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Subject: The Game: Spiel... so lange du kannst im Test rss

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The Game von Steffen Benndorf sieht von vorne schaurig aus, guckt man auf die Rückseite und sieht einfach Karten mit zahlen, sieht es grausig langweilig aus.
Es ist aber ein erschreckend gutes Spiel, welches uns Benndorf hier nach ASIN:B00AAULB4O Nürnberger-Spielkarten 4015 - Qwixx - Nominiert zum Spiel des Jahres 2013 welches vor zwei Jahren für den Spiel des Jahres Preis nominiert war, abiefert.

Zum besseren Verständnis des Spielablaufs habe ich einmal ein Video erstellt in dem ich die Regeln erkläre, zeige wie das Spiel prinzipiell abläuft und eine ganze Solopartie zeige.

Das Video zeigt im Prinzip alles wichtige und Regeln, gerade bei so einfachen spielen lassen sich immer besser kurz zeigen, als langwierig in Textform erklären, daher gehe ich hier noch einmal nach einer kurzen Zusammenfassung auf die wichtigsten Aspekte des Spiels ein:

❖❖❖ Worum geht es ❖❖❖
Es gibt einen Kartenstapel bestehend aus 98 Karten mit den Werten von 2-99. Ziel des Spiel ist es, alle Karten abzulegen auf ingesamt maximal vier Stapel. Dabei dürfen auf zwei Stapel nur zahlen in absteigender Reihenfolge gelegt werden (also 99, 98, 97, 96, 95), auf die anderen beiden nur Karten in aufsteigender Reihenfolge (also 2, 3, 4, 5, 6, etc.).
Dabei dürfen die Sprünge beliebig groß sein (z.b. 99, 98, 77, 63, 55), in dem Fall dürfte man auf diesen Stapel aber keine Karten gelegt werden die höher als 55 sind.
Ausnahme davon ist die 10ner Regel. Immer wenn der Abstand zwischen zwei Karten genau 10 in die falsche Richtung beträgt, darf man sie legen. In dem Beispiel von eben dürfte man auf den Stapel also eine 65 legen, falls man hat danach noch eine 75, und dann sogar noch eine 85 (und falls man auch noch eine 95 hat diese auch noch).

Man MUSS aber in seinem Zug mindestens zwei Karten ablegen - ob man will oder nicht, was manchmal zu Problemen für die Mitspieler führen kann, die so tolle passende Karten gehabt hätte.
Da wir aber voll kooperativ spielen sprechen wir uns natürlich ab. Alle gewinnen, wenn alle Karten abgelegt wurden, alle verlieren wenn dies nicht geschehen ist. Im Prinzip darf man bei den absprachen alles mögliche sagen, man darf die ganze Zeit miteinander reden. Das einzige was man nicht darf ist in irgendeiner Form konkrete Zahlenwerte zu nennen. Man darf also nicht Fragen ob jemand die passende 65 zu seiner eigenen 55 auf der Hand, man darf nciht sagen, dass man gleich die 73, 74, und 77 spielen wird, man darf nicht fragen ob die 50 schon gespielt wurde.

Zentrale Aspekte des Spiels:
❖ Grafische Gestaltung
Persönlich bin ich Fan der Gestaltung. Endlich mal kein Kartenspiel mit Schweinen, Mäusen oder Bärchen. Das Spiel ist eigentlich total abstrakt. Das Thema des Spiel soll dann in der Tat aber ein bisschen Horror-mäßig sein. "Spiel .... solang du kannst" - man ist gejagt vom Spiel, solange man Karten ablegen kann ist alles gut, man kommt davon, sobald man das nicht mehr kann hat einen das Spiel geschnappt und alles ist vorbei. Dazu passt die grafische Aufmachung sehr gut und als Fan von thematischen Spielen mag ich sowas eh lieber als die erwähnten Schweine und Mäuse und Co.
Da das Spiel aber eben dann doch kein Horror-, Zombie- oder wasauchimmer-Spiel ist, sondern ein kooperatives, abstraktes Kartenablegespiel ist die Grafik vlt. ein wenig problematisch, denn so mach einer wird es genau wegen dieser Aufmachung vlt. eher im Regal stehen lassen, weil es eben nicht wie Familienspiel aussieht, was es aber voll und ganz ist.

- Andererseits: Wenn man hinten auf die Schachtel guckt sieht man einfach ein Kartenspiel mit Zahlen drauf. Sprich das Spiel sieht von hinten genau so aus wie ca. jedes zweite Kartenspiel das man so in den Kartenspielregel findet. Ich persönlich würde mir so ein Spiel nie im Leben kaufen, wenn mir nicht vorher ein paar Rezensionen gesagt haben, dass es gut sei. Und ich denke dass es bei diesem Spiel ähnlich sein wird. Es wird gerade sehr gehyped, bekommt viele gute Besprechungen, Leute empfehlen es, also wird es gekauft.
Daher finde ich es letztlich gut und toll, dass der Verlag so mutig war, beim Artwork diesen Schritt zu gehen.
Das einzige was ich mir gewünscht hätte, wäre etwas mehr Abwechslung beim Design. Es sehen einfach alle Karten gleich aus. Ein paar mehr Motive wären wünschenswert gewesen.

