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Unconditional Surrender! World War 2 in Europe» Forums » Reviews

Subject: Antwort auf B. Richters Rezension in "Manöverkritik" (4/2014) rss

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Roderich Billermann
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Zur Besprechung B. Richters
von „Unconditional Surrender! World War 2 in Europe“ (GMT; 2014)


Einleitung

Bisweilen erscheinen in der „Manöverkritik“ leider ärgerliche Besprechungen. B. Richters Rezensionsversuch zu „Unconditional Surrender“ (Manöverkritik 64 [4/2014], S. 34-39) ist ein in mehrfacher Hinsicht bedauerliches Beispiel. Weder dem Spiel noch seinem historischen Hintergrund wird der Verfasser gerecht. Er führt den fachunkundigen Leser streckenweise in die Irre, lässt sich von unreflektierten subjektiven Vorannahmen und Vorlieben leiten und liefert en passant ein stilistisches Desaster.

Vorweg: Ungeachtet ihrer Gegenstände sind Besprechungen notwendig weithin subjektiv; erst wenn der Rezensent seine Bewertungsparameter angibt und somit zur Debatte stellt, kann jene Subjektivität umschlagen in eine ‚relative‘ Objektivität. Kritisieren lässt sich eine Besprechung zum einen durch die Kritik dieser Parameter, ihrer Implikationen, ihrer fachwissenschaftlichen Exaktheit und ihrer Applikation bei der „Benotung“. Zum anderen ist zu untersuchen, inwiefern eine Besprechung die – handlungstheoretisch formuliert – durchaus objektivierbare „Situation“ des Besprochenen angemessen berücksichtigt, hier also: Was will das Spiel darstellen und was stellt es dar? So interessant die Frage sein mag, ob es nicht vielleicht etwas anderes darstellen sollte, so wenig tut sie zur Sache. Als Verständnishilfe: Es ist wenig gewinnbringend, einem Apfel vorzuwerfen, er sei keine Birne.

Meine knappe Analyse der ‚Besprechung‘ Richters wendet sich zunächst den fachwissenschaftlichen Gesichtspunkten zu, die Vf. verfehlt und/oder schief darstellt (I.), um dann zu fragen, ob Vf. den Intentionen des Spiel-Designs von „Unconditional Surrender“ gerecht wird und das Spiel also korrekt beschreibt (II.). Nach einigen Hinweisen zum ‚Stil‘ der Rezension (III.) versuche ich eine abschließende Bewertung (IV.).

I. (Unvollständige) fachwissenschaftliche Anmerkungen

1. Dass mit der kampflosen Kapitulation Dänemarks und der Eroberung Oslos das Unternehmen „Weserübung“ „erledigt“ war (S. 35), entspricht den wesentlichen Tatsachen: Nur bei Oslo stießen die deutschen Landungsverbände auf nennenswerten Widerstand (u.a. Versenkung der „Blücher“, Beschädigung der „Lützow“). Auf dem Abstraktionsniveau des Spieles (s.u.) sind die ganze fünfzehn Tage (18.4.–2./3.5.1940) dauernden britischen Operationen in Mittel- und Nordnorwegen irrelevant, zumal das Ziel des Skandinavien-Feldzuges ohnehin in erster Linie die Sicherung der deutschen Nordgrenzen und der schwedischen Eisenerzlieferungen war.(1)

2. Dass Frankreich in „Unconditional Surrender“ zu „stark repräsentiert“ (S. 35) sei bzw. das Spiel über seine Würfelmodifikatoren dem französischen Militär ungebührlich große Stärke beimesse (S. 37), wie Vf. ohne nähere Begründung behauptet, ist schief oder falsch. In seiner wegweisenden Studie Strange Victory. Hitler’s Conquest of France (London 2000) hat Ernest R. May bislang m.W. unwidersprochen auf die militärische Stärke, ja, in einigen Bereichen wie z.B. der schweren Artillerie Überlegenheit Frankreichs gegenüber Hitlerdeutschland hingewiesen (2) und für die französische Niederlage andere Faktoren namhaft gemacht, u.a. das Überraschungsmoment des „Sichelschnitts“, die unzureichende Kommunikation zwischen (inkompetentem) französischem Geheimdienst und (unentschlossener) militärisch-politischer Führung usw. Es erscheint keineswegs unangemessen, diese Kräfterelation durch Würfelmodifikatoren von +2 (für deutsche Einheiten) bzw. +1 (für französische Einheiten) zu repräsentieren (S. 37). Andererseits überrascht es ein wenig (und ist mit Bezug auf seine eigenen Ausführungen schlechterdings widersinnig), wie überrascht Vf. sich von der Möglichkeit zeigt, die im Spiel vermeintlich so stark repräsentierten Franzosen zu unterwerfen („durchaus machbar…“; S. 35). Eine Reflexion auf den simplen Umstand, dass ein historisches Überraschungsmoment stets schwer zu simulieren ist, findet nicht statt.

3. Anders als Vf. insinuiert, war der Ausgang des Balkan-Feldzuges de facto nie „fraglich“ (S. 35) und nur eine Frage der Zeit wie des schwierigen Geländes: So gingen im April 1941 344.000 Jugoslawen in deutsche Gefangenschaft, während auf deutscher Seite 151 Gefallene zu beklagen waren.(3) Griechenland wurde – nach hartnäckigerem Widerstand und größeren deutschen Verlusten (ca. 500 Tote) - in nur zehn Tagen niedergeworfen, „the British presence there notwithstanding“(4). Zwar hat das Tempo des Feldzuges selbst die militärische Führung Hitlerdeutschlands verblüfft, dass aber Vf. hier offenbar heute noch Verständnisprobleme zu haben scheint und Ansätze für eine Kritik sieht, ist kaum nachvollziehbar.

4. Das Szenario „Mediterranean 1940-1942“ werde, so Vf., „seinem Namen nicht ganz gerecht“ (S. 35), weil es die alliierte Invasion in Nordafrika (Operation „Torch“) ausklammere. Obgleich Vf. im selben Satz (!) konzediert, diese Operation werde in einem gesonderten Szenario berücksichtigt, und auch das „Playbook“ (S. 13) die spätere „French North Africa campaign“ schon explizit ausschließt, bleibt anzumerken, dass die wesentlichen Kampfhandlungen auch erst in das Frühjahr 1943 datieren.(5) Abgesehen von diversen Seegefechten zwischen italienischen und britischen Verbänden (u.a. die bekannte Schlacht von Kap Matapan, Ende März 1941) fand der „Mittelmeer-Krieg“ 1940-1942 tatsächlich primär in Nordafrika statt.

5. Eine Eroberung und Besetzung der Schweiz wurde von den „historischen Achsenmächten“ nie „ernsthaft erwogen“. Vf. meint hier die im Sommer 1940 erarbeiteten Pläne für die sogenannte Operation „Tannenbaum“, die freilich zu keinem Zeitpunkt – zunächst angesichts der organisatorischen Belastungen durch die „Luftschlacht um England“, späterhin dann im Zuge der Vorbereitungen für die Operationen „Marita“ und insbesondere „Barbarossa“ - auch nur in die Nähe der Realisierung gerieten. Außerdem bestand nach dem deutsch-schweizer Handelsabkommen vom 9.7.1940 ein deutsches Interesse an der Unversehrtheit der schweizerischen Rüstungsindustrie.(6) Mit seiner kritisch gewendeten Akzentuierung („inkonsistenterweise“) der deutschen Eroberungspläne geht Vf. offensichtlich den vielfach kolportierten Ausfällen Hitlers gegen die Schweiz auf den Leim,(7) die freilich so monochrom abfällig nicht waren.(8)

6. Hinsichtlich Richters Auslassungen zum Unternehmen „Barbarossa“ bzw. seiner Kritik an der in „Unconditional Surrrender gegebenen Möglichkeit eines mehrfachen Zusammenbruchs der UdSSR wird unten auf fachwissenschaftliche Probleme noch zurückzukommen sein.


II. Richters ‚Beschreibung‘ und ‚Einschätzung‘ von „Unconditional Surrender“

Um Richters ‚Bewertung‘ angemessen beurteilen zu können, muss eingangs festgehalten werden, was „Unconditional Surrender“ sein möchte. Im Regelheft hat S. Vasta dies an mindestens zwei Stellen unmissverständlich formuliert:

"Unconditional Surrender! World War 2 in Europe (referred to as USE) is a 2-4 player strategic level game covering World war Two’s European Theater. […]
USE is not a detailed study of WW2. It simulates relative force projection rather than actual quantities of men and equipment. You may not see an air or naval unit somewhere on the map, but that does not mean no planes or ships are there. It means their impact is minimal at the game’s scale." („Rulebook“, 1.1 und 1.1.5, S. 2f.)

USE will also eine strategisch-operative Simulation mit einem hohen Abstraktionsgrad sein – und nur daran ist das Spiel (zunächst) zu messen. Was Richter nicht weiter interessiert:

"Historische Dramatik sollte man sich davon [sc. vom Szenario zum Unternehmen „Weserübung“; R.B.] allerdings nicht versprechen. USE ist zu abstrakt, um Einzelheiten wie die Fahrt der Gebirgsjäger durch von der Royal Navy beherrschte Gewässer nach Narvik abzubilden. (S. 35)"

Aha. Mit naiver Unverfrorenheit kreidet Vf. hier dem Spiel das an, was er kurz zuvor noch als für ihn verlockendes Charakteristikum bezeichnet hat: das „ungewöhnliche Stacking Limit von nur einer Ground Unit pro Hex“ (S. 34 – was, nebenbei gesagt, etwas irreführend formuliert ist). Ein Spiel mit diesem Stacking Limit könnte jedoch die vor Narvik treibenden Eisschollen nur abbilden, wenn einem Hexfeld ca. 10qm der realen Welt entsprächen und die Karte also etwa die Größe Baden-Württembergs besäße.(9) Wer solch einen Mangel an Atmosphäre konstatiert – was prinzipiell legitim, mit Blick auf das zu besprechende Spiel indes deplatziert ist –, andererseits aber zugesteht, das Spiel vermittle durchaus „ein operatives Feeling“ (S. 38), kritisiert, um zu kritisieren. Er lässt sich nicht auf die Prämissen des Spiel-Designs ein, sondern geht von seinen ureigenen Bedürfnissen aus, die sich bei Richter etwa mit „detailverliebtes Monstergame ohne Details“ beschreiben ließen. Angesichts des nie verschwiegenen Abstraktionsgrades dem Spiel vorzuwerfen, man könne beim imaginären Geräusch rasselnder Panzerketten Typ und Baujahr leider nicht differenzieren, widerspricht geradewegs Richters eingestandenem Verlangen nach weniger „mühsam[em] und zeitaufwändig[em]“ Spielen (S. 34). Wo Kritik nicht nur ihren Gegenstand, sondern sogar die selbstgesetzten Parameter verfehlt, wird sie beliebig. Dasselbe gilt auch für Richters Zweifel an der in „Unconditional Surrender“ verwendeten Lambert-Projektion, die nur geäußert, aber mit keinem Wort begründet werden (S. 36). Oder für seinen sich vollends jeglicher Reflexion verweigernden Anwurf, ein von ihm noch nicht gespieltes (!) Szenario werde sich „angesichts des hohen Abstraktionsgrades“ kaum „authentisch anfühlen“ (S. 35). Dass zwischen Abstraktionsgrad und Authentizität immer und überall eine unaufhebbare Spannung besteht, hat S. Vasta nachdrücklich bekundet (u.a. „Playbook“ 38.0, S. 48), sein Rezensent jedoch nicht nachvollzogen.

Richters Unverständnis macht hier leider nicht Halt, sondern erstreckt sich auch auf das Einmaleins jeder Spiel-Besprechung, das Referat der Regeln. Wo diese 48seitigen Regeln – abgesehen von der bei Richter zitierten und noch ein, zwei weiteren Stellen - „immer (!) mal wieder (!) von launigen Kommentaren unterbrochen“ werden, ist im übrigen ganz unerfindlich. Und so „idiotensicher“, wie Richter süffisant anmerkt (S. 36), scheinen besagte Regeln auch nicht zu sein: Mit Bezug auf das dritte Szenario etwa behauptet er, hier solle (u.a.) Großbritannien erobert werden (S. 35). Korrekt ist, dass (u.a.) Großbritannien zusammenbrechen soll (vgl. „Playbook“, 31.3.1, S. 11) – ein einziger Blick in das Regelheft (13.2, S. 34f.) freilich hätte genügt, um herauszufinden, dass Eroberung und Zusammenbruch in „Unconditional Surrender“ durchaus nicht identisch sind. Des weiteren – ich beschränke mich auf repräsentative Beispiele – heißt es:

"Die Aktivierung von Armeen kostet Produktionspunkte. See- und Lufteinheiten hingegen sammeln mit ihren Einsätzen „Sorties“ an. Je mehr sie davon haben, desto schlechter kämpfen sie. Eine Einheit mit sechs Sorties darf nicht mehr eingesetzt werden. Durch Bezahlung von Produktionspunkten können pro Turn bis zu zwei Sorties abgetragen werden." (S. 37)

Das ist zumindest irreführend, weil z.B. für die Aktivierung von Luft- und Seeeinheiten keine Produktionspunkte nötig sind, worauf das hier sach- und satzlogisch unsinnige „hingegen“ vielleicht hinweisen soll. Einzig im Luft- und Seekampf kämpfen diese Luft- und Seeeinheiten entsprechend der Anzahl ihrer „Sorties“ schlechter, bei der Bodenunterstützung aus der Luft etwa spielen besagte „Sorties“ keinerlei Rolle. Es können auch nicht „pro Turn bis zu zwei Sorties abgetragen werden“, sondern bis zu zwei „Sorties“ pro Luft- oder Seeeinheit – ganz abgesehen von der Frage, wie man sich den Vorgang des „Abtragens“ vorzustellen hat.

