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Subject: Wettlauf nach El Dorado - german review rss

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Rebekka
Germany
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Zuerst erschienen auf/ this article first appeared on: https://brettspielerfrau.com/

Wettlauf nach El Dorado ist ein Deckbuilding Spiel, in dem zwei bis vier Spieler in einem, Überraschung, Wettlauf darum kämpfen als Erstes in El Dorado anzukommen.

Foto: Ravensburger

Verlag: Ravensburger
Autor: Reiner Knizia
Spieleranzahl: 2- 4
Illustrator: Franz Vohwinkel
Alter: 10+
Zeit: 45-60 Minuten
Jahr: 2017

Das erste Spiel von Wettlauf nach El Dorado machte sofort Spaß. Der Einstieg gelingt schnell und reibungslos. Nach kurzer Regellektüre ist das Spiel sofort ohne weiteres in die Regeln schauen spielbar. Wir haben das Spiel hauptsächlich zu zweit gespielt, wie immer. Zwei Runden haben wir aber immerhin zu dritt gespielt. Beide Varianten machen Spaß.

Foto: (Brett)Spielerfrau

Im Spiel zu zweit hat jeder Spieler zwei Figuren, die ans Ziel gelangen müssen. Im Spiel zu dritt (und zu viert) spielt jeder Spieler nur eine Figur, also sind nur drei Figuren auf dem Spielfeld.
Beide Varianten haben ihren Reiz. Im Spiel zu zweit hat der Spieler die Möglichkeit seine Karten für den einen oder den anderen Spieler auszuspielen. Deshalb kann man sich selbst nicht so einfach in Fallen manövrieren, in denen der Spieler man wegen seiner Karten festhängt. Im Spiel zu dritt dagegen hat man zwei Gegner, die unterschiedliche Taktiken verfolgen. Und beide Gegenspieler können natürlich den Weg verstellen. In Wettlauf nach El Dorado dürfen zwei Spieler (außer mit speziellen Höhlenteile aus einer Variante) nicht auf demselben Feld stehen und auch nicht über andere Figuren springen.

Aber wie spielt man Wettlauf nach El Dorado überhaupt?

Kurz gesagt wird auf einem sehr variablen Spielbrett gespielt. Dieses kann nach Anleitung aufgebaut werden. Die Regel gibt aber auch Tipps, um ein eigenes Spielfeld aufzubauen.
Die Spieler müssen verschiedene Terrains überqueren, um nach El Dorado zu gelangen. Jeder Spieler hat zu Anfang ein Deck aus Karten. Jedes Deck ist dabei gleich. Mit diesen Karten werden die Terrains überquert und gleichzeitig auch neue Karten gekauft, um das Deck zu verbessern. Insoweit also im Kern ein klassisches Deckbauspiel, in welchem man ja standardmäßig zwischen Aktionen und dem Kaufen neuer Karten wechselt. Besonderheit des Spiels ist, dass man mit den Aktionen tatsächlich auf einem Brett Figuren bewegt.

Foto: (Brett)Spielerfrau

Auf den Karten ist ein Terrain abgebildet, mit dem man die entsprechenden Felder auf dem Brett überqueren kann. Dabei kann auf den Karten das "Terrain" (i.E. Dschungel, Wasser oder Wüste) 1 bis 4 mal abgebildet sein. Ist auf einer Karte ein Terrain mehrfach abgebildet, darf der Spieler mit dieser auf einmal auch mehrere Felder überqueren. Ein Kniff an der Sache ist aber, dass man nicht mehrere Karten nutzen darf, um auf ein Feld zu ziehen. Dazu muss man wissen, dass die verschiedenen Felder auf dem Brett jeweils eine unterschiedliche Anzahl an Symbolen zeigen.

Auf ein Feld mit 3 Dschungel-Symbolen darf man also nur mit einer 3er oder 4er Dschungelkarte, nicht aber mit drei 1er Karten ziehen. Mit den Gold Karten können neue Karten gekauft werden, die das Deck allerdings größer machen. Dabei gibt es neben den schon beschriebenen "Terrain"-Karten auch klassischere Aktionskarten, die einem beispielsweise erlauben mehr Karten nachzuziehen oder Karten außerhalb der Auslage zu kaufen. Nicht alle Karten sind nämlich gleichzeitig verfügbar. Im Normalfall gibt es nur eine Auslage mit 6 verschiedenen Kartentypen, von denen es jeweils nur 3 Karten gibt. Nur aus diesen können neue Karten gekauft werden. Ist allerdings ein Stapel leer, kann von einem Kartenstapel (also auch einem außerhalb der Auslage, nennen wir diesen Bereich einmal "Markt") gekauft werden. Dadurch rutscht der restliche Stapel dieser Karte in die Auslage und der "Markt" ist wieder geschlossen.
Jede Runde ziehen die Spieler auf vier Karten auf und müssen mit diesen in der nächsten Runde weiter Richtung Ziel streben.
Das Spiel bringt durch den variablen Aufbau der Wegplatten die Möglichkeit in verschiedenen Schwierigkeiten zu spielen. Zudem gibt es mit den Höhlen noch eine Variante. Bei dieser kommen zusätzliche Aktionsmarker ins Spiel, welche einmalige Boni geben. Wenn der Spieler neben einer Höhle anhält und einen solchen Marker aufsammelt, kann er diese einsetzen und zusätzlich neben seinen Karten nutzen.
Foto: (Brett)Spielerfrau


