabläufe zu optimieren und gewinnbringend zu wirtschaften.


Spielvorbereitung:
Als Erstes kommt der Spielplan in die Tischmitte, auf diesem ist der Marktplatz ersichtlich sowie die Handwerksgebäude (3 von diesen werden anfänglich per Zufall mit X-Markern gesperrt), die Siesta-Leiste und die Übersicht für die Ertragswürfel. Ferner finden sich hier die Ablagefelder für die Dachmarker und Handwerksmarker, die dann auch gleich hier sortiert abgelegt werden können. Je nach Spielerzahl werden 5-9 (Ertrags-)Würfel bereitgelegt und die Reihenfolgemarker (1-4) sowie die 66 Hofkarten kommen griffbereit beiseite.

Die Spieler erhalten jeweils ein Hof-Tableau, die 25 Markersteine und 1 Siestascheibe einer Farbe, einen Satz Eselmarker (4 Stück) und zum Start noch 1 Siegpunkt und 1 Münze sowie eine Übersichtskarte (mit den 4 Phasen und deren Aktionsmöglichkeiten). Die Siestascheibe (runder Holzmarker) legen die Spieler jede Runde auf das Feld "0" der Siesta-Leiste.
Die restlichen Siegpunktchips (1er, 3er, 5er, 10er) kommen wie die Münzen (1er, 3er) als Vorrat zur Seite.


Spielziel:
Die meisten Siegpunkte erwirtschaftet zu haben!


Spielablauf:
Das Spiel verläuft über 6 Runden und jede Runde besteht aus 4 Phasen: Hofphase (I, blau), Ertragsphase (II, grün), Transportphase (III, grau), Wertungsphase (IV, rot).

Während des eigenen Zuges darf ein Spieler auch sogenannte "Jederzeit"-Aktionen durchführen.
Dies ist sehr hilfreich, um in den vorgegebenen Phasen auch flexibel reagieren zu können, z.B. durch den An- oder Verkauf von Ressourcen, der Aufwertung bestimmter Rohstoffe und/oder dem Nutzen von Boni. So kann man z.B. auch eine Handelsware gegen einen Bonus eintauschen (4 Silber nehmen, zwei unterschiedliche Erntegüter (Traube, Korn, Olive) nehmen, eine Karte ausspielen/nachziehen, ein Schwein nehmen oder 2 Ressourcen kostenlos aufwerten).

Im folgenden die 4 Phasen einer Spielrunde.

I) Hofphase:

Beginnend beim aktiven Spieler wird eine "Hofkarte" nach Wahl von der Hand ausgespielt und entschieden, wie diese genutzt wird.

Die Hofkarten sind nach einem ausgeklügelten System zusammen mit dem "Hof-Tableau" zu nutzen und zeigen immer auf allen vier Seiten unterschiedlich einzusetzende Möglichkeiten auf.

Wird die Hofkarte an der linken Seite des Spielertableaus angelegt, dient sie als "Erntegut-Feld" - hier ist dann ein Feldplatz für Korn, Traube oder Olive abgebildet.

Legt man sie oberhalb des Tableaus an, wird der obere Teil der Karte genutzt, dies ist der "Marktkarren".
Hierhin werden die abgebildeten Ressourcen geliefert, um diesen "Auftrag" zu erfüllen und dafür die darunter abgebildeten Siegpunkte zu erhalten (sowie immer eine Handelsware). Anschliessend wird auch ein Spielermarker auf dem Marktplatz, entsprechend der Siegpunktzahl, untergebracht.
Wird dieser Marker hierbei neben vorhandene Marker anderer Spieler gesetzt, deren Marktstand niedrigere Punkte anzeigt, werden diese entfernt und bringen dem aktiven Spieler je 1 Siegpunkt.

Am rechten Rand des Hoftableaus angelegt, wird die Hofkarte zu einem "Hofausbau". Gegen entsprechende Bezahlung (1. Ausbau kostet eine beliebige "Hofressource" (hierzu zählen alle Ressourcen sowie Siegpunkte, Münzen und Handelswaren), 2. Ausbau kostet zwei beliebige Hofressourcen, usw.) wird die Karte dort also angelegt und bringt unterschiedliche Vorteile für den eigenen Hof. Dies kann erhöhtes Einkommen sein, die Möglichkeit mehr zu transportieren oder ein weiterer Stellplatz für die Schweine - und es wird auf jeden Fall immer die maximal mögliche Handkartenzahl um 1 erhöht, was beduetet, dass der Spieler auch immer mehr Hofkarten nachziehen darf (dies wird gern vergessen^^).

Legt der Spieler die Hofkarte am unteren Rand der Spielertafel an, wird der "Helfer"-Teil der Karte genutzt. Viele unterschiedliche Hilfskräfte erleichtern die Hofarbeit und bringen diverse Vorteile mit sich, z.B. Kostenreduzierungen, die Möglichkeit immer mehr Ressourcen einzunehmen, u.v.m.

Die Hofkarte muss bei jeder Wahl aber immer genau bis zu ihrer Anzeigegrenze unter die Hof-Tafel geschoben werden. An den beiden Seiten ist dies durch zur Kartenseite passende Farbverläufe angedeutet, ober- und unterhalb sind Aussparungen in der Spielertafel, die dann genau den oberen bzw. unteren Teil der Karte anzeigen und alles andere verdecken.

Hat jeder Spieler seine Karte (nur bei Spielbeginn 2 Karten) ausgespielt und evtl. bezahlt, zieht er eine (zu Beginn 2) Karte nach und es folgt das Verteilen des Einkommens (Münzen) für jeden Spieler, sofern ein Spieler Einkommen erhält.
Hiernach folgt immer das Wachstum auf evtl. vorhandenen Erntegut-Feldern und der Nachwuchs im Schweinestall.
Sofern noch Platz vorhanden ist, stellt jeder Spieler entsprechend einen seiner Marker auf ein Feld oder in den Schweinestall. Ist kein leeres Feld vorhanden, gibt es keine Ressource und ist kein Platz im Stall wird das neue Schwein direkt verkauft (3 Münzen).

Als letzter Punkt der Hofphase wird der Kauf von Dachmarkern abgehandelt. Jede Runde werden Dachmarker ausgelegt, die bestimmte einmalige Vorteile bringen (z.B. eine Ressource kostenlos nehmen, eine Ressource kostenlos aufwerten, u.a.) und jede Runde 1 Münze mehr kosten. Wird ein Dachmarker gekauft, kommt er auf den entsprechenden Platz auf der Hoftafel und ab dem Zweiten gibt es hierfür auch Siegpunkte. Der Bonus des Dachmarkers kann jederzeit im eigenen Zug genutzt werden, danach wird der Marker umgedreht. Es gibt 6 Dachmarker zu erwerben, aber nur Platz für 5 von ihnen auf der Hoftafel!

