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Euphoria: Build a Better Dystopia» Forums » Reviews

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Pascal vE
Germany
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Workerplacement-Spiel für 2-6 Spieler ab 13 Jahren von Jamey Stegmaier und Alan Stone.

Die Spieler müssen ihre Arbeiter dumm, aber glücklich halten, damit sie fleissig ihre Arbeit verrichten. Durch Ressourcenbeschaffung und -verwertung ermöglichen sie es dann dem Spieler erfolgreich zu sein und dessen Autorität zu untermauern.


Spielvorbereitung:
Das Spielbrett kommt in die Tischmitte (bei der Kickstarter-Edition kann man sich noch für eine der beiden Seiten entscheiden: s/w für den einfacheren/übersichtlicheren Einstieg, oder bunt) und wird mit allen Pappteilen ("gesperrtes Gebiet", "Aktionsfeld gesperrt", "Märkte") und Holzspielsteinen (Bergarbeiter- und Fortschrittssteine, div. Ressourcen, Spielermarker f. Wissens- und Stimmungsleiste) auf den korrespondieren Plätzen versehen. Weiteres Material (Loyalitätsmarker, Artefaktkarten, je 2 Würfel der Spieler) wird als Vorrat bereitgelegt.

Die Spieler erhalten in ihrer Wunschfarbe 2 (Arbeiter-)Würfel, 10 Autoritätssteine (sternförmig) sowie eine Multiplikationstafel (zur Nutzung, falls einmal nicht genug Spielmaterial vorrätig ist).
Zudem erhält jeder Spieler noch eine zufällige "Dilemma"-Karte, die mit der Übersichts-Rückseite nach oben abgelegt wird und vier Rekrutenkarten, von denen er aber nur 2 behält und 2 abwirft. Von den 2 Ausgesuchten, legt er eine offen ab, die andere verdeckt (für späteren Einsatz).
Ihre beiden Würfel benutzen die Spieler noch, um die Start-Intelligenz ihrer Arbeiter festzulegen.


Spielziel:
Als Erster 10 Autoritätssteine einzusetzen!


Spielablauf:
Die Spieler werden in den Runden immer Arbeiter(würfel) auf dem Spielbrett einsetzen oder von dort entfernen. Mit diesen zwei Aktionen steuern sie alle Vorhaben.

Die Würfel symbolisieren die Arbeiter und die oben liegende Augenzahl deren Intellekt. Je dümmer, desto besser, da sie schliesslich nicht merken sollen, für was für einen "Staat" sie arbeiten.

Zu Beginn haben die Spieler schon ihre 2 Würfel rollen lassen und ein entsprechendes Ergebnis erzielt. Dies sind die beiden Start-Arbeiter, welche vom jeweiligen Spieler am Zug eingesetzt werden können. Hat ein Spieler keine Arbeiter mehr vor sich liegen, muss er sie vom Spielbrett nehmen.

Wird ein Arbeiter vom Plan genommen, wird er sofort erneut gewürfelt - hierdurch wird die neue Erfahrung dargestellt, die der Arbeiter unterwegs machen konnte (entweder er war nur mit anderen glücklichen, aber dummen Kühen unterwegs (kl. Augenzahl) oder er hat sich mal Gedanken zum Thema gemacht^^ oder war auf konspirativen Treffen und ist dadurch schlauer geworden (gr. Augenzahl)).

Als "Chef" will man natürlich, dass die Arbeiter spuren und ihren Dienst verrichten und das möglichst erfolgreich.
Dazu gibt es viele Möglichkeiten, die auch ein wenig von den eigenen Vorlieben abhängen (Vorgehensweisen, etc.) und den anfänglich erhaltenen Rekruten. Diese bringen bestimmte Vorteile im Spiel, gehören aber auch bestimmten Fraktionen an:

- Euphoria, die goldene Stadt mit den hohen Mauern, um sich vor dem Rest der Welt abzuschotten, produziert Strom und in den Tunneln, die sie heimlich in den Untergrund bauen, findet sich Gold

- Subterra, der stark bevölkerte Untergrund hat die Herrschaft über das Wasser und in den Stollen, die gen Ödlande gegraben werden, finden sich viele Steine

- Ödland, eine Ballung von (Wellblech-)Hütten, Farmen und ruinösen Häusern, spezialisiert auf die Nahrungsproduktion, mit erdreichen Schaufelbeschäftigungen, die Lehm zu Tage fördern

- Icarus, eine Wolkenstadt voller elitärer und abgehobener Sonderlinge, die mit niemanden wirklich etwas zu tun haben wollen, aber immerhin ihre Seligkeit zu einem Handelsgut gemacht haben.