Fazit

Letztendlich gibt es sehr viele Wettlaufspiele, bei denen die Spieler die Ersten sein wollen, um irgendwo anzukommen. Hier ist aber eine sehr gelungene Mischung aus Wettlaufspiel und Deckbuilder gelungen. Das Spiel ist wie erwähnt sehr variabel in seinem Aufbau. Außerdem gibt es verschiedene Herangehensweisen, um zu gewinnen. Der Spieler kann sowohl mit einem großen, als auch einem kleinen Deck zum Ziel gelangen. Auch muss ich mir beim Spiel überlegen, ob ich am Anfang direkt versuche meine Karten zu nutzen, um mein Deck zu verbessern oder mit "schlechteren" Karten direkt Richtung Ziel marschiere.
Hervorzuheben ist für mich auch, dass der Spieler (anders als z.B. bei Dominion) am Ende seines Zuges die Möglichkeit hat zu entscheiden, ob er die nicht ausgespielten Karten auf der Hand behalten will und nur zusätzlich Karten ziehen möchte bis es vier Handkarten sind oder, ob er diese ablegen und vier neue Karten ziehen möchte.
Es sind immer wieder interessante Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel, ob der Spieler den kurzen, häufig schwierigeren Weg gehen möchte oder den längeren, aber einfacheren Weg. Es gibt auch Felder, mit denen ich mein Deck ausdünnen kann. Diese liegen aber oft nicht auf dem schnellsten Weg und führen zu Umwegen. Da muss man sich schon gut überlegen, ob sich das Ablegen lohnt.
Interessant finde ich auch die Idee, dass man nur ab und zu aus allen Karten beim Kauf wählen kann und im Normalfall auf die begrenzte Auslage angewiesen ist. Das führt dann, wenn man mal aus allen Karten wählen kann nämlich auch dazu, dass man sich gut überlegen muss, welche Karten man nimmt. Die können dann nämlich ja auch ohne weiteres von meinem Gegner gekauft werden. Mit mehr Spielern ist es außerdem auch so, dass es sein kann, dass man von bestimmten Karten gar keine bekommt und eventuell sogar gar nicht bekommen kann. Auch darauf muss man sich bei seinen Überlegungen einstellen.
Insgesamt gibt es viel zu bedenken, gleichzeitig schafft das Spiel es aber dennoch sehr zugänglich und unkompliziert zu sein, so dass ich die Einordnung der Jury als Spiel des Jahres auch gut nachvollziehen kann. Spätestens nach dem ersten Spiel sollte es auch für Nichtspieler oder Gelegenheitsspieler möglich sein das Spiel vernünftig spielen zu können. Ein Spieler mit mehr Erfahrung dürfte aber höhere Gewinnchancen haben (wie es ja auch meistens sein sollte).
Die Möglichkeit andere Spieler zu blockieren kann durchaus frustrierend sein, allerdings hat der betroffene Spieler immer die Möglichkeit einen Umweg zu gehen und kann dadurch selbst entscheiden, ob er in der "Falle" stehen bleibt oder den langen Weg in Kauf nimmt. Außerdem kann er seinen Zug ja dann auch dafür neue und bessere Karten zu kaufen, weil jede Karte im Deck mindestens ein halbes Gold wert ist.
Ich wünsche mir in jedem Fall eine Erweiterung, die mehr Karten für noch mehr Abwechslung bringt. Denn die Karten sind immer alle im Spiel und deshalb nicht variabel.
Sogar mein Mann spielt Wettlauf nach El Dorado gern, obwohl er kein Fan von Deckbuildern ist.
Eine Kleinigkeit ist noch zu erwähnen. In der Anleitung ist uns zumindest ein Fehler aufgefallen. Im Aufbau für das Spielbrett Sumpfgebiete sind ein paar Teile vertauscht. G müsste F sein und M müsste K sein.
Ich spiele Wettlauf nach El Dorado gern und freue mich auf die weiteren Spiele.

8/ 10 Punkten
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