II) Ertragsphase:

Der aktuelle Startspieler nimmt sich die Würfel, wirft sie und legt dann jeden Würfel entsprechend seiner Augenzahl an das zugehörige Ertragsfeld der Planübersicht.
Nun beginnt er mit der Wahl eines Würfels und legt ihn bei sich auf der Tafel unten auf dem linken der beiden Würfelablageplätze ab. Anschliessend führt er direkt die zugehörige Aktion aus!

"1": ein Schwein nehmen
"2": ein Karte ausspielen oder nachziehen oder ein beliebiges Erntegut nehmen
"3": zwei unterschiedliche Erntegüter nehmen
"4": vier Münzen nehmen
"5": zwei Ressourcen kostenlos aufwerten, eine Ressource kostenlos aufwerten und ein Feld auf der Siesta-Leiste vorziehen oder zwei Felder auf der Siesta-Leiste vorziehen
"6": eine Lieferung ausführen oder zwei Münzen nehmen

Nach ihm folgen die Spieler in der vorgegebenen Reihenfolge und nach diesen beginnt wieder der Startspieler mit der Wahl eines zweiten Würfels und dem nachfolgenden Prozedere.
Am Ende dieser Phase bleibt immer ein Würfel übrig und die zugehörige Aktion dürfen nun alle Spieler einmal nutzen/ausführen.

III) Transportphase:

Aus ihrem Satz der 4 Eselmarker wählen die Spieler nun einen Marker, den sie aktuell nutzen möchten, legen ihn verdeckt ab und drehen ihn dann alle gleichzeitig auf. Der Startspieler beginnt wieder als Erster mit der Durchführung dieser Phase.
Die Marker zeigen 1-3 Siestasymbole (Filzhut) und 1-4 Esel, Bsp.: der Startspieler legt einen Marker mit einem Siesta-Symbol und 3 Eseln aus. Er darf nun seinen Siesta-Marker um ein Feld vorrücken und drei Transporte durchführen.

Die Transporte sind das A und O der Bewirtschaftung hier. Durch die Esel(stransporte) gelangen die Ressourcen zum Marktkarren und/oder zu den geöffneten Handwerksgebäuden des Stadtplans (Spielbretts).
Ein Marktkarren gilt erst als voll und dessen quasi-Auftrag damit als erfüllt, wenn alle abgebildeten Ressourcen angeliefert wurden und eine Reihe (jedes Handwerksgebäude hat pro Spieler eine eigene Ressourcenreihe) eines Handwerksgebäudes muss ebenfalls erst komplett befüllt/beliefert worden sein, bevor der Spieler hier den zugehörigen Handwerksmarker (bringt Boni (z.B. zusätzliche 3 Münzen Einkommen, eine kostenlose Ressource für das Wachstum in der Hofphase, u.a.) für den Hofalltag) und evtl. Siegpunkte erhält.
Das Beliefern verläuft i.d.R. über mehrere Runden und muss nicht auf einmal geschehen.

Sobald ein Handwerksgebäude von einem Spieler einmal komplett beliefert wurde, wird eines der anfangs gesperrten Gebäude nun für alle geöffnet (und zwar entsprechend den Sperrmarkern, den mit der Nr.1 zuerst, dann die 2 und schliesslich die 3) und kann fortan beliefert werden.

Hier liegen auch die wahren Siegpunkte, die 2-6 pro Marktkarren sowie die Punktebelohnung für den Ersten, der ein Handwerksgebäude komplett belieferte und für das dadurch neu geöffnete Gebäude und die zusätzlichen Punkte für das Entfernen von gegnerischen Marktmarkern sowie für die eigenen dortigen Marker.

Abschliessend können nun noch Zusatzlieferungen durchgeführt werden, sofern der eigene Hof über einen entsprechenden Ausbau verfügt und/oder der Spieler durch sonstige Boni eine solche Lieferung noch durchführen darf.

IV) Wertungsphase:

Hier erhalten die Spieler nun pro eigenem Marker auf dem Marktplatz 1 Siegpunkt und 0-3 Siegpunkte für ihren aktuellen Platz auf der Siesta-Leiste. Die Siesta-Leiste gibt nun auch die evtl. neue Spielerreihenfolge wieder, da der Spieler, dessen Marker am weitesten vorne liegt nun der (neue) Startspieler wird.

Vor Beginn der neuen Runde werden noch evtl. übrige Dachmarker entfernt und die neuen Dachmarker der kommenden Runde aufgedeckt.


Spielende:
Nach 6 Runden endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt - wobei am Ende noch alle Spieler ihre evtl. vorhandenen Ressourcen zu Marktpreisen veräußern dürfen und gespartes Geld im Verhältnis 5:1 (Geld:Siegpunkte) tauschen können.


Varianten:
Solospiel; der Solist spielt gegen einen imaginären Gegner und das Spiel wird hierfür weitesgehend so aufgebaut wie im 2-Spieler-Spiel. Ein paar wenige Detailänderungen der Regeln für die Ertrags-, Transport- und Wertungsphase balancieren das Spiel recht gut für diese Solitärvariante aus.


Fazit:
La Granja besticht durch sehr wertiges Material (stabile Pappe, viel Holz) und eine hübsche Optik. Die Idee der Vielseitigkeit der Hofkarten zusammen mit dem Spielertableau ist ebenfalls sehr raffiniert umgesetzt und habe ich so noch nicht gesehen. Der Haken hierbei ist allerdings, dass, sobald mehrere Karten anliegen, sich die Karten ins Gehege kommen unter dem Tableau - sie stossen aneinander und verschieben sich eventuell, da hätte das Tableau gerne etwas größer ausfallen können (in Schachtelgröße) um dies zu verhindern. Praktischer wäre es auch gewesen, kleine Pappfüße darunter zu kleben (z.B. so hoch wie eine 1cent-Münze), damit das Darunterschieben der Hofkarten einfacher ausfällt, da man aktuell das Tableau immer leicht anheben muss und auch so Karten verschoben werden können - ist was Kleines, aber ein bisschen lästig.