Um nun an bestimmte Ressourcen zu gelangen, müssen die Arbeiter an den entsprechenden Orten eingesetzt werden, z.B. in Euphoria am großen Generator, um Strom(marker) zu erhalten. Strom widerum braucht es für die Tunnelgrabungen von Euphoria aus, bei denen sich Gold finden läßt.

Hinweis: die Spieler dürfen beliebig untereinander handeln und tauschen, müssen sich aber an die Vereinbarungen halten und Karten werden generell verdeckt gehalten.

Ein Arbeiter wird dazu auf den großen grauen Feldern, neben den Ressourcenplätzen eingesetzt. Hier können beliebig viele Würfel von allen Spielern untergebracht werden.
Nun erhält der Spieler, gemäß nebenstehender Übersicht, X Ressourcen, je nach Intelligenz des Arbeiters (Bsp. "Farm", bei einer Augenzahl von 1-4 bekommt er eine Nahrungsressource und einen Gefolgschaftspunkt bei den Ödländern; bei einer Augenzahl von 9+ bekäme er zwei Nahrungsressourcen, aber auch einen Intelligenzpunkt). Es werden alle hier platzierten Würfel addiert, d.h., wenn schon ein Arbeiterwürfel mit Augenzahl 4 dort lag und es kommt ein Würfel mit 5 hinzu, wäre in der Übersicht nach der 9+ zu schauen!

Verfügt der Spieler schon über einige Ressourcen und möchte an einem Tunnelbau teilhaben, setzt er einen Arbeiterwürfel auf das entsprechende kleine, hellgraue Feld am Tunnelstartplatz und zahlt die Ressource, die nebenstehend in einem kleinen grauen Feld angezeigt wird, in den allgemeinen Vorrat. Dann darf er die Bergarbeiterfigur um 1 Feld vorwärts ziehen und erhält die in diesem Tunnel vorgegebene Ressource (Bsp. Euphoria, 1 Strom zahlen, 1 Gold oder 1 Artefaktkarte erhalten).

Hinweis:
Die Zufriedenheitsleiste (Stimmung der Arbeiter) gibt an, wieviele Artefakt-Karten er maximal auf der Hand halten darf.

Erreicht der Bergarbeiter das bis dato gesperrte Zielfeld im Tunnel, wird der Sperrmarker entfernt und es steht ab sofort ein weiterer Stellplatz für Arbeiter zur Verfügung, der den dort abgebildeten Verdienst einbringt (Bsp. Euphoria, 3 Wasser), wenn der Spieler über einen Rekruten aus dieser Fraktion verfügt.

Ein weiterer, möglicher Einsatz eines Arbeiters wäre im Aktivierungs-Becken, welches neue Arbeiter für den Spieler bereitstellt (bis zu 4 Arbeiterwürfel kann ein Spieler besitzen).
Dazu "bezahlt" er die entsprechend nötigen Ressourcen, nimmt sich - sofern noch vorhanden - einen Würfel der eigenen Farbe aus dem Vorrat und kontrolliert umgehend dessen Intellekt (einmal rollen, Ergebnis liegen lassen).