❖❖❖ Kommunikation ❖❖❖
Kommunikation ist ein wichtiger Faktor bei diesem Spiel. Man sollte nie ganz viele Karten auf einmal spielen, sondern nach jeder gespielten Karte den Mitspielern die Gelegenheit geben, Stopp zu sagen, damit sie im Zweifelsfall eine Reihe guter Karten, vlt. sogar mit einem 10ner-Schritt Rückwärts spielen können. Auch ist es wichtig Dinge zu sagen wie ""Auf diesem Kartenstapel bitte keine zu große Sprünge manche"" oder irgend etwas in der Art. Da man immer mindestens zwei Karten spielen muss, muss man dann leider ab und zu doch mal den Wünschen der Mitspieler widersprechen.
Was aber vlt. gar nicht so dumm ist, denn manchmal können sogar größere Sprünge die einfach dafür sorgen, dass man viele Karten loswerden kann gut sein. Manchmal aber auch nicht.

❖❖❖ Gedächtnisübung? ❖❖❖
Leute die Karten mitzählen können und ein sehr gutes Gedächtnis haben sind bei diesem Spiel auf jeden Fall hilfreich und im Vorteil. Zu wissen welche Karten bereits gespielt wurden ist in vielen Situationen von großem Vorteil. Z.b. wenn man auf eine bestimmte Kartet wartet um einen 10ner Sprung zu machen. Liegt z.B. eine 50 auf dem nach unten Stapel aus und ich habe die 70, 80 und 90 auf der Hand warte ich natürlich die ganze Zeit darauf dass die 60 kommt, damit ich die Karten alle Spielen kann. Doof nur, wenn die 60 schon in einem anderen Stapel liegt und man vollkommen umsonst wartet.
Oder auch wenn auf dem nach unten Stapel z.B. die 50 liegt und man selbst hat eine 20er Reihe, z.b. 28, 26, 24, 21 auf der Hand. Dann möchte man die eigentlich noch gar nicht spielen, weil der Sprung ja viel zu groß wäre und man sich die Möglichkeit für viele Karten verbaut, aber wenn viele 40er und 30er Karten schon auf anderen Stapeln liegen, kann man diesen großen Sprung dann doch mal wagen, weil man sich eben nicht so viel verbaut.

Aber seid beruhigt, ich gehöre zu einem der Menschen mit eine super schlechten Gedächtnis und habe das Spiel im Solomodus immerhin schon fast gelöst und im Mehrpersonenspiel wurde ich auch noch nicht von meinen Mitspieler gelyncht.

❖❖❖ Spielerzahl ❖❖❖
Das Spiel ist von 1-5 Spielern spielbar. Gute Nachricht für alle Fans von Solospielen - Das Spiel ist alleine absolut hervorragend spielbar und einen extrem hohen nochmal Faktor. Man will es lösen und im Idealfall will man es immer lösen. Ich habe es bisher noch nie mit fünf Spielern gespielt, stelle es mir aber schwerer vor, je mehr Spieler mitspielen. Es dauert länger, bis man wieder dran ist, es passiert mehr auf dem Tisch und es ist schwieriger sich einen wichtigen Stapel, für den man die wirklich richtigen passenden Karten hat freizuhalten, eben weil die Mitspieler Karten spielen müssen.
So mit würde ich nach meinen bisherigen Erfahrungen sagen, dass das Spiel einfacher wird, je weniger Spieler mitspielen, aber dieser Erfahrungswert kann sich auf jeden Fall noch ändern.

❖❖❖ Spieldauer ❖❖❖
Angegeben sind 20 Minuten. Bisher dauern unsere Partien immer eher 30 Minuten - man muss dann doch manchmal relativ viel nachdenken überlegen, was am besten wäre. DIe Langversion meines Videos dauert ca. 22 Minuten, allerdings habe ich da alle Grübelphasen rausgeschnitten, die ursprüngliche Dauer lag bei ca. 42 Minuten.

❖❖❖ Spannungsbogen ❖❖❖
Das Spiel schafft es sogar tatsächlich einen Spannungsbogen aufzubauen. Am Anfang hat man noch alle Möglichkeiten, versucht sich auf wenige Stapel zu beschränken, sich viele Optionen offen zu halten und es läuft halt so vor sich hin. Aber irgendwann kann man dann tolle Kombinationen legen, geschickt viele Karten auf einmal loswerden ohne wirklich große Sprünge zu machen und hofft, dass die passenden Karten nachkommen bzw. die Mitspieler es schaffen, wichtige Stapel freizuhalten oder sogar überraschend Karten spielen, die gut zu den eigenen passen. Somit wird, wie in einem guten Horrorfilm , die Spannung gegen Ende hin immer größer ob man es ja tatsächlich schafft "zu entkommen" und das Spiel zu schlagen, oder ob man dann doch auf den letzten Metern scheitert

❖❖❖ Schwierigkeitsgrad ❖❖❖
Wenn man den Bogen einmal raus hat und das Spiel regelmäßig löst kann man es sich schwerer machen, z.B. in dem man weniger Handkarten hat (nur fünf im Spiel mit 3,4 oder 5 Leuten) oder in dem man mindestens drei statt nur zwei Karten spielen muss. Bis man soweit ist, wird es aber einige Partien brauchen.