Der Spielablauf als solcher entspricht dem eines guten Aufbau-/Optimierungsspieles und die Mechaniken dahinter sind allesamt gut durchdacht. Es ist kein Familienspiel, sondern will gezielter die "Profis" ansprechen und wirbt dementsprechend auch auf der Packung damit ("Erfolgreiche Spieler lernen darüber hinaus, mit den Unwägbarkeiten der Würfel und Karten umzugehen") und der Verlag selbst steht ja auch für große, anspruchsvolle Spiele.
So fühlen sich auch geduldige, erfahrene Spieler gleich wohl und stören sich auch nicht an der sehr hohen Einstiegshürde, bis die Runden- und Phasenabläufe auch gut sitzen und sich das permanente Nachblättern der englischen Kartentexte im dt. Hofkartenheft vermindert. Dies zieht gerade in den ersten Spielen die Spieldauer doch erheblich in die Länge.

Und so kam in verschiedenen Testgruppen gar nicht gut an, dass die Hofkarten komplett auf englisch getextet wurden - und als Beilagenblätter zum Ausschneiden die Karten auf deutsch.
Laut Aussage des Verlags geschah dies, weil der internationale Markt eben der Größere und damit Interessantere ist und ein Druck zweier Kartensets finanziell nicht der Auflagengröße entsprochen hätte.
Nun, da fragt man sich allerdings schon, warum dann nicht die Hofkarten auf deutsch gedruckt wurden und die Beilagenblätter zum Ausschneiden und Einstecken in Kartenhüllen auf englisch, da es sich ja doch um ein deutsches Produkt handelt? Ich muss gestehen, dass ich da gewissen Unmut bei einigen Spielern nachvollziehen konnte, da der dt. Markt so schon immer recht stiefmütterlich behandelt wird, was internationale Editionen und die Lokalisierung betrifft und wenn dann schon ein Produkt aus Dtld. kommt...!?
Bei Preisen zwischen 60,- und 80,- f. d. Spiel bleibt auch ein fader Beigeschmack, ob der Kalkulation diesbezüglich.

Ist dies aber hingenommen und sind einige Spielrunden absolviert worden, entfaltet sich ein durchaus feines Spiel, dessen Spielphasen sich bald als gut ineinandergreifend präsentieren. So gilt es den Wettstreit mit den gegnerischen Spielern für sich zu entscheiden, indem man "schneller" den Hof durch Ausbauten und Helfer optimiert und dadurch "leichter" viele Hofkarten als Marktkarren ausspielen kann und diese für die gewinnbringendsten Siegpunkte beliefert.
Man kann hier natürlich auch verschieden vorgehen, aber am direktesten war der Weg über die Marktkarrensiegpunkte. Auch die Spielerreihenfolge war nicht immer wirklich spiel- bzw. rundenentscheidend, so konnte man auch als 3. oder 4. in der Reihenfolge relativ ungehindert seine Vorhaben durchführen.
Damit beschreibt sich auch die Interaktion im Spiel, nämlich eher gering, da die direkte Auseinandersetzung nur auf dem Marktplatz stattfindet, wenn Marker anderer Spieler entfernt werden.

Um nochmal auf die genialen Hoftableaus zurückzukommen, hier entfaltet sich für den Spieler eine kleine, eigene Welt, in der - abgeschottet nach außen - wunderbar getüftelt werden kann mit all den abwechslungsreichen Hofkarten, wie genau man sich seinen optimalen Hof vorstellt. Mit nur drei Erntegütern fühlt sich dies zwar gelegentlich eingeschränkt an, aber somit ist da noch Platz für Erweiterungen(?)^^.

Den beworbenen Glücksanteil durch die Ertragswürfel und Hofkarten konnten wir allerdings nicht als schwerwiegend bzw. herausfordernd empfinden, da sich bei bedächtiger Vorgehensweise immer Möglichkeiten boten, das Gebotene praktisch umzusetzen.
Wenn man einmal "im Spiel" ist, hat man dies recht bald und gut im Griff - was nicht heissen soll, dass das Spiel zu leicht wäre, nachdem die anfänglichen Handhabungshürden genommen wurden.

Ehrgeiz-fordernd ist auf jeden Fall die Solitär-Variante, welche durchweg viel Spaß bereitet.

Nach den (im positiven Sinne) schweren Brocken des Verlags, wurde hier mit etwas mehr gerechnet, nichts desto trotz bleibt ein gutes Spiel!



weiterführende Hinweise:
- Verlag: Spielworxx
- BGG-Eintrag: http://www.boardgamegeek.com/boardgame/146886/la-granja
- HP: http://www.spielworxx.de/
- Anleitung: deutsch, englisch
- Material: Kartentexte englisch(, deutsch)
- Fotos: http://www.heimspiele.info/HP/?p=6435
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Fridjof B
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Tranby
Norway
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mbmbmbmbmb
Brakus wrote:

Und so kam in verschiedenen Testgruppen gar nicht gut an, dass die Hofkarten komplett auf englisch getextet wurden - und als Beilagenblätter zum Ausschneiden die Karten auf deutsch.
Laut Aussage des Verlags geschah dies, weil der internationale Markt eben der Größere und damit Interessantere ist und ein Druck zweier Kartensets finanziell nicht der Auflagengröße entsprochen hätte.
Nun, da fragt man sich allerdings schon, warum dann nicht die Hofkarten auf deutsch gedruckt wurden und die Beilagenblätter zum Ausschneiden und Einstecken in Kartenhüllen auf englisch, da es sich ja doch um ein deutsches Produkt handelt? Ich muss gestehen, dass ich da gewissen Unmut bei einigen Spielern nachvollziehen konnte, da der dt. Markt so schon immer recht stiefmütterlich behandelt wird, was internationale Editionen und die Lokalisierung betrifft und wenn dann schon ein Produkt aus Dtld. kommt...!?
Bei Preisen zwischen 60,- und 80,- f. d. Spiel bleibt auch ein fader Beigeschmack, ob der Kalkulation diesbezüglich.


Eine interessante und wohl geschriebene Kritik im allgemeinen. Danke!

Ich muss allerdings sagen, dass ich sehr froh bin, dass dieses Spiel (und häufiger mit jedem Spiel) auf jeden fall auf English gedrückt geworden ist. Deutsch ist zwar eine wunderbare Sprache (die ich leider nicht so gut beherrsche, aber ich kann glücklicher weise ein Bisschen "Brettspieldeutsch"), und Deutschland ist "Die Wiege" von den Euros, so zu sagen, aber es ist ja nun einmal so, dass mehr Leute in der Welt Englisch verstehen.

