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Subject: Die Realität wird durchscheinend! [Spoilers] Kapitel 2: Barrow Lair (2) rss

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Die Realität wird durchscheinend!

aus den Aufzeichnungen von Lightning, einer Spruchweberin der Orchid

Kapitel 2: Barrow Lair (2) – Der Schlupfwinkel im Hügelgrab

Natürlich gingen wir nicht unbedacht tiefer in den Grabhügel hinein. Schließlich waren wir gerade noch einmal davon gekommen. Aber letztlich waren wir uns einig: Ich wollte den Bösen aufstöbern, der für all das verantwortlich war, und Tinker, Mücke und Scibbler meinten einstimmig: „Wenn wir jetzt nach Gloomhaven zurückkehren, bekommen wir von Jekserah doch noch gar kein Gold!“ Tiefer hinunter hieß es also.

Der Gestank nach Tod und verrottendem Fleisch wurde stärker, als wir über die Körper unserer verblichenen Gegner hinweg hinunter in die Tiefen der Begräbnisstätte stiegen. Geführt von dem gedämpften Geräusch einer Unterhaltung fanden wir unseren Weg durch das Labyrinth der Grüfte und platzten – Mücke voran – in einen kleinen Raum, voll mit hartgesichtigen Banditen, die alle mit Bögen bewaffnet waren. Ganz offensichtlich bewachten sie etwas. Wir waren wohl am richtigen Ort. Leider waren die Schurken vorbereitet und kampfbereit. Im Gegensatz zu uns. Wir kamen uns wahrlich verflucht vor.

Doch wir fassten uns schnell, und Mücke und ich riefen beinahe gleichzeitig: „Wir beginnen wie immer!“ „Wie immer?“, fragte Scibbler. „Was soll denn das heißen?“ Doch da ging der Kampf auch schon los. Mücke hob seinen Schild keinen Augenblick zu früh: 4 Pfeile wurden auf ihn abgeschossen und ließen ihn mehr tot als lebendig zurück. Ich warf meine Feuerkugel, doch Mücke stand im Weg, daher machte ich nicht so viel Schaden wie erhofft. Tinker warf ihren Enterhaken aus, und Scibbler konzentrierte sich, um Kontrolle über einen der Bogenschützen zu erlangen. Ich ließ einen Flammenstrahl folgen, Scibbler fing wieder an, herumzuwuseln und dabei den Bogenschützen kleine Stiche mit seiner merkwürdigen Klinge zu versetzen, Tinker versuchte verzweifelt, Mücke einen Heiltrank zu verabreichen, und Mücke sagte: „Ups.“
Trotzdem schafften wir es letztlich irgendwie, die Bogenschützen zu besiegen, und vorsichtig öffneten wir die Tür in den nächsten Raum.

Wir sahen eine große Krypta, übersät mit Särgen. „Ein Vermling-Büfett“, murmelte Mücke.
Hinter einem der Särge stand der von uns gesuchte Banditenanführer. Die Beschreibung passte genau auf ihn, aber es war etwas in seinen Augen, vor dem wir nicht gewarnt worden waren – eine dunkle Macht wie aus einer anderen Welt.
„Wer seid Ihr, dass Ihr denkt, Ihr könntet das Werk Glooms unterbrechen?“ Eine dunkle Energie hüllte seine Hand ein, während er sprach. „Ich werde Euch zeigen, mit was Ihr es zu tun habt!“
„Ha!“, rief Tinker Bell zurück: „Dunkel kann ich auch!“ Sprach's und warf eine Farbbombe auf den Banditen und die beiden ihn flankierenden Bogenschützen. Erstaunlich, wie effektiv eine Farbbombe sein kann: Nicht nur sorgt sie für Ablenkung, sondern auch die Sicht der Gegner wird erschwert, wenn sie gut gezielt ist. Während Scibbler seinen Rattenschwarm beschwor, rief Mücke ununterbrochen: „So ein Scheiß! Die wollen mich wohl verarschen! Was für ein Scheißauftrag!“ Trotz seiner groben Wortwahl musste ich ihm Recht geben: Nicht nur mit dem Anführer und seinen zwei Bogenschützen bekamen wir es zu tun, nein, der verfluchte Hauptmann beschwor tatsächlich in einem fort lebende Skelette herbei. Und immer, wenn wir dachten, wir hätten eines davon fast besiegt, schüttelte es sich und stand wieder aufrecht. Einer der Bogenschützen warf eine Falle vor Mücke auf den Boden – und natürlich lief dieser genau hinein. Das scheint irgendwie eine Spezialität von ihm zu sein. Aber wir hatten auch Erfolge. Unterschätze nie eine motivierte Söldnerschar – und Scibblers Rattenschwarm, der so lange an den Skeletten nagte, bis diese tatsächlich zusammenbrachen. Auch die Bogenschützen besiegten wir, und während sich Mücke und Tinker plündernd über sie beugten und sich um die Beute stritten, brach schließlich auch der Anführer der Banditen tot zusammen. Leider hatte er es vorher noch geschafft, eine Tür zu seiner Rechten zu öffnen, und aus dem kleinen Raum dahinter bewegten sich neue Schrecken langsam auf uns zu: Living Corpses, lebende Leichen. Als ob die belebten Skelette nicht genug gewesen wären. Ich warf ihnen eine Lanze aus reiner Macht entgegen, und Tinker Bell baute geistesgegenwärtig blitzschnell eine Falle genau in der Tür auf und warf ein Netz über die drei Körper. Und während unsere Angriffe auf die Gefangenen nieder gingen, zog und zerrte sie solange an dem Netz, bis der vorderste der Körper in der von ihr aufgebauten Falle landete. Das war das Ende seines unheiligen zweiten Lebens, und auch die beiden anderen Körper fielen bald in sich zusammen. Ich schauderte, aber Tinker Bell beugte sich ungerührt über die verwesende Leiche in der Falle und suchte nach Gold.