Hinweis: der Intellekt eines jeden Arbeiters wird immer kontrolliert (also neu erwürfelt), wenn er zum Spieler kommt (vom Brett genommen oder neu aus dem Becken) und das Ergebnis der vorliegenden Würfel muss immer zum aktuellen Stand auf der Wissensleiste addiert werden! D.h., wenn der dortige Stand aktuell "+3" lautet und die neu erwürfelte Arbeiterschläue 16 ergibt, wird der Wissensmarker auf "+6" gestellt und der Spieler muss einen Arbeiterwürfel abgeben (zurück in den Vorrat), da das aktuelle Wissensniveau auf "19" steht und die Arbeiter inzwischen zu schlau sind, um sich weiter ausbeuten zu lassen. Daher ist es ratsam diese Leiste immer gut im Auge zu behalten und sich ferner gut zu überlegen, ob der Vorteil durch mehr Arbeiter mehr Ressourcen zu erhalten nicht von nur sehr kurzer Dauer ist.

Weiterhin gibt es noch die Bauplätze und Artefakt-Märkte.
Bei den Bauplätzen stellen die Spieler Arbeiterwürfel, gegen entsprechende Ressourcenzahlung, ab, um an der Konstruktion des dort liegenden Marktes teilzuhaben. Jeder Spieler, der bei Fertigstellung nicht daran beteiligt war, erfährt einen spielerischen Nachteil (Bsp. Verbot Artefaktkartenpaare einzusetzen). Je nach Spielerzahl werden 2-4 Arbeiter benötigt, um den Markt fertig zu bauen.
Bei den Artefakt-Märkten können die Spieler Artefaktkarten eintauschen (3 verschiedene, oder 1 Paar gleicher Artefakte), um die dort abgebildeten Verdienste zu erhalten (1 Autoritätsstein auf einem Fraktionssternfeld oder einen gebauten Markt (an dem er nicht beteiligt war und so nun den aktuell aktiven Nachteil zu deaktivieren) zu platzieren und einen Punkt auf der zugehörigen Gefolgsschaftsleiste vorzurücken).

Dann gibt es noch die Karte "Ethisches Dilemma", die umgedreht eine Entscheidung vom Spieler verlangt. Entsprechend darf er dann einen Autoritätsstein auf der Karte abstellen oder 2 neue Rekrutenkarten ziehen und eine davon behalten - sollte die zugehörige Fraktion bereits auf der Gefolgsschaftsleiste die 4. Stufe erreicht haben, kann ein Autoritätsstein auf jeder passenden Rekrutenkarte platziert werden.

Die Gefolgsschaftsleiste:
Je weiter die Marker dort nach rechts gezogen werden, desto bessere (und mehr) Boni gibt es für Spieler mit zugehörigen Rekruten. Dabei ergänzen sich nachfolgende Verbesserungen mit den Vorherigen.
Ab Stufe 3 muss die verdeckt liegende Rekrutenkarte der zugehörigen Fraktion umgedreht werden und dessen Funktion kann nun genutzt werden.

Legende:
1) große, leere, hellgraue Stellfläche = Platz für beliebig viele Arbeiter

2) kleine, leere, hellgraue Stellfläche, mit durchgehender Umrandung = Platz für einen Arbeiter

3) kleine, leere, hellgraue Stellfläche, mit gestrichelter Umrandung und wegführendem Pfeil = Platz für einen Arbeiter, der aber verdrängt werden kann - d.h. auf diesem vorübergehenden Stellplatz kann ein nachfolgender Spieler seinen Arbeiterwürfel ablegen und gibt den vorherigen Würfel dem Besitzer zurück (gut für diesen, hat er doch wieder einen Arbeiter zur Verfügung, ohne einen Aktionszug zu verbrauchen)

4) kleine, hellgraue Stellfläche, mit durchgehender Umrandung und abgebildeter Ressource = Platz für einen Arbeiter, gegen Bezahlung der Ressource (Marktbau)

5) kleine, dunkelgraue Stellfläche, mit durchgehender Umrandung und abgebildeter Ressource = Bezahlungshinweis für Stellplatz daneben (s. 4)

6) kleiner weißer Kreis mit Ressourcenabbildung = Belohnung/Verdienst

Es gibt also viel zu tun und so einige Möglichkeiten im Laufe des Spiels seine Autoritätssteine los zu werden, wenn ein wenig taktisch vorgegangen und der Überblick nicht verloren wird^^.