Gestern spielte ich El Grande auf Deutsch mit meinen Norwegischen- und Kiwi-Freunden, und wir hatten viel Spass, doch eine Englische Auflage wäre den anderen doch lieber.

Ich bin eher der Meinung, dass der Deutsche Markt mütterlich behandelt wird, obwohl ich vernehme der grösste Wachstum im Brettspielbereich ausserhalb Deutschland in den letzten Jahren geschah.
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Brakus wrote:
Nun, da fragt man sich allerdings schon, warum dann nicht die Hofkarten auf deutsch gedruckt wurden und die Beilagenblätter zum Ausschneiden und Einstecken in Kartenhüllen auf englisch, da es sich ja doch um ein deutsches Produkt handelt? Ich muss gestehen, dass ich da gewissen Unmut bei einigen Spielern nachvollziehen konnte, da der dt. Markt so schon immer recht stiefmütterlich behandelt wird, was internationale Editionen und die Lokalisierung betrifft und wenn dann schon ein Produkt aus Dtld. kommt...!?


Da braucht man sich nicht zu fragen - der Verlag hat darauf die (von ihm so empfundene) Situation beschrieben und die entsprechende Konsequenz getroffen. Das hat auch überhaupt nichts mit dem Standort des Verlages zu tun - spielworxx hat für sich entschieden (oder festgestellt), dass der größere Markt bzw. die angepeilte Zielgruppe eben die internationale ist und nicht der deutsche Markt.
Danach ist die Entscheidung, KArten auf Englisch zu drucken, die absolut logische - nach einer solchen Festlegung der Zielgruppe die Karten im Original in Deutsch zu drucken wäre indes absurd!

Nur, weil ein Spiel in Deutschland produziert wird, heißt das noch lange nicht, dass der Verlag sich unbedingt den deutschen Markt als Zielgruppe auf die Fahne schreiben muss. Oder die Zielgruppe auf den deutschen Markt einschränken muss.
Da gibt es nichts dran zu rütteln - das ist Entscheidung des Verlages. Schließlich ist ein Verlag nicht da, um uns mit dem zu versorgen, was wir gerne hätten, sondern um im Rahmen seiner wirtschaftlichen Entscheidungen und Zielsetzungen eben wirtschaftlich zu handeln.

Was dabei lohnenswert ist und was nicht, das kann und sollte der Verlag am Besten selbst entscheiden.

Und dass Deutschland stiefmütterlich behandelt wird, ist vollkommener Unfug. Deutschland ist nach wie vor das Land, in dem die meisten Spiele produziert und/oder in Landessprache neu aufgelegt werden. Da können wir uns keinesfalls beschweren - im Gegenteil.
Nur, weil einige eben nicht in Deutsch aufgelegt werden, heißt das nicht, dass wir irgendwie übergangen oder ausgeschlossen werden.

Und zuletzt ist die Weltsprache eben nicht Deutsch. Da ist es durchaus verständlich, dass die meisten Spiele, die international vermarktet werden sollen, NICHT in Deutsch produziert werden, sondern eben in Englisch.

Den Punkt "stiefmütterlich" entkräftet zudem, dass in nahezu allen Spielen, in denen multilinguale Spielregeln beiliegen (oder online nachgereicht werden), die deutsche Übersetzung mit an vorderster Front spielt.

Dass ein Verlag wie spielworxx nun eben nicht für den deutschen Markt produzieren will (oder zumindest nicht ausschließlich oder primär), das kann man gut heißen oder nicht. Das aber ist einzig und allein Meinung. Und die kann man am Besten damit ausdrücken, dass man den Geldbeutel wieder zu macht und sich eben nicht mehr um spielworxx kümmert.

...da aber spielworxx es ohnehin auf internationales Publikum abgesehen zu haben scheint, wird es den Verlag kaum groß beeinträchtigen...


Was aber nicht untergehen sollte:
Sonst sehr gute Rezension. Gut geschrieben und präsentiert. Kudos.
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Keith McNeil
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And there's this:

"Um einen möglichen Mangel an Spielpartnern auszuschließen, bietet Spielworxx zu vielen Spielen kostenlos deutschsprachige Vassal-Module an."

That's a pretty nice touch for the German market.
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Jānis Rudzītis
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Was kann ich als Vertreter einer kleinen Nation sagen?
Wir (d.h. in Lettland) haben nur einige bekannte Spiele auf Lettisch (Catan, Bohnanza, Mondo...). Natürlich, in meiner Kolektion habe ich sehr viele Spiele auf Deutsch und Englisch, aber auch Französisch, Russisch und sogar Polnisch (Kolejka). Z.B. ich spiele mit meiner Frau "Jambo" oder "Targi" (Kosmos Ausgabe), wo es viele Karten mit genug Text auf Deutsch gibt. Für vielen solchen Spielen habe ich die Regeln übersetzt oder mindestens eine Zusammenfassung gemacht.
Damit möchte ich nur sagen, dass für vielen (nicht-Deutschen) Spieler die beschriebene Situation der Alltag ist.
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Pascal vE
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mbmbmbmbmb
Also, erstmal danke für die Rezi-Blumen^^!

Zum Thema Sprache bei Spielen:
Es ist richtig, dass der Verlag für sich entscheidet, was ihn finanziell eher weiterbringt, so soll es sein. Daher ist es auch die Entscheidung der Spieler, ob sie es gut finden, oder nicht und entsprechend ein Produkt evtl. eher liegen lassen.
[Wobei das Spiel beim Verlag ja schon ausverkauft ist, also ging die Rg. ja auch auf^^ - wobei für Regalverkäufe vllt. der Hinweis auf der Packung aussen fehlt, dass die Hauptspielkarten nur auf englisch inkludiert sind?!]

Quote:
Schließlich ist ein Verlag nicht da, um uns mit dem zu versorgen, was wir gerne hätten,


Naja, das kann man halten, wie man will, aber wenn der Verlag mich nicht mit dem versorgt, was ich gerne von einem Spiel haette, kaufe ich es nicht! [mal so generell^^]

Wir reden hier untereinander als Vielspieler mit entspr. Background, das kann man bei "normalen" Käufern und Spielern nicht erwarten und eine Rezension sollte schon alle ansprechen, IMO.