Solchen und anderen Missverständnissen, Halbwahrheiten und Fehlern korrespondiert eine bemerkenswerte Blindheit für die innovativen wie spielbestimmenden Mechanismen von „Unconditional Surrender“: Kein Wort etwa über die nicht unbedeutende Tatsache, dass die Counter keinerlei Zahlenwerte aufweisen und sich nur farblich unterscheiden - statt dessen eine Rüge, das Spiel komme „trotz (?) des restriktiven Stacking Limits“ „mit 840 Countern daher“ (S. 36). Keine nähere Erläuterung der durch „Enemy Zones of Control“ verursachten Restriktionen bei und insbesondere im Verlaufe der Aktivierung einer Bodeneinheit („Rulebook“, 4.2.3.1, S. 10) – statt dessen vages Geraune, diese „Zones of Control“ seien „wirkungsmächtig“ (S. 37). Die ganz auf Übersichtlichkeit orientierte Handhabung des See- und Luftkriegs quittiert Richter mit dem Tadel, solcherlei Operationen fänden „quasi im luftleeren Raum statt“ (S. 38). Derartige Beispiele für die Kompetenz des Rezensenten ließen sich fast beliebig erweitern.

Besonders peinlich wird es, wenn Richter ins Große und Ganze der Wargame-Welt abschweift: Wo z.B. gibt es – gerade mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg in Europa - einen „derzeit weitverbreiteten Card-driven-point-to-point-map-Einheitsbrei“ (S. 38)? „World War II: Barbarossa to Berlin“ (GMT) wurde 2002 erstmals aufgelegt, „Shifting Sands“ (Multi-Man Publishing) aus dem Jahr 2006 behandelt nur den Nordafrika-Feldzug, „Crusade and Revolution“ (Compass Games; 2013) nur den Bürgerkrieg in Spanien. Die aktuell prominentesten Card driven Games, die Spiele der COIN-Serie (wobei die Bezeichnung „Card driven“ wesentliche Differenzen verstellt), haben weder mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun, noch verwenden sie eine Point-to-Point-Map. Kurzum: Hier wird mit großer Geste Expertentum vorgegaukelt, wo nur Voreingenommenheit und Halbwissen sind.

Erhebliche Kritik an „Unconditional Surrender“ bringt Vf. gegen Ende seines Textes (S. 38f.) vor. Er kritisiert, das Spiel
a.)könne den „Zusammenbruch der Wehrmacht 1944“ nicht adäquat abbilden (S. 38) und versage
b.)als strategische Simulation mit Blick auf die „nicht gerade unwichtige politische Dimension“, d.h. bei den „Regeln für Diplomatie und Kapitulationen“ (ebenda).

a.) Offen gestanden weiß ich nicht, wie man den sukzessiven Zusammenbruch des seit Mitte 1944 an drei Fronten (Ost-, West-, Italienfront) kämpfenden deutschen Heeres nennenswert anders simulieren soll, als S. Vasta dies in „Unconditional Surrender“ tut. Dass in dieser Phase des Spiels die Ostfront „weniger an den Zweiten als an den Ersten Weltkrieg“ (ebenda) erinnere oder erinnern könne, hängt zum einen ab vom Vorgehen der Westalliierten im Spiel, zum anderen zeugt dieser Hinweis Richters neuerlich von mangelhaften Kenntnissen, diesmal mit Blick auf den Verlauf des Bewegungskrieges (!) auf dem östlichen Kriegsschauplatz im Ersten Weltkrieg.(10) Auch habe weder ich selbst noch andere mir bekannte Spieler die Erfahrung gemacht, dass die Ostfront 1944 zum Stillstand kommt – und dies, wie ein prominentes Playthrough zeigt, sogar nach mehrmaligem (!) Zusammenbruch der UdSS.(11) Weil er seine Kritik einmal mehr allein durch die Attitüde des Experten, nicht aber argumentativ untermauert, bleibt von Richters Anwurf erneut ein schaler Beigeschmack des Willkürlichen.

b.) Ich sehe hier zunächst davon ab, dass Richter die Regeln für den Zusammenbruch eines Landes zumindest missverständlich wiedergibt (S. 39, vgl. „Rulebook“, 13.2, S. 34); ein solcher Zusammenbruch kündigt sich, zumal für Frankreich oder die UdSSR, längerfristig an und hat somit wenig von einem „Golden Goal“ (ebenda), ganz ungeachtet dieser grotesk schiefen Metapher. Auch will (und kann) ich die historische Plausibilität, insbesondere aber die spielerische Relevanz eines sowjetischen Bündnisses mit den Niederlanden (ebenda) nicht beurteilen. Jedenfalls kritisiert Vf. die seines Erachtens zu wenig restriktive Handhabung möglicher (alternativer) Bündniskombinationen (S. 38f.) und erweckt hierbei den falschen Eindruck, eine Fraktion könne quasi beliebig ein „neutral country“ aktivieren und auf ihre Seite ziehen. Eine sorgfältigere Lektüre des Regelabschnitts 14.12 („Rulebook“, S. 39) und auch ein Einbeziehen der sogenannten „Policies“, also im wesentlichen der je herrschenden Vertragssituation („Rulebook“, S. 39 bzw. S. 30-32), hätten Vf. zu einer differenzierteren Einschätzung verhelfen können. Desgleichen sind es eben nicht nur „ein paar Produktionspunkte“, die eine Fraktion „lockermachen“ muss (S. 38), um einen Neutralen zum Kriegseintritt zu bewegen. Es sind mindestens fünf, realistisch (d.h. mit Blick auf die Wahrscheinlichkeit, einen entsprechenden Chit zu ziehen) jedoch deutlich mehr. Und wer „Unconditional Surrender“ mehrmals gespielt hat, der weiß, wie knapp besagte Produktionspunkte bemessen sind und ein wie zweischneidiges Schwert die Aktivierung eines Neutralen sein kann. – Besonders scharf schließlich geht Vf. mit der Möglichkeit eines wiederholten Kollapses und somit eines Comeback etwa der UdSSR ins Gericht: „Was hat der Desinger [sic!] sich dabei wohl gedacht?!“ (S. 39)

Diese provokante Frage lässt sich relativ problemlos beantworten12) Das Unternehmen „Barbarossa“ war keineswegs ‚nur‘ ein Vernichtungsfeldzug (mit dem dann unzweideutigen Ziel eben einer „Vernichtung“ des Gegners), sondern auch der Versuch einer Realisierung von Hitlers „Ostprogramm“, d.i. einer Eroberung von „Lebensraum“ und dessen „Abschirmung gegen das asiatische Russland auf der allgemeinen Linie Wolga – Archangelsk“,(13) also die Besetzung eines Großteils der europäischen Sowjetunion. Was – wie übrigens auch die Evakuierung der sowjetischen Schwerindustrie hinter den Ural - ein Comeback der UdSSR prinzipiell nicht nur nicht ausschließt, sondern mit einem solchen von vornherein rechnet. Dies tat z.B. der Generalstabschef F. Halder, wenn er Anfang Juli 1941 Überlegungen anstellte, „wie man den Sowjets dauerhaft die für ein künftiges Wiedererstarken (!) erforderlichen wirtschaftlichen Ressourcen vorenthalten konnte“.(14) Hinzu trat, dass mit Hilfe einer „ewig blutenden Grenze“, d.h. eines beweglichen „Walls“ von „Wehrbauern“, der „arischen Rasse“ die Möglichkeit einer ständigen „rassischen Erneuerung“ qua fortgesetzter Abhärtung gegeben werden sollte. „Wo immer auch unser Erfolg endet, er wird stets nur der Ausgangspunkt eines neuen Kampfes sein“, hatte Hitler in seinem „Zweiten Buch“ geschrieben (15) und damit auf die prinzipielle Unabgeschlossenheit des Krieges, die nicht still zu stellende Dynamik seiner darwinistischen Geschichtsauffassung verwiesen. Und nicht zuletzt die deutsche Besatzungspolitik, die nicht auf Kollaboration, sondern auf Ausrottung und Helotisierung orientiert war, musste notwendig zu einem gleichsam endlosen Kriegszustand führen.(16) Der von Richter empört behauptete „Verlust an Authentizität“ (S. 39) ist im Wesentlichen eben das: eine Behauptung.(17)

III. Stil und Haltung

Stilanalyse ist dort kein schulmeisterlicher Selbstzweck, wo sie zeigen kann, dass der Stil das Dargestellte verfälscht oder sachlogisch widersprüchlich präsentiert und den Leser unter Verzicht auf nachprüfbare Informationen zu manipulieren sucht. Stilanalyse ist dann immer auch Sachanalyse, wenn der Stil sich verselbständigt und mehr über die Haltung des Verfassers aussagt als über die verhandelte Sache.

Im bisherigen Verlauf meiner Replik habe ich bereits auf einige Mängel in der sprachlichen Gestaltung der Rezension Richters verwiesen: Durch Erwähnen meist wenig erheblicher, in der Regel miserabel recherchierter ‚Fakten‘ (Beispiel: Pläne zur Besetzung der Schweiz) und durch Unterdrücken und Verfälschen durchaus relevanter historischer wie spielerischer Momente (Beispiel: Diplomatie bzw. Möglichkeit eines UdSSR-Comebacks) arbeitet Vf. vielfach mit impliziten Unterstellungen, die einer ernsthaften Überprüfung nicht standhalten.

Wenn es richtig ist, dass Schreiben bedeutet, jemandem zu schreiben, dann wäre z.B. eine zentrale Abkürzung („ETO“; S. 34) zumindest an einer Stelle aufzulösen, statt sich (nicht nur hier) in die erwiesenermaßen unbegründete Pose des Kenners zu werfen. Ob dem Leser durch englische Satzfetzen vor Augen geführt werden muss, dass Vf. des Englischen mächtig ist? Wäre „Grenze des Deutschen Reiches“ nicht irgendwie besser gewesen als „Reichsgrenze“ (S. 35)? Passt „bei Adam und Eva“ (S. 36) als Umschreibung für den Überfall auf Polen bzw. das Jahr 1939? Wenn „die Einarbeitungszeit“ „nicht lange“ dauerte (s. 38), warum stand Vf. dann „erstmal wie der Ochs vorm Berg“ (ebenda)? Dann stand er nämlich „nicht lange“ dort und müsste sein Ochsen-Dasein nicht erwähnen. Es sei denn, es geht ihm neuerlich nur um Kritik um der Kritik willen. Oder um das Schinden von Zeilen. Dass der Zweite Weltkrieg tatsächlich im September 1939 begann (S. 35), ist ebenso „steif und auf Idiotensicherheit abzielend“ (S. 36) formuliert, wie Vf. dies dem Designer vorwirft: Wer im Glashaus sitzt, sollte sich im Dunkeln umziehen, Floskeln einer schier unerträglichen Arroganz („Fleißnote“, S. 36) tunlichst vermeiden und bei Gelegenheit lernen, dass „Schulnote[n]“ (!) nicht „auf“ einen „Aspekt“ (S. 39), sondern für eine Leistung vergeben werden (S. 39). Wo ist der Unterschied zwischen „als Spiel funktioniert es echt gut“ (ebenda) und „als Spiel funktioniert es“ – abgesehen von einem Schuss Teeniesprech („echt gut, Alter“), dessen Adaption in geschriebener Sprache immer lächerlich, dessen Mischung mit hochsprachlichen Wendungen binnen zweier Zeilen („Tribut zollen“, ebenda) noch ein bisschen lächerlicher ist. Wenn schließlich ein in wesentlichen Hinsichten operatives Strategiespiel „höchstens (!) auf operativer Ebene punkten“ kann (S. 39), dann verrät Vf., wo der Grund für sein abwertendes Urteil liegt: nicht im Spiel, sondern bloß in seiner Erwartungshaltung.

IV. Schluss

Wie bei wohl jedem Spiel, so gibt es auch bei „Unconditional Surrender“ Anlass zu mehr oder weniger schwergewichtiger Kritik. Hier wären u.a. die ungeschickte Verbindung von „Player Aid“ (Würfelmodifikatoren, Bewegungskosten usw.) mit dem „Rulebook“ zu nennen oder die nicht ganz plausible Tatsache, dass ein Eroberer von seinen Eroberungen kaum profitiert. B. Richters Besprechung jedoch ist in jeder Hinsicht untauglich: Sie gibt das Regelwerk missverständlich, schief oder verfälschend wieder, ohne dessen innovative Komponenten angemessen zu berücksichtigen; ihre Bezugnahmen auf den historischen Hintergrund sind weithin beschämend, weil sie einen nachgerade beklemmenden Mangel an Kenntnissen bezeugen. Und ihr Urteil ist nicht etwa (unvermeidlich) subjektiv, es ist nur subjektiv und willkürlich. Richter hätte sich – in seiner ‚Diktion‘ - auf ein „Find‘ ich echt nicht so toll“ beschränken sollen.

Anmerkungen und Nachweise

(1) Hierzu die kurze Darstellung bei J. Keegan, Der Zweite Weltkrieg (1989), Hamburg 2009, S. 75-78.
(2) Siehe in der erwähnten Arbeit von May etwa die statistischen Übersichten, S. 476-479.
(3) Diese und weitere Zahlen bei L. Gruchmann, Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik, München (1967; 3.Aufl.) 1974, S. 112.
(4) Siehe den knappen Abriss bei D. Vogel, „Deutschland und Südosteuropa. Von politisch-wirtschaftlicher Einflußnahme zur offenen Gewaltanwendung und Unterdrückung“, in: W. Michalka (Hg.), Der Zweite Weltkrieg. Analysen, Grundzüge, Forschungsbilanz, München, Zürich 1989, S. 532-550, hier: S. 538-541. Kurzzitat: J. Lukacs, The last European war. September 1939 – December 1941, New Haven, London 1976, S. 129.
(5) Hierzu Keegan, Der Zweite Weltkrieg, S. 488-498.
(6) In diesem Zusammenhang scheinen mir grundlegend: K. Urner, „Die Schweiz muss noch geschluckt werden!“ Hitlers Aktionspläne gegen die Schweiz. Zwei Studien zur Bedrohungslage der Schweiz im Zweiten Weltkrieg, Zürich 1990 sowie Ph. Marguerat, La Suisse face au IIIe Reich. Réduit national et dissuasion économique, 1940-1945, Lausanne 1991.
(7) Siehe etwa W. Jochmann (Hg.), Adolf Hitler – Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, München 1982, S. 366 (26.8.1942).
(8) Vgl. ebenda, S. 327 (5.8.1942).
(9) Vgl. hierzu ferner Vastas Ausführungen in den „Designer’s Notes“ im „Playbook“ (38.0), S. 48.
(10) Siehe u.a. N. Stone, The Eastern Front 1914-1917, London 1998 sowie den Artikel „Ostfront“ desselben Verfassers in: G. Hirschfeld, G. Krumeich, I. Renz (Hgg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Paderborn 2003, S. 762–764.
(11) Siehe das Playthrough von E. Viglino („Calandale“) unter der Adresse: http://www.boardgamegeek.com/video/47177/unconditional-surre...
(12) Welches langfristige Ziel Hitlers Expansionspolitik verfolgte, ist in der Forschung umstritten und kann an dieser Stelle selbstverständlich nicht geklärt werden; siehe als Überblick J. Thies, „Hitlers ‚Endziele‘: Zielloser Aktionismus, Kontinentalimperium oder Weltherrschaft?“, in: K.D. Bracher, M. Funke, H.-A. Jacobsen (Hgg.), Nationalsozialistische Diktatur 1933-1945. Eine Bilanz, Bonn 1983, S. 390-406. Zur mangelnden Konkretisierung des Ziels von „Barbarossa“ als eine der Ursachen für das Scheitern siehe ferner B.H. Liddell Hart, Les Généraux allemands parlent (1948), Paris 2011, S. 305-312.
(13) So Hitler in seiner „Weisung Nr. 21“, zitiert bei R.-D. Müller, G.R. Ueberschär, Hitlers Krieg im Osten 1941-1945. Ein Forschungsbericht, Darmstadt 2000, S. 30. Die Weisung ist online zugänglich unter der Adresse http://www.ns-archiv.de/krieg/1940/unternehmen-barbarossa-18...
(14) M. Burleigh, Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung, Frankfurt/Main (2.Aufl.) 2000, S. 565.
(15) Zitiert bei J. Fest, „Hitlers Krieg“, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 38 (1990), Heft 3, S. 359-373, hier. S. 360.
(16) So neuerdings wieder J. Hasenclever, Wehrmacht und Besatzungspolitik in der Sowjetunion. Die Befehlshaber der rückwärtigen Heeresgebiete 1941-1943, Paderborn 2010.
(17) Dass Hitler dem Vertrag von Brest-Litowsk im Gegensatz zu den Behauptungen Richters viel abgewinnen konnte, sei hier nur am Rande vermerkt; siehe W. Baumgart, „Brest-Litowsk und Versailles. Ein Vergleich zweier Friedensschlüsse“, in: Historische Zeitschrift 210 (1970), S. 583-619, insb. S. 590f. (mit weiteren Belegen).

