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GiftTRAP ist ein Spiel rund ums Schenken und Beschenkt werden und fällt eindeutig in die Kategorie Partyspiel. Allerdings kein Partyspiel für jede Party denn man sollte die mitspieler zumindest halbwegs kennen, damit man das Spiel sinnvoll spielen kann. Zwar lernt man natürlich durch das Spiel und etwaige Fehleinschätzungen etwas über die Mitspieler, allerdings blockiert das den Spielfluss ziemlich. Daher ist es gut geeignet als Familienspiel oder als Spiel mit Leuten die man meint einigermaßen gut zu kennen.

Spielmaterialien:
Das Spiel kommt mit stimmigen Materialen daher. Neben dem Spielbrett und den Karten mit möglichen Geschenken bekommt jeder ein Geschenk in Form eines zugeknoteten Beutelchens in dem sich seine Spielmaterialen befinden.
Die Geschenke unterteilen sich in vier Kategorien, die alle in einer ähnlichen Preisklasse sind. Dabei handelt es sich um die verschiedesten Geschenke. Von Designerschuhen, Ledersessel, einer Statue mit der eigenen Gescihtsform, Chinesichen Vasen, Designersofas hin zu einem Hubschrauberflug, Bungeespringen einer Nasenkorrektur, einem Wochenende in Vegas bis hin zu einem Swimmingpool, einem Flug mit einer Kunstflugstaffel, der Brustoperation, es gibt alles mögliche aus allen nur erdenklichen Kategorien. Von sehr praktischen Geschenken wie einer voll ausgestatteten Werkezugbank bis hin zu idyllischen Geschenken wie einem Jahr bezahlten Urlaub um ein Buch zu schreiben.

Spielablauf:
Der Spielablauf ist relativ simpel. Meistens macht der Wertungsmechnismus Schwierigkeiten, wobei der eigentlich auch relativ simpel ist. Zunächst werden zufällig Geschenke auf dem Spielbrett ausgelegt, dessen Felder mit 1-9 nummeriert sind. Man legt immer ein Geschenk mehr aus, als Spieler teilnehmen.
Wenn dies geschehen ist verteilt man seine Geschenke. Man hat neun Marker in der eigenen Farbe, die jeder eine Zahl anzeigen 1-9. Ich gebe dem Spieler dem ich das Geschenk das an erster Position liegt also einfach verdeckt mein Kärtchen mit der Nummer 1. Er weiß also nicht was er von mir bekommen hat und ich kann jedem nur einmal ein Geschenk geben. Beim eigenen Swimmingpool im Garten kann es also passieren dass ich denke dass jeder meiner Mitspieler ihn gerne hätte, ich kann ihn aber nur einem Schenken.
Nach dieser Verteilungsphase hat jeder Mitspieler ein Geschenk von jedem anderen Mitspieler vor sich liegen.

Jeder Spieler hat außerdem noch vier runde Marker mit den Werten +3 +2 +1 und -4. Diese lege ich auf die Geschenke und gebe damit an, was ich besonders gerne, sehr gerne, gerne oder aber unter gar keinen Umständen haben möchte. Diese legt man dann wieder verdeckt auf die entsprechenden Geschenke.

Anschließend wird ausgewertet, Ein Spieler beginnt und deckt der Reihe nach seine Geschenke auf. Dabei wertet man direkt jedes Geschenk. Das Spiel verfügt über zwei Siegpunktleisten, eine für erhaltene Geschenke und eine für verschenkte Geschenke. Nur wenn man auf beiden im Ziel ist hat man gewonnen. Das erste Geschenk wird nun aufgedeckt und mit den eigenen Wertungsmarker auf den Geschenken abgeglichen. Wurde mir das Geschenk Nr. 2 von Spieler Blaut geschenkt guckt man was ich auf die Blau gelegt habe. Liegt hier z.b. der +2 Marker bekomme ich zwei Punkte auf der "Get" Leiste, weil ich das Geschenk ja bekommen habe und Blau bekommt zwei Punkte auf der "Give" Leiste, weil er es mir geschenkt hat. Hat mir ein Spieler das Geschenk Nummer 7 von Spieler Grün geschenkt und ich habe dort den -4 Marker abgelegt weil es das Geschenk ist, das ich am allerwenigstens haben wollen würde, bekommen wir beide Minuspunkte, ich minus vier auf der Get Leiste und Grün -4 auf der Give Leiste. Hat man ein Geschenk verschenkt, auf dem der entsprechende Spieler keinen Marker gelegt hat, passiert einfach nichts und man geht das nächste Geschenk an. Im Prinzip also nicht so wirklich schwer. Die beiden unterschiedlichen Leisten sorgen oft anfangs für Verwirrung, wenn man allerdings jedes Geschenk der Reihe nach abhandelt, ohne in Hektik auszubrechen, gelingt das ganze schnell und unproblematisch.