Bei Shop-Verkaufspreisen (SO, milan,...) von 75-80,- kann man sich aber überlegen, ob man bei einem "gefühlten" deutschen Produkt , nicht doch der Meinung sein kann, dass eine alternative Lösung möglich gewesen sein könnte (2. Kartensatz,...)!
Das die Vorbestellpreise (54) und VK-Preise (69) vom Verlag andere waren und bei einer kleinen Auflage auch was verdient werden will, steht auf einem anderen Blatt, aber das wiederum interessiert i.d.R. den Kunden/Spieler nicht.

Das Feedback von einem Dutzend Mitspieler im Laufe der Testrunden war (ohne sich mit dem Produktionshintergrund zu beschaeftigen, was nun mal i.d.R. auch kaum ein Konsument macht/machen muss/will) aber nun mal, dass bei einem solchen Shop-Verkaufspreis und ohne besondere Hervorstellungsmerkmale bzw. spezielle Spiel(material)komponenten, der Preis eben ganz schön happig ist und man daher "mehr" erwarte, nämlich auch ein deutsches Kartenset.

Wohl gemerkt, ich kenne die Hinter- und Beweggründe eines Verlags, da ich mich mit dem Thema beschäftige, aber in einem Resümee einer Rezension muss ich auch die Meinung der Spieler bzw. deren Spielerfahrung mit einbinden!

Das Spiel ist ja ein Gutes, aber es hat eben einige Punkte in den Spielrunden aufgebracht, die erwähnt werden mussten/sollten.

Es gibt leider reichlich Beispiele von ausländischen Produktionen, deren Verantworliche auf Nachfrage deutlich verkünden, dass der dt. Markt uninteressant sei und so ist man häufig auf den Fleiss und das Wohlwollen privater Personen/Spieler angewiesen, die dann vllt. etwas (Übersetzungen, Sheets, Übersichten, etc.) u.a. bei BGG veröffentlichen.

Ganz allgemein find ich es super für alle (Haupt-)sprachen Berücksichtigungen in Spielen zu finden, so dass alle etwas davon haben und viele Spiele bieten dies ja gottseidank auch an, aber es ist eben leider noch lange keine Selbstverständlichkeit und daher darf dies ruhig (immer wieder) mal erwähnt werden.

La Granja bietet ja immerhin durch die Kartennummern und dem Glossar, die Moeglichkeit des Nachsehens, nur ist das eben recht zeitaufwendig und lästig im Spiel, gerade für die ersten Runden.
Der gedachte Bonus seitens des Verlags, die Karten als Schnittbögen beizulegen, so dass man diese ausschneidet und in Kartenhüllen vor die engl. Karten steckt, ist ja auch erwähnenswert, nur wäre es umgekehrt HIER vielen lieber gewesen und ich schreibe hier ja nun mal über die Spielerfahrung mit HIER ansässigen Spielern.

Das sich die englisch-kundigen Spieler, deren Muttersprachen sich so gut wie nie in Spielen wiederfinden, freuen, ist ja voellig verstaendlich !

Kurzum: Spiele sind für alle da, aber es darf und muss auch erwähnt werden dürfen, dass nicht alle Spieler mit allen Entscheidungen/"Lösungen" zufrieden sind/sein können/wollen.
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Pascal vE
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book_worm71 wrote:
And there's this:

"Um einen möglichen Mangel an Spielpartnern auszuschließen, bietet Spielworxx zu vielen Spielen kostenlos deutschsprachige Vassal-Module an."

That's a pretty nice touch for the German market.


gr8 info, thx.^^

the thing is, thats an information from the website? and who (of the common consuments) knows about VASSAL and wants to play online when buying a board-game?
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You have no idea how useful Vassal is for finding gaming partners.
Especially when it comes to 2-player games, Vassal is fantastic!
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Dumon wrote:
You have no idea how useful Vassal is for finding gaming partners


..on the internet, yep, thats cool!
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Um mal auf Deine Punkte einzugehen, ohne sie jetzt dezidiert zu zitieren:

Es ist klar, dass eine Rezension auch die negativen Seiten eines Produktes widerspiegeln sollte. Allerdings sehe ich da dennoch ein paar Sachen anders als Du.

Zum Einen sprichst Du davon, dass wir HIER ja unter Vielspielern sind, eine Rezension aber auch für den Nicht-Vielspieler zugänglich sein muss. Klar ist das so. Nur - warum dann die Rezension hier? Sollte ich jetzt davon ausgehen, dass Du diese Rezension eigentlich woanders veröffentlicht hast (Blog oder so), und nur hier der Vollständigkeit halber reinkopiert...?
...immerhin ist BGG ja der Zielhafen der Vielspieler, weniger der anderen Konsumenten...

Zum Anderen sprichst Du davon, wie Deine Gruppen das gesehen haben. Und dass das auch in eine Rezension mit einfließen sollte.
Natürlich ist das vollkommen richtig. Allerdings sollte das dann nicht als "anklagender Punkt" (ich übertreibe) dargestellt werden, sondern eher als "die Spieler dachten". Das hast Du auch teilweise gemacht, aber viele der Punkte, die die Verlagsentscheidung thematisieren, sind eher in Vorwurfsform dargebracht (nach dem Motto: "das hätte man besser machen können"). Und nicht als "die Spieler meinten, das hätte man besser machen können".

Für mich als jemand, der zwar nicht "eingeweiht" ist, aber schon den einen oder anderen Blick hinter die Kulissen werfen durfte, sind dies Kommentare oder Meinungen, die ich nachvollziehen kann, aber eben der Uninformiertheit oder Unreflektiertheit der Spieler zuordne. Es ist vollkommen einsehbar, dass man die Entscheidung des Verlags nicht mögen kann (ich hätte deutsche Karten übrigens auch schöner gefunden, da auch ich Sleeves nicht so mag). Es steht aber auf einem anderen Blatt, dem Verlag den Vorwurf zu machen, er hätte da etwas besser/sinnvoller machen können oder gar müssen. Das ist nämlich in diesem Zusammenhang einfach nicht richtig.

Du hast auch gesagt, dass Du etwas nicht kaufst, wenn es nicht das ist, was Du willst. Gut so! Damit signalisierst Du dem Verlag ja deutlich, wie Du als Markt-Teilnehmer auf seine Produkte reagierst. Und wenn das genug Leute machen, muss sich der Verlag etwas überlegen...
Witzigerweise hat der Verlag ja genau das getan! Und während vielleicht 300 deutsche Spieler ihre Geldbeutel zu machen, machen dann 700 internationale Spieler ihre Geldbeutel auf. Ein Zielgruppenwechsel ist genauso eine valide Neuorientierung eines Verlages, wie es eine Neustrukturierung des Verlagsprogrammes ist. Dabei kommt es nur auf den Gedanken an, den der Verlag eben hat und der hinter allem steht.