Dr. R. Billermann, Singen, Januar 2015
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Marc Duquesne
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First of all, this is hardly a review, perhaps it´s a review of a review, or whatever?!

Second, it is unfair to post this without linking to the original article, so we could compare for ourselves.

Third, how about posting in English in an English-speaking forum? I suppose 90% of the international readers here don´t understand German.
 
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Salvatore Vasta
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Dannke, Roderich. Did you write this?

Below is a straight Google Translate version in English. It is not very good, but the meaning seems to come out in several places. My sense is the writer is defending USE from a negative review. I appreciate the defense of the game.

I'm also interested in the original review and where it was posted. It reads as though the person that wrote it does not do a lot of wargaming.

To the meeting as judge
of "Unconditional Surrender! World War 2 in Europe "(GMT; 2014)


initiation

Sometimes appear in the "lessons learned" unfortunately annoying meetings. B. Richter review attempt to "Unconditional Surrender" (inquest 64 [4/2014], p 34-39) is an unfortunate example in several ways. Neither the game nor its historical background is the author of justice. He leads the reader who lack professional knowledge at times misleading, guided by unreflective subjective assumptions and preferences and provides en passant a stylistic disaster.

First of all: Despite its objects are widely meetings necessary subjective; only if the reviewer indicates its valuation parameters and thus provides for debate, that subjectivity can turn into a 'relative' objectivity. Can criticize a meeting firstly by the criticism of these parameters, their implications, their professional scientific rigor and its application in the "ratings". On the other is to examine the extent to which a meeting - formulated theory of action - quite objectified "situation" of what is spoken properly taken into account, in this case: What is going to display the game and what does it represent? As interesting may be the question of whether it might not be something should represent different, little do they do with the case. As an aid to understanding: There is little profit to accuse an apple that he was not a pear.

First my brief analysis of, Meeting 'judge turns to the subject of scientific viewpoints to the Vf missed. And / or wrong is (I.) to ask then whether Vf. The intentions of the game design of "Unconditional Surrender" fair and the game is so correctly describes (II.). After a few signs to 'style' of the review (III.) I try a final assessment (IV.).

I (Incomplete) non-teaching notes

1. That done with the bloodless surrender of Denmark and the conquest of Oslo, the company "Weser Exercise" "" was (35), meets the essential facts: Only in Oslo pushed the German landing Associations significant resistance (including the sinking of the "Blücher" damage to the "Lützow"). On the level of abstraction of the game (see below) are a full fifteen days (18.4.-2. / 3.5.1940) permanent British operations in Central and Northern Norway irrelevant, since the aim of the Scandinavian campaign anyway primarily securing the German northern borders and the Swedish iron ore shipments was. (1)

2. That in France "Unconditional Surrender" to "strong presence" (p 35) or is the game about his Würfelmodifikatoren the French military unduly large thickness attach (p 37), as Vf. Asserts without explanation is wrong or false. In his pioneering study Strange Victory. Hitler's Conquest of France (London 2000), Ernest May so far mW unchallenged on the military strength, yes, in some areas, such as the heavy artillery superiority of France against Hitler Germany pointed out (2) and has named for the French defeat other factors, including the surprise of the "Sickle Cut", the lack of communication between (incompetent) French intelligence and (undecided) military-political leadership, etc. It seems not unreasonable, these forces relation by Würfelmodifikatoren from +2 (for German units) or +1 (for French units) to represent (37). On the other hand, it is a bit surprising (and, with respect to his arguments utterly absurd) how surprised Vf area shows its ability to subdue the in-game supposedly so strongly represented French ("doable ...", page 35).. A reflection on the simple fact that a historical element of surprise is always difficult to simulate, does not occur.

. 3. Unlike Vf insinuates, the output of the Balkan campaign, de facto was never "questionable" (page 35) and only a matter of time as the difficult terrain: So went in April 1941 344,000 Yugoslavs in German captivity, while on German page 151 casualties were lost (3) Greece was -. by hartnäckigerem resistance and larger German losses (500 deaths) - thrown down in just ten days, "the British presence there notwithstanding" (4). Although the pace of the campaign itself has baffled the military leadership of Hitler's Germany, but that, apparently still seems Vf here today to understand problems and approaches to criticism sees is difficult to understand.

4. The scenario "Mediterranean 1940-1942" will, as Vf. "His name does not quite live" (p 35), because it ausklammere the Allied invasion of North Africa (Operation "Torch"). Although Vf. In the same sentence (!) Concedes this operation is taken into account in a separate scenario, and also the "Playbook" (page 13) and the later "French North Africa campaign" already explicitly excludes, it should be noted that the major combat operations also date until the spring of 1943. (5) In addition to various naval battles between Italian and British associations (including the famous battle of Cape Matapan, the end of March 1941) was the "Mediterranean war" from 1940 to 1942 actually primarily in North Africa instead.

5. A conquest and occupation of Switzerland was never "serious consideration" of the "historical Axis powers". Says Vf here developed in the summer of 1940, plans for the so-called "Operation Tannenbaum", the course at any time -. First, given the organizational burden of the "Battle of Britain", later then in the course of preparations for the operation "Marita" and in particular "Barbarossa" - also came anywhere near realization. In addition, after the German-Swiss Trade Agreement of 07.09.1940 was a German interest in the integrity of the Swiss defense industry. (6) With his critically-turned accentuation ("inkonsistenterweise") of the German conquest plans will Vf. Obviously the much bandied failures Hitler against Switzerland on the glue, (7) the so-monochrome, however, were not derogatory. (8)

6. As regards judge omissions Company "Barbarossa" and his criticism of the given in "Unconditional Surrrender possibility of multiple collapse of the USSR will be even come back down to specific scientific problems.


II. Judge, description 'and' assessment 'of "Unconditional Surrender"

To judge reviewed adequately assess', must be stated at the outset that "Unconditional Surrender" wants to be. In Rulebook S. Vasta formulated this clearly at least two places:

"Unconditional Surrender! World War 2 in Europe (as referred by to USE) is a 2-4 player game covering strategic level World war Two's European Theater. [...]
USE is not a detailed study of WW2. It simulates relative force projection rather than actual quantities of men and equipment. You may not see at air or naval unit somewhere on the map, but does not mean did no plan or ships are there. Their impact is minimal It Means at the game's scale. "(" Rulebook ", 1.1, and 1.1.5, p 2f.)

USE will therefore be a strategic and operational simulation with a high level of abstraction - and only because the game is (initially) to measure. What judges no longer interested:

"Historical drama you should it [sc on the scenario for the company." Weser Exercise "RB] not promise, however USE is too abstract to represent details such as the voyage of the mountain troops commanded by the Royal Navy waters to Narvik (p.. 35) "

Aha. With naive audacity chalk Vf here the game the thing that he has a short while earlier referred to as tempting for him characteristic: the "unusual stacking limit of only one ground unit per hex" (p 34 - which, incidentally, is somewhat misleading. is formulated). . A game with this stacking limit, however, could only reflect the drifting ice floes in front of Narvik, if a hex approx 10sqm correspond to the real world and the card or about the size of Baden-Württemberg possessed (9) If a lack of atmosphere such notes - what legitimate in principle, with a view of the game, however, to be discussed is out of place - but then concedes the game conveys quite "operating feeling" (p 38), criticized to criticize. He can not be on the premises of a game designs, but is based on its very own needs, which could be described as having "detail in love Monster Game with no details" on judges. Given the ever silent abstraction level the game reproach that one could at imaginary noise rattling tank treads type and year not differentiate unfortunately, contradicts straight judge confessed, desire for less "troublesome [em] and time-consuming [em]" matches (page 34). Where criticism not only failed of its object, but even the self-imposed parameters, it is arbitrary. The same also applies to the judge doubts about that used in "Unconditional Surrender" Lambert projection, the only expressed but be justified with a single word (page 36). Or, for his is completely denying any reflection initiation, a not yet played by him (!) Scenario would be "given the high degree of abstraction" barely "feel authentic" (p.35). That wherever there is an irresolvable tension between abstraction and authenticity, S. Vasta has strongly expressed (eg "Playbook" 38.0, p 48), his critic but not understood.

Judge lack of understanding makes not stop here, but also covers the basics of each game meeting, the Department of rules. Where this 48-sided rules - apart from the cited from Richter and even one or two other places - "(!) (!) Every now and then interrupted by witty comments" are, is quite incomprehensible to the rest. And so "idiot-proof" as Judge smugly notes (p 36), said rules do not seem to be: With respect to the third scenario as he claims here should (among others) the UK be conquered (page 35). It is correct that (among other things) to collapse the UK (see "Playbook", 31.3.1, p. 11) - (. 13.2, p 34f) One look in the rule book certainly would have been enough to figure out that conquest and breakdown in "Unconditional Surrender" are by no means identical. Furthermore - I limit myself to representative examples - it says:

"Activation of armies costs production points. Naval and air units, however, gather with their missions" Sorties "in. The more you have of it, the worse they are fighting. A unit with six sorties should not be used anymore. Can through payment of production points per Turn to be removed up to two sorties. "(P 37)

At least that is misleading, because, for example, for the activation of air and naval units of production points are needed here and then the proper and logical sentence nonsensical perhaps to "contrast" point. Only in the air and naval combat fight these air and naval units corresponding to the number of their "Sorties" bad, soil air support about playing said "Sorties" no role. It is also not "per turn up to two sorties to be removed", but up to two "Sorties" per aircraft or Seeeinheit - quite apart from the question of how one has to imagine the process of "ablation".

These and other misconceptions, half-truths and errors corresponds to a remarkable blindness to the innovative and game-determining mechanisms of "Unconditional Surrender": Not a word about about the not insignificant fact that the counters have no numerical values and differ only in color - instead a complaint, the game come "despite (?) of the restrictive Stacking limits" "with 840 counters therefore" (page 36). No further explanation by the "Enemy Zones of Control" caused restrictions in particular and in the course of the activation of a ground unit ("Rulebook" 4.2.3.1, page 10) - instead vague mumblings, this "Zones of Control" were "powerful effect "(p.37). The very oriented to clarity handling of sea and air war judge acknowledged the blame, These kinds operations would find "quasi in a vacuum instead of" (p 38). Such examples of the expertise of the reviewers could enhance almost any size.

Particularly embarrassing it is when judges wanders into the big picture of the wargaming world: Where eg Is there - especially in view of the Second World War in Europe - a "currently popular card-driven point-to-point map-uniformity" (page 38)? "World War II: Barbarossa to Berlin" (GMT) in 2002 was first established, "Shifting Sands" (Multi-Man Publishing) from 2006 treated only North African campaign, "Crusade and Revolution" (Compass Games in 2013) only the civil war in Spain. The currently most prominent card driven games, the games of COIN-series (where the term "card driven" substantial differences adjusted) have nothing to do with the Second World War, yet they use a point-to-point map. In short, you are tricked with a flourish expert knowledge where only bias and half-truths are.