❖❖❖ Was steckt so drin ❖❖❖
Wer The Game spielt und viele andere Kartenspiele kennt wird am Anfang laufend Dinge sagen die in etwa so klingen: "Das ist ja wie Hornochsen", "Das ist ja wie Hanabi", "Das fühlt sich ja an wie Qwixx", das ist ja wie "6 nimmt" etc.
Und es steckt auch sehr viel von diesen Spielen drin. An 6 nimmt erinnert die große Anzahl an Karten mit Werten die fast bis 100 gehen, außerdem möchte man die Lücken im Idealfall immer möglichst klein haben und man möchte nicht dass die Mitspieler dafür sorgen, dass man Karten auf einmal nicht mehr da anlegen kann, wo man sie eigentlich anlegen wollte.
An Hanabi erinnert das Ziel Kartenreihen vollständig zu bekommen. Das Spiel zu lösen, es zu schlagen. Auch mit eingeschränkter Kommunikation gut zusammen zu arbeiten um das gemeinsame Ziel zu lösen.
Und es steckt auch viel Qwixx drin, da man von den Zahlen her in eine Richtung geht und dann eben nicht mehr zurück kann, selbst wenn eine gute passende Zahl kommt, abgesehen von der 10ner-Rückwärtsregel, die für das Spiel elementar ist. Man wünscht sich auch permanent einen Block wie bei Qwixx bei dem man die bereits gespielten Zahlen abstreichen kann, auch wenn das Spiel dann seinen Reiz verlieren würde.

Aber obwohl man so viel vertrautes findet: The Game schafft doch dass, was ein gutes Spiel schaffen muss. Die wenigsten Spiele erfinden das Rad neu, die meisten bedienen sich bei bekannten Mechanismen. Und versuchen diese neuartig zu verzahnen so dass etwas eigenständiges, neues, tolles dabei rauskommt. Bei The Game ist das auf jeden Fall gelungen.

❖❖❖ Zielgruppe - für wen ist das Spiel etwas, für wen nicht? ❖❖❖
Das Spiel ist gut und weiß zu gefallen. Verfolgt man die aktuellen Rezensionen in der deutschen Rezensentenszene wird das Spiel über all nur gelobt und als möglicher Kandidat, zumindest für die Nominierungsliste, für das Spiel des Jahres 2015 gehandelt.
Sollte das Spiel tatsächlich diesen Preis gewinnen werden die Rezensionen wohl ähnlich klingen. Es wird viele 4-5 Sterne Rezensionen geben, die loben, wie es dieses Spiel schafft mit einfachen Regeln, viel Spannung aufzubauen, wie fordernd es ist, und wie hoch der Widerspielreiz ist.
Und es wird andere Stimmen geben, die sagen, dass das Spiel total trivial sei, das es doof ist, dass man zusammen spielt und es keinen Siege gibt, und dass das Spiel nach wenigen Partien oder wenn man es 2-3 Mal gelöst hat, uninteressant wird und in der Ecke verstaubt.
Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen und es kommt darauf an, was man für Spielertyp ist.
Ich wage mal einfach zu prophezeien, das alle Spieler die Hanabi nicht mochten, The Game ebenfalls nicht mögen werden.
Das schöne bei Kartenspielen in diesem Format ist aber zum Glück, dass sie einfach sehr wenig kosten und wenn man es nicht mag, dann war es keine große Fehlinvestition und man kann es einfach weiter verschenken.

❖❖❖❖❖ FAZIT ❖❖❖❖❖
The Game erregt aktuell einiges an Aufmerksamkeit. Es ist ein gut gemachtes Spiel, dass sich bei Konzepten anderer Spiele bedient und es zu etwas neuen und eigenständigen vereint. Es entwickelt einen tollen Spannungsbogen, es is fordernd, man freut sich wenn man weit kommt, versucht es zu lösen und der Nochmal-Faktor ist relativ groß.
Das Spiel hat durchaus das Zeug ein Klassiker zu werden, allerdings muss die Zeit zeigen, wie oft man da Spiel tatsächlich rausholt wenn man es schafft es regelmäßig zu lösen.
Andererseits spielt man ja selten IMMER mit den gleichen Leuten und so kann man es in jeder neuen Runde wieder einbringen. Eignet sich auch gut als Gateway-Spiel um Wenig-Spieler an den Spieltisch zu bekommen.
Meine Empfehlung: Auf jeden Fall mal anspielen
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