Ganz kurz - der Hinweis auf die Karten, da gebe ich Dir Recht. Auf der Packung hätte insbesondere für Händler der Hinweis gemusst, dass die Originalkarten in englisch sind. Bin mir grade nicht sicher - steht das wirklich nicht drauf??

Was die Preise angeht, und die Kalkulation - nun, spielworxx ist ein Kleinverlag. Und, so wie ich es aus Interviews und Kommentaren heraus gelesen habe, ein Kleinverlag, der nicht die Ambition hat, zu wachsen, sondern dessen Ambition woanders liegt. Vergleichbar mit Splotter, vielleicht, aber dann doch etwas anders...
Uli hat mal gesagt, er will bestimmte Spiele auf den Markt bringen. Das alleine ist natürlich nix Besonderes, wenn man das nicht konkretisiert. Und das hat er auch - nur kann ich es nicht mehr korrekt wiedergeben, deshalb lass ich das mal so vage - und hoffe auf Verständnis.

Um die Brücke zu schlagen - seine Intention scheint eben nicht zu sein, viel mit dem Verlag zu verdienen (als Ziel also nicht Profit-Maximierung). Dass man verdienen muss, und das so, dass es sich lohnt, ist klar. Nur was eben als lohnenswert angesehen wird, das ist Teil der Verlagsphilosophie. Kleinauflagen sind mit Sicherheit nicht der Idee geschuldet, den Preis in die Höhe zu treiben. Einen solchen Vorwurf (den ich Dir nicht unterstelle) empfinde ich als absurd. Zumeist sind es eher andere Gedanken - Lagerhaltung oder Risiken zu minimieren, Arbeits-Aufwand geringer oder zeitlich begrenzter zu halten, kleines Team, etc. Und kleine Auflagen bedingen eben auch den Preis.

Natürlich werden viele mit dem Geldbeutel vergleichen. Habe ich auch lange genug getan. Aber andererseits gibt es eben auch die, die das nicht tun. Und nicht, weil sie es sich eh leisten können, sondern weil sie eine andere Wertschätzung bzw. andere Prioritäten mitbringen.
...dass es davon zumindest international genug gibt, das zeigt ja das gegenwärtige Beispiel La Granja, welches in zwei Wochen nach Veröffentlichung ausverkauft wurde.

Und jetzt muss ich doch einmal zitieren...
Brakus wrote:

Es gibt leider reichlich Beispiele von ausländischen Produktionen, deren Verantworliche auf Nachfrage deutlich verkünden, dass der dt. Markt uninteressant sei und so ist man häufig auf den Fleiss und das Wohlwollen privater Personen/Spieler angewiesen, die dann vllt. etwas (Übersetzungen, Sheets, Übersichten, etc.) u.a. bei BGG veröffentlichen.


Klar gibt es die.
Aber jetzt schau Dir mal an, wieviele Spiele auf dem deutschen Markt jährlich erscheinen. Entweder in deutscher Produktion oder als deutsche Neuauflage. Die Auswahl ist riesig!
Dass es Verlage oder gar ganze Produktbereiche (ich denke hier insbesondere an CoSims oder WarGames) gibt, die den deutschen Markt als nicht interessant empfinden, liegt dann wahrscheinlich eher an der nochmal kleineren Zielgruppe im Inland. Und da die Deutschen (generalisierend) als Spieler doch ziemlich gute Englischkenntnisse haben, ist eine Übersetzung ja nicht einmal notwendig. Auch das ist eine Kosten/Nutzen-Rechnung.

Man könnte jetzt argumentieren, dass USA zum Beispiel einen viel größeren Zugriff auf Spiele hat, weil der Großteil der Spiele auf Englisch produziert oder zumindest mit englischen Regeln versehen wird. Das liegt aber nunmal daran, dass Englisch die Weltsprache ist. Wäre sie Chinesisch, sähe die Sache etwas anders aus...

Aber ich kann verstehen, wo das Argument her kommt. Dennoch sind wir in Deutschland wirklich sehr sehr gut bedacht, was den Spielemarkt angeht. Dass generalisierend natürlich nicht jeder Verlag und jedes Produkt einbezogen werden kann, ist dabei natürlich klar...
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Sicher poste ich auch auf unserem Portal, wie Du dem "Fotos"-Link entnehmen kannst ....hier dann auch als Beleg f.d. Autor/Verlag und eben für solche Diskussionsmoeglichkeiten !

Ich stelle mich dem also gern gegenueber, muss aber darauf beharren, nicht ausschliesslich meine Meinung kundzutun, sondern die einer Gruppe.
Persoenlich kann ich ja (wie oben auch schon geschrieben) das Prozedere nachvollziehen und sehe in der Rezension keine Vorwürfe, sondern nur Hinweise. Inwiefern die dann durchgehend differenziert dargestellt/geschrieben wurden oder auch mal an einer Stelle nicht so deutlich, lasse ich mal im Raume als nicht tragisch oder entscheidend stehen^^.

Ich sehe hier aber auch keinen Grund für den Verlag einspringen zu müssen, wie Du durch Deine Texte zumindest im Ansatz vermittelst, die können das schon ganz gut alleine und haben es ja auch mit ihrer Marktentscheidung!

Es bleibt ja festzuhalten, dass ich das Spiel mit dem Artikel nicht verrissen habe, ich finde im Gegenteil, das auch die guten Seiten geschildert werden und unterm Strich ists eben ein 4 von 6 Punkten - Spiel, das ist doch ok?

^^
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S. R.
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mbmbmbmbmb
Alles gut.
War auch kein persönlicher Angriff oder so.


Und vielleicht bin ich ob der Ausdrucksweise oder Wortwahl manchmal ein wenig spitzfindig...

Klar können Verlage das alleine - oder sie ignorieren das einfach in dem Wissen, für sich die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Mir allerdings geht schon länger die "Kunde ist König" und "Das Recht des Kunden" -Haltung, wie sie in Deutschland nicht selten praktiziert wird, und auch im Spielebereich immer wieder mit Fackeln und Mistgabeln gegen die Verlage proklamiert wird, massiv auf die Nerven. Ich denke halt, dass man nicht jede Entscheidung gut heißen muss, mit einem Mindestmaß an logischem Denken, das von egozentrischem "Ich will das aber so, wie ich was will"-Gehabe Abstand nimmt, aber die meisten Verlagsentscheidungen zumindest nachvollziehen können sollte. Und das gilt nicht nur für "Eingeweihte", sondern eben für jeden, der gewillt ist, von seiner eigenen Perspektive mal abzurücken und nachzudenken.