Considerable criticism of "Unconditional Surrender" brings Vf. Towards the end of his text (p 38f.) Before. He criticized the game
a.) could the "collapse of the Wehrmacht in 1944" does not adequately reflect (38) and failed
b.) as a strategic simulation with a view to "not just unimportant political dimension", ie in the "Rules for diplomacy and capitulations" (ibid).

a.) Frankly, I do not know how the gradual collapse of since mid-1944 on three fronts (east, west, Italy Front) fighting the German army significantly different to simulate, as S. Vasta does so in "Unconditional Surrender". That at this stage of the game the Eastern Front "less of the Second as the First World War" (ibid) remember or could remember firstly depends on the actions of the Western Allies in the game, on the other hand reflects this notice judge again by poor knowledge, this time (!). overlooking the course of the war of movement on the eastern theater of war in World War I (10), too, have neither I nor anyone I know players made the experience that the eastern Front in 1944, to a standstill - and, as a prominent Playthrough shows, even after several (!) collapse of the UDSs. (11) Because he once more his criticism solely by the attitude of the experts, but not substantiated arguments remains of the judge throw-off again a stale aftertaste of Arbitrary.

b) I see here first on making sure that the judge rules for the collapse of a country at least misleading reproduces (page 39, see "Rulebook", 13.2, page 34).. such a collapse is announced, especially for France and the USSR, in the longer term and thus has somewhat of a "golden goal" (ibid), quite regardless of this grotesquely skewed metaphor. Wants to (and can not) I do not judge the historical plausibility, but especially the playful relevance of a Soviet alliance with the Netherlands (ibid). Anyway criticized Vf. In his opinion, too little restrictive approach possible (alternative) alliance combinations (p 38f.) And this gives the false impression that a group could enable virtually any a "neutral country" and on their side. A more careful reading of the control section 12.14 ("Rulebook", p 39) and also inclusion of the so-called "Policies", ie, essentially the ever prevailing contractual situation ("Rulebook", p 39 and p 30-32), would can help Vf. to a more differentiated assessment. Similarly, it is not just "a few production points", the "loose make" a fraction must (38) to move a Neutral to enter the war. There are at least five, realistic (ie, facing the probability of drawing a corresponding Chit) but significantly more. And who has "Unconditional Surrender" played several times, who knows how close said production points are calculated and can be a double-edged sword as the activation of a neutral. . - Very sharp finally goes Vf with the possibility of repeated collapse and thus a comeback as the USSR into the court: "What did the Desinger [sic] thereby have thought ?!" (p 39)

This provocative question can the company "Barbarossa" was not only "a campaign of destruction (with the unambiguous goal then just a" destruction "relatively easily beantworten12) of the enemy), but also an attempt at implementing Hitler's" Ostprogramm "ie, conquest of "living space" and its "cover against Asiatic Russia on the general line Volga - Arkhangelsk", (13) ie the occupation of much of the European Soviet Union. What - as did the evacuation of Soviet heavy industry beyond the Urals - a comeback of the USSR in principle not only does not exclude, but with such calculated from the outset. This did e.g. Chief of Staff F. Halder, when he hired 1941 Considerations in early July, "as one could deny the Soviets permanently for a future revival (!) necessary economic resources." (14) Added to this was that with the help of an "eternal bleeding frontier" , ie a movable "Walls" by "armed peasants" who should be given the "Aryan race" the possibility of a permanent "racial renewal" qua continued resilience. "Wherever ends our success, he will always be only the starting point of a new struggle," Hitler had written in his "second book" (15) and thus on the principle incompleteness of war, not quiet as alternate momentum of its Darwinian conception of history referenced. And last but not least the German occupation policy, which was based not on collaboration, but to eradicate and Helotisierung had, necessarily lead to a quasi endless war. (16) The outraged alleged by judges' loss of authenticity "(page 39) is essentially just that.: an assertion (17)

III. Style and attitude

Style analysis, there is no pedantic end in itself, where it can be shown that the style distorts the sitter or properly presented logically contradictory and manipulate the reader waiving any verifiable information searches. Style analysis is then always technical analysis, if the style itself independent and learn more about the attitude of the writer says as on the negotiated deal.

So far in my reply I have already referred to some shortcomings in the linguistic structure of the review judge: By mentioning usually not very significant, usually miserable researched 'facts' (for example, plans to occupy the Switzerland) and by the suppression and falsification quite relevant historical and playful moments (for example, diplomacy or the possibility of a comeback USSR) works Vf often implicit assumptions that do not stand up to serious examination..

If it is true that writing is to write someone, for example, would be at least dissolve in one place, instead of (not just here) to throw in the proven unfounded pose of the connoisseur, a key shortcut (p 34 "ETO"). Whether the reader should be made aware by English sentence fragments that Vf. Of English is powerful? Would "limit the German Empire" somehow not have been better as a "frontier" (page 35)? Fits "Adam and Eve" (p 36) as a circumlocution for the invasion of Poland and the 1939? If "training time" "not long" lasted (s. 38), why was Vf. Then "first as the ox in front of the mountain" (ibid)? Then he stood namely "not long" and there would not mention his ox-existence. Unless he is concerned again just to criticism for the sake of criticism. Or to the stalling of rows. That the Second World War actually in September 1939 began (35), is as "stiff and aiming at idiots Security" (page 36) formulated as Vf this accuses the designer. People who live in glass house should change clothes in the dark, avoid clichés an almost unbearable arrogance ("diligence Note", p 36) as far as possible and learn on occasion that "school mark [s]" (!) not assigned "to" a "aspect" (p 39), but for a performance (p 39). What is the difference between "as a game it works really well" (ibid) and "as a game it works" - apart from a shot teen talk ("really good age"), whose adaptation in written language always ridiculous, its mixture with high linguistic expressions within two lines ("pay tribute", ibid) is a bit ridiculous. Finally, when operating in essential respects strategy game "(!) More than at the operational level points" can (39), then betrays Vf, where the reason for his derogatory judgment is. Not in the game, but only in its expectations.

IV. Final

As with most every game, so it is also in "Unconditional Surrender" rise to more or less heavyweight criticism. This would, inter alia, with the "Rulebook" to mention the awkward combination of "Player Aid" (Würfelmodifikatoren, moving costs, etc.) or are not quite plausible fact that a conqueror hardly benefited from his conquests. B. Richter meeting but is unsuitable in any way: You are the rules misleading, wrong or falsifying again without considering its innovative components appropriate; their references to the historical background are well shameful because they witness a nigh oppressive lack of knowledge. And their judgment is not about (inevitable) subjective, it is only subjective and arbitrary. Judges would have been - in his' diction '- a "Find' I really do not so great" to restrict.

Comments and evidence

(1) In this short presentation at J. Keegan, The Second World War (1989), Hamburg 2009, pp 75-78.
(2) See in the mentioned work by May about the statistical overviews, pp 476-479.
(3) These and other figures in L. Gruchmann, The Second World War. War and politics, Munich (1967; 3rd ed.) 1974, p 112th
(4) See the brief summary in D. Bird, "Germany and South-Eastern Europe. Of political and economic influence to open violence and oppression ", in: W. Michalka (ed.), The Second World War. Analysis, fundamentals, Research Results, Munich, Zurich 1989, pp 532-550, here: p 538-541. Short Quote: J. Lukacs, The last was European. September 1939 - December 1941 New Haven, London 1976, p. 129
(5) It Keegan, The Second World War, pp 488-498.
(6) In this context, it seems to me fundamentally K. Uri, "Switzerland has yet to be swallowed!" Hitler's action plans against Switzerland. Two studies on the threats to Switzerland during World War II, Zurich 1990 and Ph. Marguerat, La Suisse face au IIIe Reich. Réduit national économique et dissuasion, 1940-1945, Lausanne 1991st
(7) See, for example Jochmann W. (ed.), Adolf Hitler - monologues at Hitler's headquarters from 1941 to 1944, Munich 1982, p 366 (26/08/1942).
(8) See ibid., P 327 (5.8.1942).
(9) See, this also Vastas versions in the "Designer's Notes" in the "Playbook" (38.0), p. 48
(10) See, inter alia, N. Stone, The Eastern Front 1914-1917, London, 1998, and the article "Eastern Front" by the same author in: G. Hirschfeld, G. Krumeich, Renz I. (eds.): Encyclopedia World War I, Paderborn 2003, p 762- 764th
(11) See the playthrough of E. Viglino ("Calandale") at the address: http: //www.boardgamegeek.com/video/47177/unconditional-surre ...
(12) What long-term goal pursued Hitler's expansionist policy is controversial in research and can not be resolved, of course, at this point; see an overview J. Thies, "Hitler's ultimate goals? ': target Loser activism, continental empire or world domination", in: KD Bracher, M. Funke, H.-A. Jacobsen (eds.), National Socialist dictatorship from 1933 to 1945. A balance sheet, Bonn 1983, pp 390-406. For lack of specification of the objective of "Barbarossa" as one of the causes for the failure, see also BH Liddell Hart, Les Généreaux allemands parlent (1948), Paris 2011, pp 305-312.
(13) So Hitler in his "instruction no. 21", quoted in R.-D. Müller, G. R. Ueberschär, Hitler's War in the East 1941-1945. A research report, Darmstadt 2000, page 30. The transfer is available online at http: //www.ns-archiv.de/krieg/1940/unternehmen-barbarossa-18 ...
(14) M. Burleigh, The era of National Socialism. An overall presentation, Frankfurt / Main (2nd ed.) 2000, p 565th
(15) Quoted in J. hard, "Hitler's War", in: Quarterly Journal of Contemporary History 38 (1990), No. 3, pp 359-373, here. S. 360th
(16) Thus, renewed and J. Hasenclever, Wehrmacht and occupation policy in the Soviet Union. The commander of the army rear areas 1941-1943, Paderborn of 2010.
(17) The fact that Hitler could abgewinnen the Treaty of Brest-Litovsk contrary to the assertions judge much, it should be noted here only in passing; see W. Baumgart, "Brest-Litovsk and Versailles. A comparison of two peace treaties ", in: Historical Journal 210 (1970), pp 583-619, especially p 590f.. (with other documents).

Dr. R. Biller man, singing, January 2015
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MarcCDuquesne wrote:

Third, how about posting in English in an English-speaking forum? I suppose 90% of the international readers here don´t understand German.


That may be true, but I bet 100% of the German readers here do understand it.

Sal
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Chris Seidler
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svasta wrote:
MarcCDuquesne wrote:

Third, how about posting in English in an English-speaking forum? I suppose 90% of the international readers here don´t understand German.


That may be true, but I bet 100% of the German readers here do understand it.

Sal


Confirmed!
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Roderich Billermann
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The original review has been published in "Die Manöverkritik" (4/2014, pp. 34-39), a quarterly Journal. Its conclusions and insinuations being simply ridiculous, I wrote this text - which the editorial staff refused to publish for being too "subjective"...
 
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German,Italian,English,Dutch and Russian language will work just fine also
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RoderichAugust wrote:
The original review has been published in "Die Manöverkritik" (4/2014, pp. 34-39), a quarterly Journal. Its conclusions and insinuations being simply ridiculous, I wrote this text - which the editorial staff refused to publish for being too "subjective"...


Subjective? As opposed to the original review?

Oh well, that's fine. Not everyone will like the game. Thanks for posting.

Sal
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Harry Bosch
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In honour of the brave crew of Hr.Ms. Java 27-02-1942 † Battle of the Java Sea
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I'm Dutch and I understand 95% of it.
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Juhan Voolaid
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RoderichAugust wrote:
The original review has been published in "Die Manöverkritik" (4/2014, pp. 34-39), a quarterly Journal. Its conclusions and insinuations being simply ridiculous, I wrote this text - which the editorial staff refused to publish for being too "subjective"...


Can you write it in English too? Looks like a very thorough analysis.
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Jason Tremblay
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So a guy that does not have much understanding of the game writes his own opinionated and subjective review, however you write a counter argument to this persons assumptions on the game and are denied your voice? Seems to me like that journal has an agenda.
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Reinhard Mueller
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svasta wrote:
Dr. R. Biller man, singing, January 2015

That's the best part of the translation!
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Chris Seidler
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etagimbo wrote:
svasta wrote:
Dr. R. Biller man, singing, January 2015

That's the best part of the translation!


Did'nt notice that! Thank you and take some GG!
 
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Thomas Moder
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As the president of the German wargame association GHS (Gesellschaft für historische Simulation) I need to make a statement in defense of our editorial staff and our association itself.

In issue no. 64 of our quaterly magazine "Die Manöverkritik" we published a review of "Unconditional Surrender" by our member Benjamin Richter. In response of this article Roderich Billermann asked us to publish his letter to the editor in one of the next issues. Our editorial staff declined this mainly because of two reasons: first of all our magazine is for game reviews and not a discussion forum (therefor we have our online forum where all our members can bring up such topics). Secondly the whole letter is written in a very harsh tone which comes very near to affront the author. We do not tolerate this from any of our members.

So we offered Roderich Billermann the following options:

- to write an own objective review of the game which we would publish in one of our next issues

- to forward his letter to the author Benjamin Richter so that he could discuss the matter with him directly

- to use our online forum to critizise the review there

Unfortunately Roderich Billermann has chosen none of this possibilities (yet). Instead he has published his letter here on BBG without giving the author a chance to response. I'm distressed that one of our members is trying to settle a dispute (?) with another member in this way.

The GHS is open to all opinions as long as they are not offending somebody. So we still would like to publish a game review by Roderich Billermann if he wants to write one (or anyone here on BGG).

By the way you can find the original article here:

http://www.ghs-kosim.de/forxum/viewtopic.php?f=13&t=151&p=27...

You can contact me directly at vorstand@ghs-kosim.de if you have any questions concerning this matter.

Thomas Moder, President of the GHS e.V.

P.S. We hold the electronic correspondence to prove the facts mentioned before.
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Roderich Billermann
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mbmbmbmbmb
Dear Thomas,

you'll have my review of "Unconditional Surrender" within a week or two.
You won't like it either.
Then we will see the worth of your words.

RB
 
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Salvatore Vasta
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mbmbmbmbmb
Please let us keep the focus of the comments related to the game and not each other.

Thank you.

Sal
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Benjamin Richter
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Thank you, Sal, that's exactly what I'm intending to do. I've commented on Dr. Billerman's text and am sorry that I don't have the time to translate this into English. Your translation program might help you again.

Let me just assure you that my review was not an entirely negative one. I liked some features of your game and disliked others. Overall I gave you a "school grade" of 2-3 (in Germany, 1 is best and 6 is worst). I appreciate and admire the effort that has obviously been put into USE.

Best regards,

Benny



Sehr geehrter Herr Dr. Billermann,

Sie erwecken den Eindruck, als handle es sich bei meiner Rezension um einen Verriss. Da dies nicht stimmt und ich über das Spiel zu einem gemischten Urteil gekommen bin, kann ich die Vehemenz, mit der Sie es verteidigen, nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht kann ich das ein oder andere Ihrer Argumente widerlegen.



Zur Besprechung B. Richters
von „Unconditional Surrender! World War 2 in Europe“ (GMT; 2014)


Einleitung

Bisweilen erscheinen in der „Manöverkritik“ leider ärgerliche Besprechungen. B. Richters Rezensionsversuch zu „Unconditional Surrender“ (Manöverkritik 64 [4/2014], S. 34-39) ist ein in mehrfacher Hinsicht bedauerliches Beispiel. Weder dem Spiel noch seinem historischen Hintergrund wird der Verfasser gerecht. Er führt den fachunkundigen Leser streckenweise in die Irre, lässt sich von unreflektierten subjektiven Vorannahmen und Vorlieben leiten und liefert en passant ein stilistisches Desaster.