Spielende:
Das Spiel endet mit dem Spieler als Gewinner, der es zuerst schafft, alle eigenen Autoritätssteine im Spiel unterzubringen.


Fazit:
Euphoria ist ein sehr komplexes, taktisches Spiel, das sich aber erstaunlich schnell spielen läßt.
Wenn der Zugang einmal gefunden ist, verlaufen die Runden relativ unkompliziert - man muss halt "nur" auf die vielen Möglichkeiten achten - und so lassen sich die Arbeiter bald sehr zügig und sicher platzieren. Sehr spannend ist dabei auch immer zu beobachten, wie verzahnt alle Abläufe interagieren, machst du hier was, passiert da was.

So dauert ein erstes (und vllt. zweites) Spiel bestimmt 2 Stunden, aber dann nur noch maximal 1 Stunde, weil die Spielmechanik so logisch ist und man nach geplanter Vorgehensweise seine Züge wunderbar automatisch angehen kann. Dabei wird es aber dennoch nicht langweilig, denn je nachdem, wie die Mitspieler agieren, muss die aktuelle Situation immer neu bewertet werden.
Zudem sorgen die Rekruten mit ihren vielen Sonderfunktionen für weitere Abwechslung.

Sehr schade ist aber, dass die dt. Anleitung einige Übersetzungsfehler bzw. -ungenauigkeiten aufweist, so dass nicht immer klar ist, wie vorzugehen ist (Aktionen, Reihenfolgen, Platzieren von Markern, uvm. - einiges hätte sich durch zusätzliche oder übersichtlichere Bilder vermeiden lassen). Dies läßt sich dann durch Vergleiche mit dem englischen Regelwerk (welches allerdings auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist), stöbern im Internert und purem Probieren lösen. Dazu bedarf es aber schon eines Vielspielers Interesse, alle anderen sollten also auf einen guten Erklärbären hoffen.

Ist das Spiel aber einmal verstanden, eröffnet sich reichlich Spiel, Spaß und Spannung und man möchte es nicht mehr missen. So kam das Spiel schon diverse Male auch nach den Testrunden noch auf den Tisch^^.

Das Material und die Aufmachung sind thematisch sehr schön gelungen und äußerst wertig - keinerlei Plastik (abgesehen von den steampunkigen Würfeln), schön gefräste Holzsteine und stabile Pappe.

Glücksmomente gibt es nur bei gelungenen Aktionen, ansonsten herrscht die Taktik vor, denn der erwürfelte Intellekt der Arbeiter ist ja als Realismus-Simulation zu betrachten^^ - und so ist auch das ungewöhnliche Thema gut eingefangen.

Es darf geschlossen werden, wenn das Spiel verständlich erklärt wird, liegt hier ein kleines Juwel vor - interessant auch, dass die Autoren selbst schon Probleme witterten, da es von ihnen einige Hinweise und auch Videos gibt: "wie erkläre ich das Spiel".



weiterführende Hinweise:
- Verlag: Morning Players
- BGG-Eintrag: http://boardgamegeek.com/boardgame/133848/euphoria-build-bet...
- HP: http://www.morningplayers.com/
- Anleitung: deutsch
- Material: deutsch
- Fotos: http://www.heimspiele.info/HP/?p=8491
- Online-Variante: http://boardspace.net/english/about_euphoria.html
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NaSe & Ko
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Super Review, danke dafür!

Wir besitzen die englische Vaiante, was ganz in Ordnung ist, da wir oft mit nicht-muttersprachlern Spielen.
Euphoria ist unser workerplacement Spiel für große Gruppen (4-6 Leute), da es in diesen Spielerzahlen an dynamischsten ist, ohne dabei unübersichtlich zu werden.
Wir nutzen es auch gerne als "next step" nach Waggle Dance

Mit zwei Spielern müssen kleine Anpassungen getroffen werden, da das Spielbrett dafür einfach zu groß ist. Derzeitig reicht es aus, die Minenarbeiter zwei Felder nach vorne zu versetzen!
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