Deshalb stelle ich mich, wie Du es ausdrückst, "auf die Seite der Verlage". Es ist einfach nervig, ständig dieses Gejammere und die Schimpferei zu lesen oder zu hören. Und eben nicht Meinungen, die ganz klar sagen "das finde ich Mist", sondern eben "diese Entscheidung vom Verlag ist falsch" oder "Mist" oder was weiß ich. Und damit meine ich eben nicht Dinge, die wirklich schiefgelaufen sind (bleihaltige Farben bei Kinderspielzeug, nicht belastbare Teile, die Belastung ausgesetzt werden, etc.), sondern eben Entscheidungen wie jetzt "wir drucken die Karten in Englisch, weil wir uns damit den internationalen Markt eröffnen".

Aber wie gesagt, kein Angriff gegen Dich.
Manchmal hab ich einfach das Gefühl, das eben auch mal sagen zu müssen...
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Pascal vE
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ich habe mich auch nicht angegriffen gefuehlt, danke, nur nicht ganz verstanden (den Text der Rezi bzgl.)^^. Aber das ist ja nun auch geklaert.

Ich finde auch, dass die "Königs"-Mentalität tatsächlich ab und an uebertrieben "genutzt" wird, aber genauso oft (nicht hier) wird der Kunde aber auch gerne "vergessen"/ignoriert. Der Begriff "Servicewüste Dtld." kam ja nicht von ungefähr und wie ein guter Kumpel immer sagt: "ich kann mein Geld auch woanders lassen" - aber das ist jetzt allgemein gesprochen und nicht auf die Spielwelt bezogen!

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Brakus wrote:
Es gibt leider reichlich Beispiele von ausländischen Produktionen, deren Verantworliche auf Nachfrage deutlich verkünden, dass der dt. Markt uninteressant sei und so ist man häufig auf den Fleiss und das Wohlwollen privater Personen/Spieler angewiesen, die dann vllt. etwas (Übersetzungen, Sheets, Übersichten, etc.) u.a. bei BGG veröffentlichen.


Und was sollen die Spieler aus aller Welt sagen? Zum Beispiel: KOSMOS produziert nur auf deutsch. Wenn es also keinen Lizenznehmer außerhalb Deutschlands gibt, der an einem ihrer Spiele interessiert ist, dann können es die meisten Spieler auf der Welt nicht spielen.

Das Problem existiert also nicht nur hier, sondern insbesondere anderswo - und da dramatischer. Die deutschen Spieler sind dabei noch nicht einmal wirklich benachteiligt. Im Gegenteil: hier lernen alle in der Schule englisch. Je nachdem, wie fleißig oder faul sie waren, können sie das dann einigermaßen gut und haben keine Probleme, rein englische Spiele zu spielen. In den USA beispielsweise lernen die normalerweise keine Fremdsprachen.
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Pascal vE
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mbmbmbmbmb
Ponton wrote:
Und was sollen die Spieler aus aller Welt sagen? Zum Beispiel: KOSMOS produziert nur auf deutsch. Wenn es also keinen Lizenznehmer außerhalb Deutschlands gibt, der an einem ihrer Spiele interessiert ist, dann können es die meisten Spieler auf der Welt nicht spielen.


Das driftet dann in eine allgemeine Diskussion ab, inwiefern Spiele mehrsprachig produziert werden sollten oder nicht! Hier ging oder sollte es um die Rezension zu EINEM Spiel gehen


Quote:
Das Problem existiert also nicht nur hier, sondern insbesondere anderswo - und da dramatischer. Die deutschen Spieler sind dabei noch nicht einmal wirklich benachteiligt. Im Gegenteil: hier lernen alle in der Schule englisch. Je nachdem, wie fleißig oder faul sie waren, können sie das dann einigermaßen gut und haben keine Probleme, rein englische Spiele zu spielen. In den USA beispielsweise lernen die normalerweise keine Fremdsprachen.


Und ohne all zu politisch zu werden (gerne im passenden, eigenen Thread), mag ich entgegnen, wieso muss ich mich als Konsument darum kümmern, wie andere Länder ihr Bildungswesen organisieren?

Bsp. hier, bzgl. des Spieles und den Spielern aus den Gruppen, denen das insbesondere aufstiess mit den Karten: die sind alle beruflich mehrfach am Tag mit englisch und anderen Sprachen konfrontriert und wollen in der Freizeit nicht auch noch zusätzlich belastet sein, wenn es auch anders ginge.
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ode.
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Hi,

ich möchte eigentlich gar nicht groß teilnehmen an der Diskussion. Aber ein paar Infos streuen, die ich interessant finde:

- In den Staaten ist es wohl relativ normal - besser gesagt: man ist es gewohnt - sich übersetzte Karten auszudrucken und die Karten in Hüllen zu stecken und die ausgedruckten Karten davor zu schieben. So spielt man dann meist deutsche Spiele mit Textkarten.

Auch in Wargamer-Kreisen scheint mir dieses Verfahren an der Tagesordnung. Wenn man jetzt bedenkt, dass Spielworxx aus dieser Ecke kommt und auch die meisten Kunden im Laufe der Zeit Spielworxx durch die lokalisierten Wargames kennen gelernt haben, dann ist die Vorgehensweise mit den Karten wieder nicht so abwegig. Denn Wargamer sind es gewohnt Kriegsspiele aus Amerika zu beziehen (die mit dieser Art Spiel viel anders umgehen als wir hier) und sich wiederrum mit ausgedruckten, eingedeutschten Karten rumzuschlagen.

Seit 3 Jahren macht Spielworxx nun auch "Eurogames" und hat bisher Auflagen von 500 Spielen gehabt. Da Karten im Produktionsprozess sehr, sehr teuer sind, ist es bei der Auflagenhöhe einfach unmöglich ein zweites Kartendeck zu produzieren ohne den Preis exorbitant in die Höhe zu katapultieren.

Aber kennt man nun den Hintergrund dieser Sachen, so erkennt man durchaus, wie diese "1b-Lösung" mit den Karten zustande kam.