Vorweg: Ungeachtet ihrer Gegenstände sind Besprechungen notwendig weithin subjektiv; erst wenn der Rezensent seine Bewertungsparameter angibt und somit zur Debatte stellt, kann jene Subjektivität umschlagen in eine ‚relative‘ Objektivität. Kritisieren lässt sich eine Besprechung zum einen durch die Kritik dieser Parameter, ihrer Implikationen, ihrer fachwissenschaftlichen Exaktheit und ihrer Applikation bei der „Benotung“. Zum anderen ist zu untersuchen, inwiefern eine Besprechung die – handlungstheoretisch formuliert – durchaus objektivierbare „Situation“ des Besprochenen angemessen berücksichtigt, hier also: Was will das Spiel darstellen und was stellt es dar? So interessant die Frage sein mag, ob es nicht vielleicht etwas anderes darstellen sollte, so wenig tut sie zur Sache. Als Verständnishilfe: Es ist wenig gewinnbringend, einem Apfel vorzuwerfen, er sei keine Birne.

Das stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit. Wenn Sie eine Rezension schreiben, müssen Sie berücksichtigen, dass nicht jeder Ihrer Leser das Spiel kennt und dass nicht jeder, der seinen Kauf erwägt, vorher Rulebook und Playbook liest. Als Rezensent halte ich es für meine Pflicht, uninformierte Leser darüber aufzuklären, was sie von einem Spiel erwarten dürfen und was nicht. Damit ist noch keine Wertung verbunden. Später mehr zu diesem Thema.

Meine knappe Analyse der ‚Besprechung‘ Richters wendet sich zunächst den fachwissenschaftlichen Gesichtspunkten zu, die Vf. verfehlt und/oder schief darstellt (I.), um dann zu fragen, ob Vf. den Intentionen des Spiel-Designs von „Unconditional Surrender“ gerecht wird und das Spiel also korrekt beschreibt (II.). Nach einigen Hinweisen zum ‚Stil‘ der Rezension (III.) versuche ich eine abschließende Bewertung (IV.).

I. (Unvollständige) fachwissenschaftliche Anmerkungen

1. Dass mit der kampflosen Kapitulation Dänemarks und der Eroberung Oslos das Unternehmen „Weserübung“ „erledigt“ war (S. 35), entspricht den wesentlichen Tatsachen: Nur bei Oslo stießen die deutschen Landungsverbände auf nennenswerten Widerstand (u.a. Versenkung der „Blücher“, Beschädigung der „Lützow“). Auf dem Abstraktionsniveau des Spieles (s.u.) sind die ganze fünfzehn Tage (18.4.–2./3.5.1940) dauernden britischen Operationen in Mittel- und Nordnorwegen irrelevant, zumal das Ziel des Skandinavien-Feldzuges ohnehin in erster Linie die Sicherung der deutschen Nordgrenzen und der schwedischen Eisenerzlieferungen war.(1)

Das sehe ich anders. Das Unternehmen Weserübung hatte verschiedene Ziele. Die Sicherung der schwedischen Eisenerz-Transporte über Narvik war nur eines davon, dessentwegen Nordnorwegen eine hohe strategische Bedeutung hatte. Dort fanden ebenfalls heftige Kämpfe statt.

2. Dass Frankreich in „Unconditional Surrender“ zu „stark repräsentiert“ (S. 35) sei bzw. das Spiel über seine Würfelmodifikatoren dem französischen Militär ungebührlich große Stärke beimesse (S. 37), wie Vf. ohne nähere Begründung behauptet, ist schief oder falsch. In seiner wegweisenden Studie Strange Victory. Hitler’s Conquest of France (London 2000) hat Ernest R. May bislang m.W. unwidersprochen auf die militärische Stärke, ja, in einigen Bereichen wie z.B. der schweren Artillerie Überlegenheit Frankreichs gegenüber Hitlerdeutschland hingewiesen (2) und für die französische Niederlage andere Faktoren namhaft gemacht, u.a. das Überraschungsmoment des „Sichelschnitts“, die unzureichende Kommunikation zwischen (inkompetentem) französischem Geheimdienst und (unentschlossener) militärisch-politischer Führung usw. Es erscheint keineswegs unangemessen, diese Kräfterelation durch Würfelmodifikatoren von +2 (für deutsche Einheiten) bzw. +1 (für französische Einheiten) zu repräsentieren (S. 37). Andererseits überrascht es ein wenig (und ist mit Bezug auf seine eigenen Ausführungen schlechterdings widersinnig), wie überrascht Vf. sich von der Möglichkeit zeigt, die im Spiel vermeintlich so stark repräsentierten Franzosen zu unterwerfen („durchaus machbar…“; S. 35). Eine Reflexion auf den simplen Umstand, dass ein historisches Überraschungsmoment stets schwer zu simulieren ist, findet nicht statt.

Bitte zitieren Sie mich korrekt. Ich habe geschrieben, dass Frankreich "relativ stark repräsentiert" sei, nicht "zu stark".

Es stimmt zwar, dass die Franzosen gut ausgebildet und ausgerüstet waren, allerdings ließ ihre Moral zumindest in den ersten Wochen des Feldzugs zu wünschen übrig. Meines Erachtens hätten sich Polen oder Russen mit ihrem erbitterten Widerstand eher ein +1 verdient gehabt. Und was Faktoren wie "u.a. das Überraschungsmoment des „Sichelschnitts“, die unzureichende Kommunikation zwischen (inkompetentem) französischem Geheimdienst und (unentschlossener) militärisch-politischer Führung" angeht - könnte man die nicht zumindest teilweise bei Vergabe der Würfelmodifikatoren berücksichtigen?

Den "Widersinn", den Sie bei mir entdeckt haben wollen, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Frankreich ist in USE relativ (zu anderen Spielen und zur Realität) stark, dennoch kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Deutschen es früher oder später überwinden werden, wenn sie das wollen. Danach müssen sie sich in USE nur noch eingraben und die Stellung halten, um in USE zu gewinnen. Das ist nicht wirklich ein Anreiz für Seelöwe oder Barbarossa, zumal England und Russland ohnehin nicht wirklich niedergeworfen werden können.


3. Anders als Vf. insinuiert, war der Ausgang des Balkan-Feldzuges de facto nie „fraglich“ (S. 35) und nur eine Frage der Zeit wie des schwierigen Geländes: So gingen im April 1941 344.000 Jugoslawen in deutsche Gefangenschaft, während auf deutscher Seite 151 Gefallene zu beklagen waren.(3) Griechenland wurde – nach hartnäckigerem Widerstand und größeren deutschen Verlusten (ca. 500 Tote) - in nur zehn Tagen niedergeworfen, „the British presence there notwithstanding“(4). Zwar hat das Tempo des Feldzuges selbst die militärische Führung Hitlerdeutschlands verblüfft, dass aber Vf. hier offenbar heute noch Verständnisprobleme zu haben scheint und Ansätze für eine Kritik sieht, ist kaum nachvollziehbar.

Ich bin nicht der Meinung, dass der Ausgang des Balkan-Feldzugs realiter fraglich gewesen sei und "insinuiere" dies auch nirgendwo. Ich konstatiere in meiner Rezension, dass in USE klar ist, wie er ausgeht, nur nicht wann. Vielleicht hätte ich noch explizit dazuschreiben sollen, dass USE darin korrekt ist. Vielleicht sollte man als Leser aber auch nicht Aussagen in meinen Text hineininterpretieren, die nicht darin stehen.

4. Das Szenario „Mediterranean 1940-1942“ werde, so Vf., „seinem Namen nicht ganz gerecht“ (S. 35), weil es die alliierte Invasion in Nordafrika (Operation „Torch“) ausklammere. Obgleich Vf. im selben Satz (!) konzediert, diese Operation werde in einem gesonderten Szenario berücksichtigt, und auch das „Playbook“ (S. 13) die spätere „French North Africa campaign“ schon explizit ausschließt, bleibt anzumerken, dass die wesentlichen Kampfhandlungen auch erst in das Frühjahr 1943 datieren.(5) Abgesehen von diversen Seegefechten zwischen italienischen und britischen Verbänden (u.a. die bekannte Schlacht von Kap Matapan, Ende März 1941) fand der „Mittelmeer-Krieg“ 1940-1942 tatsächlich primär in Nordafrika statt.

Wieso heißt das Szenario dann nicht einfach "North Africa 1940-1942"? Lesen Sie doch mal Douglas Porch, "The Path to Victory", dann können Sie sehen, was in diesen drei Jahren alles im Mittelmeerraum passiert ist.

5. Eine Eroberung und Besetzung der Schweiz wurde von den „historischen Achsenmächten“ nie „ernsthaft erwogen“. Vf. meint hier die im Sommer 1940 erarbeiteten Pläne für die sogenannte Operation „Tannenbaum“, die freilich zu keinem Zeitpunkt – zunächst angesichts der organisatorischen Belastungen durch die „Luftschlacht um England“, späterhin dann im Zuge der Vorbereitungen für die Operationen „Marita“ und insbesondere „Barbarossa“ - auch nur in die Nähe der Realisierung gerieten. Außerdem bestand nach dem deutsch-schweizer Handelsabkommen vom 9.7.1940 ein deutsches Interesse an der Unversehrtheit der schweizerischen Rüstungsindustrie.(6) Mit seiner kritisch gewendeten Akzentuierung („inkonsistenterweise“) der deutschen Eroberungspläne geht Vf. offensichtlich den vielfach kolportierten Ausfällen Hitlers gegen die Schweiz auf den Leim,(7) die freilich so monochrom abfällig nicht waren.(8)

Warum kann in USE jedes Land angegriffen werden, nur die Schweiz nicht? Da ich dafür keine historische Begründung finde (der Designer liefert auch keine), nenne ich das inkonsistent.

6. Hinsichtlich Richters Auslassungen zum Unternehmen „Barbarossa“ bzw. seiner Kritik an der in „Unconditional Surrrender gegebenen Möglichkeit eines mehrfachen Zusammenbruchs der UdSSR wird unten auf fachwissenschaftliche Probleme noch zurückzukommen sein.


II. Richters ‚Beschreibung‘ und ‚Einschätzung‘ von „Unconditional Surrender“

Um Richters ‚Bewertung‘ angemessen beurteilen zu können, muss eingangs festgehalten werden, was „Unconditional Surrender“ sein möchte. Im Regelheft hat S. Vasta dies an mindestens zwei Stellen unmissverständlich formuliert:

"Unconditional Surrender! World War 2 in Europe (referred to as USE) is a 2-4 player strategic level game covering World war Two’s European Theater. […]
USE is not a detailed study of WW2. It simulates relative force projection rather than actual quantities of men and equipment. You may not see an air or naval unit somewhere on the map, but that does not mean no planes or ships are there. It means their impact is minimal at the game’s scale." („Rulebook“, 1.1 und 1.1.5, S. 2f.)

USE will also eine strategisch-operative Simulation mit einem hohen Abstraktionsgrad sein – und nur daran ist das Spiel (zunächst) zu messen. Was Richter nicht weiter interessiert:

"Historische Dramatik sollte man sich davon [sc. vom Szenario zum Unternehmen „Weserübung“; R.B.] allerdings nicht versprechen. USE ist zu abstrakt, um Einzelheiten wie die Fahrt der Gebirgsjäger durch von der Royal Navy beherrschte Gewässer nach Narvik abzubilden. (S. 35)"

Sie würden sich das Leben leichter machen, wenn Sie nicht in jeder meiner Feststellungen eine Kritik an USE sähen. Ich habe alle Szenarien vorgestellt und wollte falschen Vorstellungen bei uninformierten Lesern vorbeugen. Ich habe durchaus darüber informiert, dass USE ein recht abstraktes Spiel ist und Detailtreue nicht leisten kann. Das ist aber doch nicht negativ gemeint! Wer auch nur ein bisschen Ahnung von Kosims hat, weiß, dass keines allen Ansprüchen gerecht werden kann.

Aha. Mit naiver Unverfrorenheit kreidet Vf. hier dem Spiel das an, was er kurz zuvor noch als für ihn verlockendes Charakteristikum bezeichnet hat: das „ungewöhnliche Stacking Limit von nur einer Ground Unit pro Hex“ (S. 34 – was, nebenbei gesagt, etwas irreführend formuliert ist). Ein Spiel mit diesem Stacking Limit könnte jedoch die vor Narvik treibenden Eisschollen nur abbilden, wenn einem Hexfeld ca. 10qm der realen Welt entsprächen und die Karte also etwa die Größe Baden-Württembergs besäße.(9) Wer solch einen Mangel an Atmosphäre konstatiert – was prinzipiell legitim, mit Blick auf das zu besprechende Spiel indes deplatziert ist –, andererseits aber zugesteht, das Spiel vermittle durchaus „ein operatives Feeling“ (S. 38), kritisiert, um zu kritisieren. Er lässt sich nicht auf die Prämissen des Spiel-Designs ein, sondern geht von seinen ureigenen Bedürfnissen aus, die sich bei Richter etwa mit „detailverliebtes Monstergame ohne Details“ beschreiben ließen. Angesichts des nie verschwiegenen Abstraktionsgrades dem Spiel vorzuwerfen, man könne beim imaginären Geräusch rasselnder Panzerketten Typ und Baujahr leider nicht differenzieren, widerspricht geradewegs Richters eingestandenem Verlangen nach weniger „mühsam[em] und zeitaufwändig[em]“ Spielen (S. 34). Wo Kritik nicht nur ihren Gegenstand, sondern sogar die selbstgesetzten Parameter verfehlt, wird sie beliebig.

"Naiv" UND "unverfroren"? Das passt irgendwie nicht zusammen, finden Sie nicht?

Dasselbe gilt auch für Richters Zweifel an der in „Unconditional Surrender“ verwendeten Lambert-Projektion, die nur geäußert, aber mit keinem Wort begründet werden (S. 36). Oder für seinen sich vollends jeglicher Reflexion verweigernden Anwurf, ein von ihm noch nicht gespieltes (!) Szenario werde sich „angesichts des hohen Abstraktionsgrades“ kaum „authentisch anfühlen“ (S. 35). Dass zwischen Abstraktionsgrad und Authentizität immer und überall eine unaufhebbare Spannung besteht, hat S. Vasta nachdrücklich bekundet (u.a. „Playbook“ 38.0, S. 48), sein Rezensent jedoch nicht nachvollzogen.

Was Lambert angeht, ist auch dies eine Feststellung, keine Kritik. Ich habe sogar gelobt, dass das mal eine Abwechslung sei. Aber zugegeben: Über ein Szenario, das ich nicht gespielt habe, eine Prognose zu wagen, hätte ich wohl besser gelassen.