Wenn die Geschenke ausgewertet werden, die ich bekommen habe kann ich also nur Punkte auf der Get-Leiste bekommen, wenn die Geschenke der anderen Spieler ausgewertet werden, kann ich Punkte auf der Give-Leiste bekommen, wenn ich gut verschenkt habe.

Wurden Spieler ausgewertet und hat keiner gewonnen, legt der nächste Spieler neue Geschenke aus und eine neue Runde gewinnt.

Meinung:
GiftTRAP ist auf jeden Fall ein schönes Spiel. Einige wenige Geschenke kann man sogar theoretisch wirklich bekommen, die meisten Geschenke fallen aber eher unter die Kategorie Träume oder unerfüllbare Wunschvorstellungen. Manche sind auch Dinge, die man sich vlt. irgendwann mal leisten kann und möchte. Man spielt also wörtlich gesehen mit den eigenen Sehnsüchten und Träumen, mit Dingen, die man vlt. einfach gerne mal unternehmen, erleben oder machen würde.
Das sorgt natürlich oft auch für Gesprächsstoff, wenn man eine Person vollkommen falsch eingeschätzt hat und sie etwas überhaupt nicht haben wollte, von dem man dachte dass es doch eigentlich recht gut passen würde, aber auch wenn jemand irgend etwas unbedingt haben wollte, was man ihm gar nicht zugetraut hätte.
Daraus ergibt sich, was ich eingangs schon erwähnt habe. Man muss die Personen mit denen man spielt schon etwas kennen, gerade in größeren Runden. Ansonsten endet es oft dabei dass man einfach nur ins blaue Raten muss und man dementsprechend wenig Punkte bekommt.

Allerdings sollte man das Spiel auch wenn man die Leute kennt nur mit Leuten spielen die nicht total angefressen sind wenn man ihnen irgendwas falsches schenkt. Der übergewichtigen Mutter eine Abnehm-Kur zu schenken kann schonmal für einen schiefen Haussegen sorgen.Nach dem letzten Weihnachten kam sogar eine Frau ins Geschäft und wollte GiftTRAP umtauschen weil es "ihre Familie zerstört hätte". So etwas ist in meinen bisherigen Partien jedoch noch nicht ansatzweise vorgekommen, es waren doch meistens sehr lustige, interessante Runden.
Oftmals hat man auch neue Dinge über seine Mitspieler gelernt, etwa über Tims Flugangst, Maries Wunsch nach einem Waschbrettbauch und Claudies Phobie vor allem was Fischähnlich aussieht. Zwar wird man für solche Erkenntnisse oft mit Minuspunkten bestraft, was andere Rezenseten an diesem Spiel stört, doch ich persönlich finde das ganz ok. Beim nächsten Geschenk in der Richtung weiß ich auf jeden Fall, dass ich es der Person nicht schenke.

Fazit:
Vom Thema her klingt es nach einem perfekten Spiel für Weihnachten und tatsächlich würde ich jedem der am Heilig Abend mit seiner Familie gerne ein unterhaltsames, locker leichtes Spiel spielen würde GiftTRAP trotz der Geschichte mit der älteren Dame sehr ans Herz legen. Bei uns wird es dieses Jahr auf jeden Fall nach der Gans auf den Tisch kommen. Aber auch zu jeder anderen Zeit des Jahres ist GiftTRAP auf jeden Fall ein sehr nettes Spiel gerade für größere Gruppen, da es mit bis zu acht Spielern spielbar ist, solange man zumindest Teile der Gruppe etwas besser kennt.
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