- Das Spiel ist sehr teuer. Das liegt aber nicht daran, dass es eine Deluxe-Version ist. Sondern einfach ein Spiel, mit sehr kleiner Auflage. Dazu ein Spiel mit viel unterschiedlichem Material. Es ist einfach so, dass man bei diesem Spiel entweder den Preis bezahlt, oder es nicht besitzt. Es ist ein rares Spiel. Daher der hohe Preis.

- Wegen dem hohen Preis ist es leider auch so, dass ein Spielegeschäft es sich nicht leisten kann das Spiel ins Regal zu stellen. Nicht, ohne erstaunte Blicke von Kunden zu riskieren. Denn den Kunden im Laden geht es, wie den Testern aus Brakus Spielrunden. Die sehen ein Terra Mystica oder ein Caverna, beides Spiele, mit denen man Leute niederknüppeln kann, weil sie so schwer sind. Und beide Spiele sind noch günstiger als La Granja!!!! Ein Ladenbesitzer kann es sich nicht leisten das zu verkaufen. Sitzt einfach nicht drin. Es sei denn, man hat einen Laden für die Freaks der Freaks, die so was kennen. Das ist aber sehr, sehr selten.

Andere Kunden sehen ein La Granja für 70-80€ und vergleichbare Spiele für 35-40€ und zeigen dem Ladenbesitzer einen Vogel und kommen nie wieder, weil sie sich verkohlt fühlen. So hat es mir jedenfalls der FLGS meines Vertrauens erklärt.

Daher ist es auch nicht ganz so wichtig, ob auf der Schachtel steht, dass nur englische Karten drin sind. Das Spiel wird wohl nie ein Ladenregal sehen, sondern nur im Online-Shop gehandelt. Und dort steht es überall in der Beschreibung. Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber auch das ist nur eine Erklärung. Das soll kein Argument gegen eure Ansicht sein.

Ich finde es immer ganz wichtig, dass ich bestimmte Sachen verstehe, ihre Hintergründe kenne. Dann kann ich mich mit bestimmten Sachen besser arrangieren. Daher wollte ich mal kurz was dazu sagen.

Aber bitte versteht mich nicht falsch. Ich will hier niemandem seine Meinung madig machen! Aus meiner Sicht sind sie alle berechtigt und jeder muss selber wissen, was er für Rückschlüsse daraus zieht.
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Pascal vE
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mbmbmbmbmb
Danke an einen der Autoren für die "Einmischung" und Erklaerung bzw. Bestaetigung der hier schon kursierenden Vermutungen bzgl. der Hintergruende !

Ich sehe auch keine konträre Meinung oder ein "madig machen", ehrlich gesagt und finde nach wie vor, dass das Spiel eine gute Note mit der Rezension bekommen hat, nur muessen eben bestimmte Punkte auch angesprochen werden duerfen.
Davon wird das Spiel aber nicht schlecht gemacht? Zumindest ist dies der Eindruck, der sich mir dann doch ein wenig nähert, wenn ich nun mehrere Rechtfertigungen, Meinungen, Erklärungen, Klarstellungen lese, die sich offenbar nur mit den Materialpunkten beschaeftigen. Dabei sind diese Punkte ja eigentlich keine, wenn ich die Äusserungen richtig deute und so koennte man ja zum Schluss kommen, dass es sich, wie geschrieben, um ein sonst gutes Spiel handelt, aber nur eben kein 6 von 6 Punkten - Spiel (um bei meinem Wertungssystem zu bleiben), deswegen ists doch kein "Verriss"?!
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ode.
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Nein, nein. Und selbst wenn du es verreissen würdest - finde ich okay. Jedem seine Meinung. Auch, wenn du es auf Grund der Materialgeschichte verreissen würdest - auch okay. Ich will niemanden überreden etwas gut zu finden.

Die Rezension will ich nicht bewerten. Wäre ja albern, wenn hier jeder Autor zu den Rezis seiner Spiele Stellung nimmt. Mir war es nur ein Anliegen einige hier diskutierte Punkte mit Infos anzureichern.
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H Harengel
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mbmbmbmbmb
Warum wird hier eigentlich so ein Bohai darum gemacht, dass in einer deutschsprachigen Rezension darauf hingewiesen wird, dass die Karten leider nur in englischer Sprache mit beigelegten Übersetzungen vorliegen. Aus Sicht des deutschsprachigen Konsumenten ist das suboptimal, also wird es erwähnt und wird dann vom Leser bei einer Kaufentscheidung einbezogen. Die Sichtweise des Verlages wurde zudem auch noch nachvollziehbar dargestellt. Mehr kann ein Rezensent nicht leisten.

Ich finde die Rezension rundum gelungen!
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Boris Kosch
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mbmbmb
@Fridjof B
(greetingsfrombergen)

Gratulation. Sie sprechen nicht nur "ein bisschen Brettspieldeutsch" Sie haben einen überraschend geschliffenen deutschen Schreibstil (trotz einiger kleiner Fehler). Sehr beeindruckend!

wow

 
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Fridjof B
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mbmbmbmbmb
Aaackermann wrote:
@Fridjof B
(greetingsfrombergen)

Gratulation. Sie sprechen nicht nur "ein bisschen Brettspieldeutsch" Sie haben einen überraschend geschliffenen deutschen Schreibstil (trotz einiger kleiner Fehler). Sehr beeindruckend!


Danke!
 
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Georg Bauer
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mbmbmbmbmb
Also ich bin dankbar, dass in der Rezension die Kartensprache explizit erwähnt wird, da meine Frau kein Englisch spricht und ein Kauf für mich deshalb eine Fehlinvestition wäre - in den Shops, in denen ich geschaut habe, stand nämlich absolut nicht dabei, das es deutsche Karten nur als Pasteups gibt. Bei dem Preis wäre ich nicht bereit noch selber die Schere anzusetzen und mir Karten zu "basteln". Das ist für mich keine "deutsche Version" als die sie z.B. bei Amazon beschrieben steht. Und bei einem deutschen Verlag gehe ich auch gar nicht davon aus, plötzlich englische Kartentexte zu haben, selbst wenn es im Kleingedruckten irgendwo steht, es fällt deutlich unter "unerwartete Eigenschaften".
 
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ode.
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mbmbmbmbmb
Dieses Review bezieht sich auf die lange ausverkaufte, erste Edition des Spiels beiSpielworxx. Der PD Verlag hat eine rein deutsche Auflage mit deutschen Karten veröffentlicht. Bitte auf die zweite Auflage achten, dann sind die Sprachprobleme aus dem Weg geräumt.
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S. R.
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Und der Preis ist um mehr als 1/3 gesunken...
 
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