Richters Unverständnis macht hier leider nicht Halt, sondern erstreckt sich auch auf das Einmaleins jeder Spiel-Besprechung, das Referat der Regeln. Wo diese 48seitigen Regeln – abgesehen von der bei Richter zitierten und noch ein, zwei weiteren Stellen - „immer (!) mal wieder (!) von launigen Kommentaren unterbrochen“ werden, ist im übrigen ganz unerfindlich. Und so „idiotensicher“, wie Richter süffisant anmerkt (S. 36), scheinen besagte Regeln auch nicht zu sein: Mit Bezug auf das dritte Szenario etwa behauptet er, hier solle (u.a.) Großbritannien erobert werden (S. 35). Korrekt ist, dass (u.a.) Großbritannien zusammenbrechen soll (vgl. „Playbook“, 31.3.1, S. 11) – ein einziger Blick in das Regelheft (13.2, S. 34f.) freilich hätte genügt, um herauszufinden, dass Eroberung und Zusammenbruch in „Unconditional Surrender“ durchaus nicht identisch sind. Des weiteren – ich beschränke mich auf repräsentative Beispiele – heißt es:

Punkt für Sie: Die Briten müssen nur kollabieren.

"Die Aktivierung von Armeen kostet Produktionspunkte. See- und Lufteinheiten hingegen sammeln mit ihren Einsätzen „Sorties“ an. Je mehr sie davon haben, desto schlechter kämpfen sie. Eine Einheit mit sechs Sorties darf nicht mehr eingesetzt werden. Durch Bezahlung von Produktionspunkten können pro Turn bis zu zwei Sorties abgetragen werden." (S. 37)

Das ist zumindest irreführend, weil z.B. für die Aktivierung von Luft- und Seeeinheiten keine Produktionspunkte nötig sind, worauf das hier sach- und satzlogisch unsinnige „hingegen“ vielleicht hinweisen soll.

Ja, genau darauf soll das keineswegs satzunlogische "hingegen" hinweisen.

Einzig im Luft- und Seekampf kämpfen diese Luft- und Seeeinheiten entsprechend der Anzahl ihrer „Sorties“ schlechter, bei der Bodenunterstützung aus der Luft etwa spielen besagte „Sorties“ keinerlei Rolle. Es können auch nicht „pro Turn bis zu zwei Sorties abgetragen werden“, sondern bis zu zwei „Sorties“ pro Luft- oder Seeeinheit – ganz abgesehen von der Frage, wie man sich den Vorgang des „Abtragens“ vorzustellen hat.

Ich sehe es nicht als Aufgabe eines Rezensenten, die Regeln abzuschreiben, sondern sie zusammenzufassen, um den Lesern einen ersten Eindruck zu vermitteln. Mit der Zusammenfassung geht zwangsläufig eine Vereinfachung einher. Wer sich dann für die vollständigen und exakten Regeln interessiert, kann sie auf der Seite von GMT nachlesen.

Solchen und anderen Missverständnissen, Halbwahrheiten und Fehlern korrespondiert eine bemerkenswerte Blindheit für die innovativen wie spielbestimmenden Mechanismen von „Unconditional Surrender“: Kein Wort etwa über die nicht unbedeutende Tatsache, dass die Counter keinerlei Zahlenwerte aufweisen und sich nur farblich unterscheiden - statt dessen eine Rüge, das Spiel komme „trotz (?) des restriktiven Stacking Limits“ „mit 840 Countern daher“ (S. 36). Keine nähere Erläuterung der durch „Enemy Zones of Control“ verursachten Restriktionen bei und insbesondere im Verlaufe der Aktivierung einer Bodeneinheit („Rulebook“, 4.2.3.1, S. 10) – statt dessen vages Geraune, diese „Zones of Control“ seien „wirkungsmächtig“ (S. 37). Die ganz auf Übersichtlichkeit orientierte Handhabung des See- und Luftkriegs quittiert Richter mit dem Tadel, solcherlei Operationen fänden „quasi im luftleeren Raum statt“ (S. 38). Derartige Beispiele für die Kompetenz des Rezensenten ließen sich fast beliebig erweitern.

Dass USE innovative Mechanismen aufweist, habe ich an mehreren Stellen lobend erwähnt. Ebenso, dass die Zahl der Bewegungspunkte standardisiert ist. Wie die Counter aussehen, ist den Fotos zu entnehmen. Und ja: Ich finde, dass 840 Counter eine Menge Holz für ein Spiel sind, das so abstrakt ist.

Besonders peinlich wird es, wenn Richter ins Große und Ganze der Wargame-Welt abschweift: Wo z.B. gibt es – gerade mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg in Europa - einen „derzeit weitverbreiteten Card-driven-point-to-point-map-Einheitsbrei“ (S. 38)? „World War II: Barbarossa to Berlin“ (GMT) wurde 2002 erstmals aufgelegt, „Shifting Sands“ (Multi-Man Publishing) aus dem Jahr 2006 behandelt nur den Nordafrika-Feldzug, „Crusade and Revolution“ (Compass Games; 2013) nur den Bürgerkrieg in Spanien. Die aktuell prominentesten Card driven Games, die Spiele der COIN-Serie (wobei die Bezeichnung „Card driven“ wesentliche Differenzen verstellt), haben weder mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun, noch verwenden sie eine Point-to-Point-Map. Kurzum: Hier wird mit großer Geste Expertentum vorgegaukelt, wo nur Voreingenommenheit und Halbwissen sind.

Auch wenn diese Spiele ihren Zenit überschritten zu haben scheinen, gibt es noch immer viele davon. Im Übrigen war auch dies als Lob für die Kreativität des USE-Designers gemeint.

Erhebliche Kritik an „Unconditional Surrender“ bringt Vf. gegen Ende seines Textes (S. 38f.) vor. Er kritisiert, das Spiel
a.)könne den „Zusammenbruch der Wehrmacht 1944“ nicht adäquat abbilden (S. 38) und versage
b.)als strategische Simulation mit Blick auf die „nicht gerade unwichtige politische Dimension“, d.h. bei den „Regeln für Diplomatie und Kapitulationen“ (ebenda).

a.) Offen gestanden weiß ich nicht, wie man den sukzessiven Zusammenbruch des seit Mitte 1944 an drei Fronten (Ost-, West-, Italienfront) kämpfenden deutschen Heeres nennenswert anders simulieren soll, als S. Vasta dies in „Unconditional Surrender“ tut. Dass in dieser Phase des Spiels die Ostfront „weniger an den Zweiten als an den Ersten Weltkrieg“ (ebenda) erinnere oder erinnern könne, hängt zum einen ab vom Vorgehen der Westalliierten im Spiel, zum anderen zeugt dieser Hinweis Richters neuerlich von mangelhaften Kenntnissen, diesmal mit Blick auf den Verlauf des Bewegungskrieges (!) auf dem östlichen Kriegsschauplatz im Ersten Weltkrieg.(10) Auch habe weder ich selbst noch andere mir bekannte Spieler die Erfahrung gemacht, dass die Ostfront 1944 zum Stillstand kommt – und dies, wie ein prominentes Playthrough zeigt, sogar nach mehrmaligem (!) Zusammenbruch der UdSS.(11) Weil er seine Kritik einmal mehr allein durch die Attitüde des Experten, nicht aber argumentativ untermauert, bleibt von Richters Anwurf erneut ein schaler Beigeschmack des Willkürlichen.

b.) Ich sehe hier zunächst davon ab, dass Richter die Regeln für den Zusammenbruch eines Landes zumindest missverständlich wiedergibt (S. 39, vgl. „Rulebook“, 13.2, S. 34); ein solcher Zusammenbruch kündigt sich, zumal für Frankreich oder die UdSSR, längerfristig an und hat somit wenig von einem „Golden Goal“ (ebenda), ganz ungeachtet dieser grotesk schiefen Metapher. Auch will (und kann) ich die historische Plausibilität, insbesondere aber die spielerische Relevanz eines sowjetischen Bündnisses mit den Niederlanden (ebenda) nicht beurteilen. Jedenfalls kritisiert Vf. die seines Erachtens zu wenig restriktive Handhabung möglicher (alternativer) Bündniskombinationen (S. 38f.) und erweckt hierbei den falschen Eindruck, eine Fraktion könne quasi beliebig ein „neutral country“ aktivieren und auf ihre Seite ziehen. Eine sorgfältigere Lektüre des Regelabschnitts 14.12 („Rulebook“, S. 39) und auch ein Einbeziehen der sogenannten „Policies“, also im wesentlichen der je herrschenden Vertragssituation („Rulebook“, S. 39 bzw. S. 30-32), hätten Vf. zu einer differenzierteren Einschätzung verhelfen können. Desgleichen sind es eben nicht nur „ein paar Produktionspunkte“, die eine Fraktion „lockermachen“ muss (S. 38), um einen Neutralen zum Kriegseintritt zu bewegen. Es sind mindestens fünf, realistisch (d.h. mit Blick auf die Wahrscheinlichkeit, einen entsprechenden Chit zu ziehen) jedoch deutlich mehr. Und wer „Unconditional Surrender“ mehrmals gespielt hat, der weiß, wie knapp besagte Produktionspunkte bemessen sind und ein wie zweischneidiges Schwert die Aktivierung eines Neutralen sein kann. – Besonders scharf schließlich geht Vf. mit der Möglichkeit eines wiederholten Kollapses und somit eines Comeback etwa der UdSSR ins Gericht: „Was hat der Desinger [sic!] sich dabei wohl gedacht?!“ (S. 39)

Diese provokante Frage lässt sich relativ problemlos beantworten12) Das Unternehmen „Barbarossa“ war keineswegs ‚nur‘ ein Vernichtungsfeldzug (mit dem dann unzweideutigen Ziel eben einer „Vernichtung“ des Gegners), sondern auch der Versuch einer Realisierung von Hitlers „Ostprogramm“, d.i. einer Eroberung von „Lebensraum“ und dessen „Abschirmung gegen das asiatische Russland auf der allgemeinen Linie Wolga – Archangelsk“,(13) also die Besetzung eines Großteils der europäischen Sowjetunion. Was – wie übrigens auch die Evakuierung der sowjetischen Schwerindustrie hinter den Ural - ein Comeback der UdSSR prinzipiell nicht nur nicht ausschließt, sondern mit einem solchen von vornherein rechnet. Dies tat z.B. der Generalstabschef F. Halder, wenn er Anfang Juli 1941 Überlegungen anstellte, „wie man den Sowjets dauerhaft die für ein künftiges Wiedererstarken (!) erforderlichen wirtschaftlichen Ressourcen vorenthalten konnte“.(14) Hinzu trat, dass mit Hilfe einer „ewig blutenden Grenze“, d.h. eines beweglichen „Walls“ von „Wehrbauern“, der „arischen Rasse“ die Möglichkeit einer ständigen „rassischen Erneuerung“ qua fortgesetzter Abhärtung gegeben werden sollte. „Wo immer auch unser Erfolg endet, er wird stets nur der Ausgangspunkt eines neuen Kampfes sein“, hatte Hitler in seinem „Zweiten Buch“ geschrieben (15) und damit auf die prinzipielle Unabgeschlossenheit des Krieges, die nicht still zu stellende Dynamik seiner darwinistischen Geschichtsauffassung verwiesen. Und nicht zuletzt die deutsche Besatzungspolitik, die nicht auf Kollaboration, sondern auf Ausrottung und Helotisierung orientiert war, musste notwendig zu einem gleichsam endlosen Kriegszustand führen.(16) Der von Richter empört behauptete „Verlust an Authentizität“ (S. 39) ist im Wesentlichen eben das: eine Behauptung.(17)

Achtung, Halbwahrheit! Ja, Hitler stellte sich wohl - nach Zerschlagung der Roten Armee und des sowjetischen Staatsapparates - die Errichtung einer Wehrgrenze weit im Osten vor, die von Wehrbauern gegen marodierende slawische Banden verteidigt werden sollte. Nein, er hätte keinen Vertrag mit der russischen Führung geschlossen (in USE heißt es "Treaty") und sich gegebenenfalls sogar noch zurückgezogen, schon gar nicht auf eine so weit westlich liegende Linie wie die Demarkationslinie in USE.

III. Stil und Haltung

Stilanalyse ist dort kein schulmeisterlicher Selbstzweck, wo sie zeigen kann, dass der Stil das Dargestellte verfälscht oder sachlogisch widersprüchlich präsentiert und den Leser unter Verzicht auf nachprüfbare Informationen zu manipulieren sucht. Stilanalyse ist dann immer auch Sachanalyse, wenn der Stil sich verselbständigt und mehr über die Haltung des Verfassers aussagt als über die verhandelte Sache.

Im bisherigen Verlauf meiner Replik habe ich bereits auf einige Mängel in der sprachlichen Gestaltung der Rezension Richters verwiesen: Durch Erwähnen meist wenig erheblicher, in der Regel miserabel recherchierter ‚Fakten‘ (Beispiel: Pläne zur Besetzung der Schweiz) und durch Unterdrücken und Verfälschen durchaus relevanter historischer wie spielerischer Momente (Beispiel: Diplomatie bzw. Möglichkeit eines UdSSR-Comebacks) arbeitet Vf. vielfach mit impliziten Unterstellungen, die einer ernsthaften Überprüfung nicht standhalten.

Wenn es richtig ist, dass Schreiben bedeutet, jemandem zu schreiben, dann wäre z.B. eine zentrale Abkürzung („ETO“; S. 34) zumindest an einer Stelle aufzulösen, statt sich (nicht nur hier) in die erwiesenermaßen unbegründete Pose des Kenners zu werfen. Ob dem Leser durch englische Satzfetzen vor Augen geführt werden muss, dass Vf. des Englischen mächtig ist?

Sie haben wohl das Vorwort überlesen: "Mit dem Zweiten Weltkrieg in Europa (kurz ETO - European Theater of Operations)..." beginnt gleich der erste Satz.

Wäre „Grenze des Deutschen Reiches“ nicht irgendwie besser gewesen als „Reichsgrenze“ (S. 35)?

Sorry, aber das ist nun wirklich kindisch.