„Wir haben einen Auftrag“, erinnerte ich die Anderen, und so machten wir uns an die grausige Aufgabe, in dem Gemetzel nach den Unterlagen zu suchen, die Jekserah so gerne zurück haben wollte. Schließlich fanden wir ein Versteck, das die Schriftrollen enthielt, die zu finden wir angeheuert worden waren. Natürlich wollten wir sehen, für was wir unsere Leben riskiert hatten, aber die Schriftrollen waren in einer altertümlichen Sprache beschrieben, die weder Tinker Bell noch ich entziffern konnten. Eine Sache sprang uns allerdings ins Auge, eine Karte der nördlichen Lande. Eine Krümmung des Still River, des Stillen Flusses, war eindeutig als interessanter Punkt markiert. Wir dachten lange darüber nach, ob wir mehr über dieses sogenannte „Gloom“ herausfinden wollten, von dem der Anführer der Banditen gesprochen hatte, und entschieden, dass diese Gegend unter Umständen auch für uns von Interesse sein könnte. Später. Irgendwann. Fürs Erste packten wir die Papiere einfach ein.
Wir wussten nicht, ob wir traurig oder dankbar sein sollten, dass wir die übrigen drei Türen in der Krypta nicht aufbekamen: Ich verwies auf die Schrecken, die wahrscheinlich dahinter lagen, aber Mücke und Tinker jammerten: „Das schöne Gold, da wäre bestimmt Gold für uns drin gewesen.“
Es ließ sich jedoch nichts machen, und so kehrten wir erfolgreich nach Gloomhaven zurück, um unsere Belohnung abzuholen.

Erneut trafen wir Jekserah im Sleeping Lion, gaben Ihr die Schriftrollen und wurden mit den vereinbarten 10 Gold für jeden von uns bezahlt. „Ihr wisst“, raunte sie leise und unter dem Kneipenlärm kaum zu verstehen, „wenn Ihr interessiert seid habe ich einen anderen Job für Euch. Ein Inox-Stamm im Dagger Forrest, im Dolch-Wald, hat einige meiner Karawanen geplündert, die auf dem Weg in die Hauptstadt waren. Ich habe es der Miliz erzählt, aber die unternimmt gar nichts“, spuckte sie aus. „Ich kann Euch zeigen, in welcher Richtung das Lager der Inox liegt. Wenn Ihr an ihnen ein Exempel statuiert, werde ich Euch noch mehr bezahlen.“ Sie legte eine grob gezeichnete Karte des Dagger Forrest auf den Tisch und stand auf, wobei ihre Juwelen klimperten. „Ihr wisst, wo Ihr mich findet, wenn das erledigt ist.“

Fürs erste waren wir jedoch einfach froh, uns ein wenig ausruhen und unsere Ausrüstung aus- und verbessern zu können. Ich kaufte mir zum Beispiel einen Helm, denn wenn Mücke schon größer war als ich, wer weiß auf wen oder was ich während meiner Mission noch alles treffen würde, das mir einen Hieb auf den Kopf versetzen könnte. Von den ganzen Pfeilen, die mir in den letzten Tagen um den Kopf geschwirrt waren, ganz zu schweigen.

Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht hatten, sahen wir eines Tages eine Vielzahl großer Aushänge in der Stadt. Es wurde angekündigt, dass das Heiligtum der Großen Eiche den Grundstein für ein neues Gebäude im Ostviertel Gloomhavens legen wolle. Jeder Bürger, jeder Reisende und auch alle anderen wurden aufgefordert, zu diesem wichtigen Ereignis zu kommen und zu helfen. Kaum hatte ich dies Mücke und Scibbler vorgelesen, waren die beiden sich einig: Wenn jeder in der Stadt bei der Grundsteinlegung ist, sei das die beste Gelegenheit, ein paar Wertsachen zu stehlen. Tinker und ich waren empört und gingen daher schon aus Prinzip zur Grundsteinlegung, obwohl wir dazu eigentlich gar nicht die rechte Lust hatten. Hätten wir es doch besser gelassen: Inmitten eines wüsten Gelages (Viele der Helfer feierten lieber, als zu helfen.) gaben wir alles, was wir konnten, für den Bau des Gebäudes. Sicherlich wird dort demnächst viel Gutes getan, wenn Kranke und Verwundete dort Heilung finden. Allerdings hatten Tinker Bell und ich uns so verausgabt, dass wir schon befürchteten, zu den ersten Patienten zu gehören. Völlig erschöpft schleppten wir uns zurück in den Sleeping Lion, wo uns Mücke und Scibbler gut gelaunt erwarteten und mit ihrer leicht erworbenen Beute prahlten. „Nie wieder Gutquatryltum!“, murmelte Tinker Bell, bevor wir uns auf unsere Zimmer verzogen. Irgendwie konnte ich nicht anders als ihr zuzustimmen.

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Ein Teil des Textes ist eine (an unsere Gruppe) angepasste Übersetzung der Texte aus dem Scenario-Book bzw. der City- und Road-Events.

City-Event: keines , Road-Event: keines


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Wie alles begann (mit Verweisen auf die nachfolgenden Kapitel):

Kapitel 1: Black Barrow (1) – Wie ich Tinker Bell, Mücke und Scibbler kennenlernte.

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