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Subject: German Troyes Review by spieletest.at rss

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Sebastian Michels
Germany
Jüchen
Nordrhein-Westfalen
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Diese und viele weitere top Boardgamereview auf spieletest.at

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Troyes ist ein Strategiespiel, in dem die Spieler jeweils eine reiche Familie der Champagne verkörpern. Sie nutzen ihren Einfluss, um die Bewohner der Stadt aus den drei Ständen Adel (Rot), Klerus (Weiß) und Bürger (Gelb) zu organisieren und für ihre Zwecke einzusetzen. Wir sind wie Puppenspieler hinter den Kulissen in dieser aufstrebenden Stadt. Zu dumm nur, dass die anderen ihr eigenes Stück aufführen wollen.



Spielprinzip



Im Wesentlich dreht sich alles um den Einfluss auf die drei Stände der mittelalterlichen Gesellschaft. Jeder dieser drei Stände kann von einem eigenen Gefolgsmann unterwandert werden. Zu Beginn des Spiels werden die Gefolgsleute der Spieler nach ihren Vorzügen reihum auf die verschiedenen Häuser verteilt. Diese Verteilung gibt an, welche Würfel genutzt werden dürfen, wenn es darum geht die Arbeitskraft zu bestimmen. Im Klartext: ein Gefolgsmann bei den Bürgerlichen, zwei beim Klerus und einer im Adelsstand garantieren uns beim Sammeln der Kräfte einen gelben, zwei weiße und einen roten Würfel. Mit eben dieser Arbeitskraft lässt sich dann Einfluss auf die Stadt nehmen. Ziel ist es, das subjektiv Beste aus den Würfeln herauszuholen. Sie dürfen verwendet werden um Aktionskarten zu aktivieren, die Kathedrale auszubauen, um gegen Ereignisse anzukämpfen, um Landwirtschaft zu betreiben oder einen Gefolgsmann in einem der drei Ständegebäude Bischofssitz, Palast oder Rathaus unterzubringen. Das Positionieren eigener Gefolgsleute gegen Gold auf Ereigniskarten ermöglicht für die folgenden Runden neue Optionen die ausliegenden Würfel zu verwenden. Der Kathedralenbau gewährt sofort Einfluss- und am Ende des Spiels Siegpunkte. Die unten am Spielfeld ausliegenden Ereignisse zu bekämpfen macht das Leben aller Beteiligten einfacher und die kommenden Runden berechenbarer, denn die Ereignisse greifen meist negativ in die Stadtabläufe ein. Gegen sie vorzugehen ist durchaus lohnenswert; auch sie bringen Einfluss- und Siegpunkte. Das Platzieren der Gefolgsleute in den Gebäuden bringt in der kommenden Runde neue Arbeitskraft und die Landwirtschaft tauscht gelbe Würfelwerte zwei zu eins gegen Gold.

Die Qual der besten Wahl ergibt sich im Wesentlichen aus zwei Rahmenbedingungen. Man darf nicht nur seine eigenen Würfel sondern auch die der Mitspieler benutzen. Zwar muss man dem Gegner dafür Gold geben, aber man kann ihm so wertvolle Würfelergebnisse für seine eigenen Zwecke stehlen. Am Ende des Spiels gewinnt der Spieler, der die meisten Siegpunkte hat. Um es spannender zu machen, erhält jeder der Teilnehmer zum Start eine besondere Persönlichkeit, die in der Endabrechnung zusätzlich Punkte bringen kann. Es gibt sechs von ihnen, somit sind nie alle im Spiel. Abzuschätzen welche Persönlichkeit an die Spieler gegangen ist, ist ein weiteres taktisches Problem, das die durchgehende Beobachtung und Analyse der Mitspieler erfordert. Abhängig von der Spielerzahl werden nur sechs, fünf oder vier Runden gespielt.





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Troyes ist schwere Kost. Wer glaubt, die Facetten des Spiels absehen zu können, nachdem man die Regeln endlich verstanden hat, der liegt falsch. Die zahlreichen strategischen Möglichkeiten offenbaren sich einem erst langsam im Lauf der ersten Spiele. Dazu kommt der niemals völlig identische Spielablauf, da die Aktions- und Ereigniskarten nur einmal in gleicher Kombination auf dem Tisch liegen werden und zugleich das Spiel maßgeblich leiten.
Für mich lassen sich Spiele in drei große Gruppen einteilen. Kommunikations-, Taktik- und Glücksspiele; Troyes bedient alle Rubriken. Die Taktik steht zwar sicherlich an oberster Stelle, aber auch der Glücksfaktor wird durch das Würfeln bedient und gleichermaßen die Interaktion zwischen den Spielern durch das Würfelabkaufen und gemeinsame Anstacheln gegen den vermeintlich führenden Spieler. Es ist komplex, aber ich als Strategiefreund war begeistert. Hat man sich auf das Spiel eingelassen, wird man reich belohnt.


Sebastian Michels


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