Passt „bei Adam und Eva“ (S. 36) als Umschreibung für den Überfall auf Polen bzw. das Jahr 1939? Wenn „die Einarbeitungszeit“ „nicht lange“ dauerte (s. 38), warum stand Vf. dann „erstmal wie der Ochs vorm Berg“ (ebenda)? Dann stand er nämlich „nicht lange“ dort und müsste sein Ochsen-Dasein nicht erwähnen. Es sei denn, es geht ihm neuerlich nur um Kritik um der Kritik willen. Oder um das Schinden von Zeilen.

Aha, nachdem ich die Regeln so sträflich verkürzt wiedergegeben habe, versuche ich nun also, "Zeilen zu schinden"?!

Dass der Zweite Weltkrieg tatsächlich im September 1939 begann (S. 35), ist ebenso „steif und auf Idiotensicherheit abzielend“ (S. 36) formuliert, wie Vf. dies dem Designer vorwirft: Wer im Glashaus sitzt, sollte sich im Dunkeln umziehen, Floskeln einer schier unerträglichen Arroganz („Fleißnote“, S. 36) tunlichst vermeiden und bei Gelegenheit lernen, dass „Schulnote[n]“ (!) nicht „auf“ einen „Aspekt“ (S. 39), sondern für eine Leistung vergeben werden (S. 39). Wo ist der Unterschied zwischen „als Spiel funktioniert es echt gut“ (ebenda) und „als Spiel funktioniert es“ – abgesehen von einem Schuss Teeniesprech („echt gut, Alter“), dessen Adaption in geschriebener Sprache immer lächerlich, dessen Mischung mit hochsprachlichen Wendungen binnen zweier Zeilen („Tribut zollen“, ebenda) noch ein bisschen lächerlicher ist.

Sowohl ein Trabbi als auch ein BMW "funktionieren", aber ein BMW funktioniert gut, ein Trabbi nicht.

Wenn schließlich ein in wesentlichen Hinsichten operatives Strategiespiel „höchstens (!) auf operativer Ebene punkten“ kann (S. 39), dann verrät Vf., wo der Grund für sein abwertendes Urteil liegt: nicht im Spiel, sondern bloß in seiner Erwartungshaltung.

IV. Schluss

Wie bei wohl jedem Spiel, so gibt es auch bei „Unconditional Surrender“ Anlass zu mehr oder weniger schwergewichtiger Kritik. Hier wären u.a. die ungeschickte Verbindung von „Player Aid“ (Würfelmodifikatoren, Bewegungskosten usw.) mit dem „Rulebook“ zu nennen oder die nicht ganz plausible Tatsache, dass ein Eroberer von seinen Eroberungen kaum profitiert.

Letzteres erwähnte ich am Beispiel Rumäniens.

B. Richters Besprechung jedoch ist in jeder Hinsicht untauglich: Sie gibt das Regelwerk missverständlich, schief oder verfälschend wieder, ohne dessen innovative Komponenten angemessen zu berücksichtigen; ihre Bezugnahmen auf den historischen Hintergrund sind weithin beschämend, weil sie einen nachgerade beklemmenden Mangel an Kenntnissen bezeugen. Und ihr Urteil ist nicht etwa (unvermeidlich) subjektiv, es ist nur subjektiv und willkürlich. Richter hätte sich – in seiner ‚Diktion‘ - auf ein „Find‘ ich echt nicht so toll“ beschränken sollen.

Ich habe mir lange überlegt, ob ich auf Ihren Text überhaupt antworten soll und mich dafür entschieden, weil Sie doch das ein oder andere interssante Argument haben und ich für sachliche Diskussionen immer zu haben bin. Über weite Strecken kommt es mir jedoch so vor, als übten Sie das, was Sie mir vorwerfen: Kritik um der Kritik willen. Noch dazu in einem Stil, der auf mich äußerst aggressiv wirkt und an persönliche Beleidigungen grenzt. Bitte vergessen Sie nicht: Es ist nur ein Spiel!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Benjamin Richter




Anmerkungen und Nachweise

(1) Hierzu die kurze Darstellung bei J. Keegan, Der Zweite Weltkrieg (1989), Hamburg 2009, S. 75-78.
(2) Siehe in der erwähnten Arbeit von May etwa die statistischen Übersichten, S. 476-479.
(3) Diese und weitere Zahlen bei L. Gruchmann, Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik, München (1967; 3.Aufl.) 1974, S. 112.
(4) Siehe den knappen Abriss bei D. Vogel, „Deutschland und Südosteuropa. Von politisch-wirtschaftlicher Einflußnahme zur offenen Gewaltanwendung und Unterdrückung“, in: W. Michalka (Hg.), Der Zweite Weltkrieg. Analysen, Grundzüge, Forschungsbilanz, München, Zürich 1989, S. 532-550, hier: S. 538-541. Kurzzitat: J. Lukacs, The last European war. September 1939 – December 1941, New Haven, London 1976, S. 129.
(5) Hierzu Keegan, Der Zweite Weltkrieg, S. 488-498.
(6) In diesem Zusammenhang scheinen mir grundlegend: K. Urner, „Die Schweiz muss noch geschluckt werden!“ Hitlers Aktionspläne gegen die Schweiz. Zwei Studien zur Bedrohungslage der Schweiz im Zweiten Weltkrieg, Zürich 1990 sowie Ph. Marguerat, La Suisse face au IIIe Reich. Réduit national et dissuasion économique, 1940-1945, Lausanne 1991.
(7) Siehe etwa W. Jochmann (Hg.), Adolf Hitler – Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944, München 1982, S. 366 (26.8.1942).
(8) Vgl. ebenda, S. 327 (5.8.1942).
(9) Vgl. hierzu ferner Vastas Ausführungen in den „Designer’s Notes“ im „Playbook“ (38.0), S. 48.
(10) Siehe u.a. N. Stone, The Eastern Front 1914-1917, London 1998 sowie den Artikel „Ostfront“ desselben Verfassers in: G. Hirschfeld, G. Krumeich, I. Renz (Hgg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Paderborn 2003, S. 762–764.
(11) Siehe das Playthrough von E. Viglino („Calandale“) unter der Adresse: http://www.boardgamegeek.com/video/47177/unconditional-surre...
(12) Welches langfristige Ziel Hitlers Expansionspolitik verfolgte, ist in der Forschung umstritten und kann an dieser Stelle selbstverständlich nicht geklärt werden; siehe als Überblick J. Thies, „Hitlers ‚Endziele‘: Zielloser Aktionismus, Kontinentalimperium oder Weltherrschaft?“, in: K.D. Bracher, M. Funke, H.-A. Jacobsen (Hgg.), Nationalsozialistische Diktatur 1933-1945. Eine Bilanz, Bonn 1983, S. 390-406. Zur mangelnden Konkretisierung des Ziels von „Barbarossa“ als eine der Ursachen für das Scheitern siehe ferner B.H. Liddell Hart, Les Généraux allemands parlent (1948), Paris 2011, S. 305-312.
(13) So Hitler in seiner „Weisung Nr. 21“, zitiert bei R.-D. Müller, G.R. Ueberschär, Hitlers Krieg im Osten 1941-1945. Ein Forschungsbericht, Darmstadt 2000, S. 30. Die Weisung ist online zugänglich unter der Adresse http://www.ns-archiv.de/krieg/1940/unternehmen-barbarossa-18...
(14) M. Burleigh, Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Gesamtdarstellung, Frankfurt/Main (2.Aufl.) 2000, S. 565.
(15) Zitiert bei J. Fest, „Hitlers Krieg“, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 38 (1990), Heft 3, S. 359-373, hier. S. 360.
(16) So neuerdings wieder J. Hasenclever, Wehrmacht und Besatzungspolitik in der Sowjetunion. Die Befehlshaber der rückwärtigen Heeresgebiete 1941-1943, Paderborn 2010.
(17) Dass Hitler dem Vertrag von Brest-Litowsk im Gegensatz zu den Behauptungen Richters viel abgewinnen konnte, sei hier nur am Rande vermerkt; siehe W. Baumgart, „Brest-Litowsk und Versailles. Ein Vergleich zweier Friedensschlüsse“, in: Historische Zeitschrift 210 (1970), S. 583-619, insb. S. 590f. (mit weiteren Belegen).

Dr. R. Billermann, Singen, Januar 2015
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Als ich mir R. Billermanns Veriss der Rezension von B. Richter durchlaß, dachte ich mir, dass die Rezension wohl extrem schlecht gewesen sein musste.

Nachdem ich mir nun ein eigenes Bild von der Rezension machen konnte, kann ich die Entscheidung der Redaktion, diesen Leserbrief abzulehen, absolut nachvollziehen.

Unter dem Deckmäntelchen einer wissenschaftlichen Herangehensweise wurde hier ein persönlicher Angriff gegen den den Autor der Rezension gefahren, der jeglichen Rahmen sprengt!
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alfred2011 wrote:
Thank you, Sal, that's exactly what I'm intending to do. I've commented on Dr. Billerman's text and am sorry that I don't have the time to translate this into English. Your translation program might help you again.

Let me just assure you that my review was not an entirely negative one. I liked some features of your game and disliked others. Overall I gave you a "school grade" of 2-3 (in Germany, 1 is best and 6 is worst). I appreciate and admire the effort that has obviously been put into USE.

Best regards,

Benny


Danke, Benny. 2-3 looks like a good grade to me. But even if you gave me a 6, that would be OK. No game is liked by everyone. I also knew that USE's mechanics and abstractions would not be to the tastes of some gamers.

I might be bothered by a bad review is if the person played the rules very wrong and then made claims that were not supported by playing the game more correctly. And I am not saying you did that. But even that will happen and so it must be expected.

Sal
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Salvatore Vasta
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Woodstock
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designer
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mbmbmbmbmb
Here is a straight translation by Google Translate of the original review.

For those who follow this discussion, here again the review of Benjamin judge to "Unconditional Surrender":


foreword
With the Second World War in Europe (short ETO - European Theater of Operations) I entered into wargaming 20 years ago. In "Rise and Fall of the Third Reich" was followed by "World in Flames", "John Prados 'Third Reich' and the grandfather of the current" War! "" Axis Empires: Total War ". And I've started many games, but hardly brought to the bitter end. The reason was the same for all games: From about 1942/43 were always so many units on the map that playing was quite tedious and time consuming. And at some point I had then also ETO and turned to other topics - until now "Unconditional Surrender" (official abbreviation USE) came out.
Salvatore Vasta, to the "Axis Empires: Total War" has worked, it seemed to me to have introduced some innovative elements in its new design. I am particularly interested in the game for an ETO unusual stacking limit of only one unit per hex Ground. Was that the solution to my aforementioned problem? In any case, this rule aroused my willingness to give the ETO again a chance. Let's see how it has been proven in practice ...

Historical Background / scenarios
USE contains a lot of scenarios, and I want to make my historical notes on their presentation. First of all, there is a "Poland 1939" scenario of only one turn (= 1 month) Length - obviously a very one-sided affair, the Allied player has the option of a free setups and need not imitate the suicidal historical statement of Poland.
The following three scenarios play in the time of blitzkrieg, when the Wehrmacht effortlessly conquered continental Europe. "Scandinavia 1940", the company has Weserübung the subject. Historical drama of it, however, you should not promise: USE is too abstract to represent details such as the voyage of the mountain troops commanded by the Royal Navy waters to Narvik. With the fall of Oslo, Norway is done.
For the conquest of the Netherlands, Belgium, France "and Possibly Great Britain" in the third scenario, the Germans have five turns from May to September 1940, time. They are also likely to need is France but relatively well represented in USE.
Also in "Balkan 1941" is not debatable who wins, but how long it takes for it. Yugoslavia and Greece must fall within two turns - historically, to secure the southern flank of the German Russian campaign. The problem of the armed forces are less the enemy troops as the geography of the Balkan Peninsula.
The next scenario, "Mediterranean 1940-1942", is his name not entirely fair, because it is not about the war throughout the Mediterranean, but mainly to North Africa, without the Allied invasion of the French part (there is a separate "French North Africa 1942-1943" scenario). To win, the axis of Alexandria and Cairo must check the Allies must drive their opponents from North Africa. Unfortunately I have not had time to play "Mediterranean 1940-1942" times. Actually I doubt, given the high degree of abstraction USE that it will feel very authentic.
"France 1944" treated of course the invasion and the advance of the Western Allies to the frontier. There are also two Eastern Front scenarios. "USSR in 1941" covers Operation Barbarossa to the counter-offensive of the Red Army in December / January, beginning, "USSR 1941-1944" the entire war in the Soviet Union.
Finally, there is still a hypothetical post-war scenario, "Soviet vs. Western 1945-1946 ", of which the designer himself says that it was" meant to be a fun scenario. Do not take it too seriously. "Of course, the Russians are the aggressors ... In the scenario, some special rules, including for American nuclear strikes apply.
All previously mentioned scenarios are designed for two players. The following, however, include the entire ETO with the three fractions West, Soviet and axis. They can also play for two - or in a larger group if several people share the tasks of a fraction.
The "? 1939-194 Main Event", the entire war in Europe, starting in September 1939 and may 1944 '45 or '46 border - depending on when both allied factions are in combat. To win, they must conquer Germany or ensure that neither France nor the Soviet Union will ever be brought to its knees. Otherwise wins the axis. The Germans ought not dominate the whole continent. It is enough to have once conquered France (doable ...) and not go down himself.
Players have four different ways to start in the "Main Event":
1. "West First" (historic): Germany declares war on Poland, which belongs to the Western Group.
2. "East-First": Germany declares war on Poland, which belongs to the Soviet faction.
3. "Variable": A dice roll determines which Allied Group Poland takes under her wing.
4. "Wide Open": The axis decide freely whether, when and to whom they declared war.
"War!" - Veterans will be familiar to this menu!
Who does not want to start from Adam and Eve, for which there are more three-fraction scenarios that start 1941 1942 1943 1944 1945 respectively. A good grade of diligence designer has thus definitely deserves!

game material
As with GMT usual, the Rulebook is separated from the Playbook. The latter is richly illustrated with photographs and includes all the scenarios, among other rule explanations, tactical tips, a guide for - well-functioning - Solitaire Games, Designer's Notes and references. There are a variety of highly detailed player aids that save a lot of reference in the rules.
Despite the restrictive Stacking Limits USE comes with 840 counters. For comparison: "War" came out with less than 500. The composite of two parts map measures approximately 110 times 86 centimeters and is as functional as it held the counter, but still respectable. The fact that she seems a little unusual is that Vasta the standard Mercator has chosen a Lambert projection (to "fit USE's scale and game mechanics"). Whether this was necessary, remains an open question. After all, it is sometimes a change.

the rules
For much of stiff formulated and aimed at idiots safety rules ("Only to air unit can perform air movement") are always times interrupted by witty comments, for example, to represent a Sicilian village on the map, even though this "for all game purposes ignored "is:" It's there: because the designer did is where's parents are from. It's good to be the designer. "
Since it is beyond the scope of this article to summarize the complete 48-page rulebook, I focus here on the heart of the game, the operation phase, and mention other rules only to the extent they are relevant to my review. Like all phases except the weather, the operation phase conducted in fraction sequence: first the axis, then the West, finally the Soviets. It consists of two sub-phases: Actions and supply.
The principle is to use a unit until it is to do nothing or can. Movement and combat are integrated. This means that, for example, an army move, fight, move again and again can struggle - until it has no more movement point has to stop because of a fight outcome or her player it stops. Motorized armies basically have ten points of movement, all the other eight.
The only case in which a number of armies can work together is an "Assault Attack". In contrast to the "mobile attack" in which attacks a single unit, while an attacker - the "Primary Attacker" - get support for up to two other armies. Thereafter, the activation is completed but while it can still go for a "mobile attack".
The activation of armies production costs points. Sea and air units, however, gather with their missions "Sorties". The more you have of it, the worse they fight. A unit with six sorties should not be used anymore. By paying points of production up to two sorties can be removed per turn.
It is noteworthy that really all kinds of units "messed up" must be activated. So I can attack with a Panzer Army and at first look like they are moving forward before I put more units in March. Has an offensive succeeded, I can advance an air fleet and then go on to another sector of the front. This results in the operation phase high dynamics.
All fights in USE are standardized. It is always the same "Combat Resolution Sequence" is used, regardless of whether ground forces against each other or vessels or aircraft, or across the board.
Initially, both sides set in secret, though they offer Event markers are used. It is Würfelmodifikatoren, such as intelligence, heavy artillery or "wonder weapons" such as jets.
Subsequently, each combatant imposes his modifiers and rolls on the "Combat Results Table". Not only event marker bring modifiers, but also factors such as terrain, supply status and nationality. So the Germans get in the Ground Combat +2, British, American and French (!) +1, The Russians nothing.
The results of both sides are crossed on the Combat Results Table and show the result of the struggle of having different effects depending on the type of battle (Ground, Air / Naval or Strategic Combat).
What else is there to say about the operation phase? ZOCs play an important role because they are not only powerful effect, but also because of the low density Counter. The supply rules are fairly conventional. Unversorgung leads after a state of "limited supply" for the destruction of a unit.
Sea and air war are still more abstract than the operations on the ground, which in turn reminds his followers to "war" respectively. Invasion fleets as may be activated and perform a landing without moving from the spot! Only after taking a harbor can there be postponed until there is everything - transport of the Marines, interceptions, fighting on the beach etc. - almost in a vacuum instead. Incidentally, amphibious operations are relatively complicated and expensive, which is also good. At least I do not like games where you can sometimes just totally ahistorical to land somewhere in jest. In USE it takes for a "Surprise Attack marker", which costs 20 production points, and thereafter at least four turns long out of the game.

How it plays out
After I read the rules and my first scenario - Balkans 1941 - had built, I stood first as the ox in front of the mountain. Meanwhile, the acclimatization period did not last long and soon USE played quite fluid.
With respect to the above-mentioned ETO problem, I am sorry to say that USE, not so tough in the second half of the war as "World in Flames", but neither reflect the collapse of the Wehrmacht in 1944 can like most other Kosims. The eastern front reminds one less than the Second World War. In addition, the accelerating effect of the low density Counter is canceled by the monthly Turns partially. A two-month intervals, as even a "monster" as WIF has it would perhaps have been better.
The innovative mechanisms of USE in turn make fun by creating an operational feeling despite the high degree of abstraction. You stand out from the soothing currently widespread card-driven point-to-point map-uniformity.
However, I will not deny that there is an aspect that has completely and I did not like, namely not just unimportant for a strategic simulation political dimension. More concretely, the rules of diplomacy and capitulations.
As the wide range of different situations for the "Main Event" suggests, USE is very open to alternative courses of history. This is also reflected in the diplomatic area where everyone neutral country can join any faction. The Group only has to fork out a few production points to draw a chit should that gives you with a bit of luck influence in a country of their own choice. Such Chit it is also for the conquest of a small country - with the motto: Conquer the virtually defenseless Denmark and activate the Turkey!
To have any misunderstanding: I have no fundamental problem with it. A game which always led to historical results, would not a simulation, but a retelling and on top of that pretty boring. But certain plausibility should still be considered. I can imagine a Turkish entry into the war on the German side, or even an Italian favor of the Western powers. But how likely it is that such an event occurring in the wake of a Danish surrender? Or that Spain or the Netherlands, a Soviet satellite are?
Incidentally, there may in USE inkonsistenterweise a country that not only meticulously care of their neutrality, but not even a victim of aggression: Switzerland's entry into which is prohibited, although the historical Axis powers have their occupation seriously considered.
As regards the capitulations, a collapsed state if all its cities are hostile controlled or "National Will" has dropped to zero. The latter can happen, including through the loss of units and even surpass the US. Sometimes it happens quite suddenly and then feels a little like a by "Golden Goal" Ended football game.
Located at the time of the collapse of at least one city in enemy hands, the country is also captured. The exceptions are the United States, the United Kingdom and the Soviet Union, the collapse, but can not be conquered. What does that mean, I want to explain the example of the USSR.
There are in Eastern Europe a demarcation line, approximately along the present-day Russian border (except for the Crimea, which is located on the western side - or heard the not lawful to Russia ??) collapses then the Soviet Union, takes a temporary truce ("Moscow Treaty ") came into force and the demarcation line is the border. Are the Germans beyond it, they have to retreat, they are behind, they may advance. As soon as the Moscow Treaty ends, this game can begin again. In this way, the USSR collapse theoretically two or three times in a game and both sides are occasionally a at the demarcation line.
What has it been thinking of Desinger ?! We're talking about the Second World War, not the first one. Operation Barbarossa was conceived as a campaign of destruction. Hitler did not even several Soviet peace feelers appreciated a reaction. A second Brest-Litovsk was beyond his horizon of thought, let alone a third and fourth. If it Vasta have gone about keeping all three factions in the game as long as possible to exclude an early KO of the Soviets or the West? If so, the concomitant loss of authenticity is at least for me still too high a price.

grading
I see USE with mixed feelings. The creativity of the designer and the passion he has obviously invested, you have to pay tribute. And as a game it works really well, so I can give on this aspect of the school grade 2.
The simulation does not put me USE satisfied. In this respect, it can at most points at the operational level. Political strategy, it is unable to convince. And there are also economically one or the other to complain about, for example, that it makes no difference whether the Germans the Romanian oil or not.
However, these problems can be avoided by selecting scenes, in which they play a minor role. 1944, around there is no phase Diplomacy more ...
Therefore, the bottom line is I give up the simulation aspect, a 3. It follows the overall score 2-3.
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Patrick Gebhardt
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Xenophon wrote:


Unter dem Deckmäntelchen einer wissenschaftlichen Herangehensweise wurde hier ein persönlicher Angriff gegen den den Autor der Rezension gefahren, der jeglichen Rahmen sprengt!


Das denke ich ebenso, v.a. werden Rezensionen in der MK nicht nach wissenschaftlichen Richtlinien verfasst. Das "stilistische Desaster" ist mir allemal lieber als ein hochtrabender, vor Arroganz strotzender Angriff (nicht nur auf die Rezension, sondern viel mehr auf die Person), bei welchem auch die letzte Kleinigkeit bemängelt wird...
shake
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Roderich Billermann
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Review sent to the editorial staff of "Manöverkritik" this morning.
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Roderich Billermann
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Sehr geehrter Herr Dr. Richter,
nachdem ich nun meinerseits eine Besprechung von „Unconditional Surrender“ an die Redaktion der „Manöverkritik“ gesandt habe, finde ich die Zeit, auf Ihre Auslassungen zu antworten.

1. Durch Menge und Umfang der Gravamina sowie durch bisweilen ungelenke Formulierungen erwecke nicht ich, sondern Ihre Rezension den Eindruck eines Verrisses. Sie bemerken nicht oder weigern sich zu bemerken, dass auch die Auswahl der Fakten oder vermeintlichen Fakten einem Text eine Tendenz geben kann.

2. Mir ist sehr wohl bewusst, dass bei einer Rezension von der ‚Unwissenheit‘ des Lesers auszugehen ist. U.a. deswegen hielt und halte ich Aussagen zu vermeintlich ungenau betitelten Szenarien, schnellschießende Urteile über Card Driven Games, die in gefühlt sechs Dutzend Strategiespielen nicht eroberbare Schweiz für verfehlt. Und ein konsistentes Regelreferat für unabdingbar.

3. Dass man historische Ereignisse stets ‚anders‘ sehen kann – geschenkt. Die Frage ist, warum man eine (zuweilen unzureichend erläuterte) Sicht der Dinge für eine (außerdem oftmals unmaßgebliche) Kritik absolut setzt.

4. An keiner Stelle meines Textes unterstelle ich Ihnen, die militärische Präsenz Frankreichs als „zu stark“ bezeichnet zu haben. Bitte lesen Sie korrekt und achten Sie bei der Lektüre auf die Anführungszeichen. – S. Vasta hat m.E. die von mir genannten Faktoren der französischen Niederlage in den Würfelmodifikatoren „+2“ bzw. „+1“ berücksichtigt. Wie man, das Spielsystem von „Unconditional Surrender“ vorausgesetzt, ein Überraschungsmoment hier berücksichtigen soll, können Sie mir bei Gelegenheit gern erklären.

5. Ich kenne die Arbeit von Porch. Sie beschäftigt sich zu ca. zwei Dritteln mit der amerikanisch-britischen Strategie ab Herbst 1942/Anfang 1943, d.h. weitgehend jenseits der zeitlichen Grenzen des hier in Frage stehenden Szenarios. (Nicht nur) der Rest der Studie befasst sich mit Nordafrika.

6. Warum muss man in einem gesonderten optischen Absatz erwähnen, dass die Schweiz nicht erobert werden kann? Und das auch noch – verdeutlicht durch das argumentativ verräterische „übrigens“ – in der Absicht nachzutreten?

7. Kinder können durchaus unverfroren sein.

8. Ihre Regelzusammenfassung ist und bleibt zumindest in Teilen fehlerhaft bzw. missverständlich. Zudem verteilen Sie Ihre Ausführungen zu den Regeln über Ihren gesamten Text, so dass sie sich schwerlich zu einer wirklichen Information für den Leser zusammenschließen.

9. Da Sie es versäumen, sich zu den feindlichen Kontrollzonen konzis zu äußern, vermag Ihre Rezension die Dialektik von Dynamik und Restriktion in „Unconditional Surrender“ nicht angemessen zu erfassen.

10. Sie kleiden Ihr vermeintliches „Lob“ in einen Seitenhieb auf Spiele, die hinsichtlich ihres Gegenstandes wie ihrer Mechanismen mit „Unconditional Surrender“ noch etwas weniger zu tun haben als Äpfel mit Birnen.

11. Mit Ihren Aussagen zum möglichen UdSSR-Comeback bzw. zum ‚endlosen‘ Krieg im Osten bewegen Sie sich zumindest ebensosehr im Bereich der Spekulation wie ich. Allerdings berücksichtigen Sie hierbei nicht den zeitlichen Rahmen des Spieles: Weder Sie noch ich wissen, was Hitler 1948 getan hätte. Im Unterschied zu mir machen Sie jedoch aus Ihrem Nicht-Wissen einen Parameter der Aburteilung.

12. Ich habe tatsächlich den ersten Satz (!) Ihrer Besprechung überlesen und Ihren Hinweis auf Rumänien missachtet. Peinlich. Bitte akzeptieren Sie meine Entschuldigung.

Mit besten Grüßen
Dr. R. Billermann
 
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Roderich Billermann
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Nur als Randnotiz: Marco Arnaudo hat "Unconditional Surrender" soeben zu seinem Wargame 2014 gekürt.

Gratulation, Sal!

Jetzt müsste ihm nur noch jemand mitteilen, dass man in diesem Spiel die Schweiz nicht erobern kann, damit er zumindest erahnt, auf wie schwachen Beinen seine Einschätzung steht.
 
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Peter B.
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Ebenfalls als Randnotiz:

ein gewisser Dr. Roderich Billermann hat das Spiel "Small World" am 27.07.10 im Internet emotionsgeladen als ausgesprochen schlechtes Spiel dargestellt.

Zwischenzeitlich haben sich das Spiel und die Erweiterungen massenhaft verkauft und wurden mehrfach ausgezeichnet.

2009 Golden Geek Best Board Game Artwork/Presentation Nominee
2009 Golden Geek Best Family Board Game Nominee
2009 Golden Geek Best Gamers' Board Game Nominee
2009 Golden Geek Best Wargame Nominee
2009 International Gamers Awards - General Strategy; Multi-player Nominee
2009 Japan Boardgame Prize Voters' Selection Nominee
2009 Meeples' Choice Award
2009 Spiel der Spiele Hit für Experten Recommended
2009 Tric Trac d'Or
2009 Tric Trac Nominee
2010 As d'Or - Jeu de l'Année Nominee
2010 As d'Or - Jeu de l'Année Prix du Jury Winner
2010 Boardgames Australia Awards Best International Game Nominee
2010 Games Magazine Game of the Year Winner
2010 Golden Geek Best Board Game Artwork/Presentation Nominee
2010 Golden Geek Best Family Board Game Nominee
2010 Golden Geek Best Strategy Board Game Nominee
2010 Golden Geek Best Wargame Nominee
2010 Gouden Ludo Nominee
2010 Guldbrikken Special Jury Prize
2010 JoTa Best Artwork Nominee
2010 JoTa Best Family Board Game Audience Award
2010 JoTa Best Family Board Game Critic Award
2010 JoTa Best Family Board Game Nominee
2010 JoTa Best Wargame Audience Award
2010 JoTa Best Wargame Critic Award
2010 JoTa Best Wargame Nominee
2011 Ludoteca Ideale Official Selection Winner
2013 Gra Roku Game of the Year Nominee
2013 Gra Roku Game of the Year Winner


Vielleicht sollte man dem Verlag mitteilen, dass auch diese Auszeichnungen auf schwachen Beinen stehen.
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