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Subject: Manoeuvre German Review rss

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Fritz Mulnar
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Zuerst: Ich habe Manoeuvre schon sehr oft gespielt, denke ich. Denke ich, weil es schon ein wenig her ist.
Manoeuvre ist ein für den Publisher Gmt halb ungewöhnliches Spiel.
Gmt ist ein amerikanischer Verlag für Conflict Simulations, eigentlich. Seit ein paar Jahren versuchen sie ihr Portfolio an Spielen ein wenig mehr auszuweiten. Soll heißen: euro-artige Spiele werden da von ihnen produziert, oder sogar ein paar Kartenspiele, allerdings zumeist dann ein wenig Cosimmig angestrichen. Mir fällt da zuoberst Battlelines von Herrn Doktor K. ein, das ist exzellentes Material, exzellent (meiner Meinung nach) mit einem Cosim-Thema angestrichen (griechisch-persische Schlachtenordnung). Aber das ist ja jetzt nicht das Thema.
Manoeuvre soll und ist eine europäisierte Einführungscosim: Eine Schach(irgendwie wegen der linksrechtsgradeauszurück Bewegerei und Schlägerei)artige Schlacht im napoleonischen Zeitalter, zwischen asymetrisch angelegten Armeen. Die Regeln sind für eine Cosim (und ein Spiel aus dem Hause Gmt) sehr einfach gehalten: Die jeweils 8 Armeeeinheiten, die jeder Nation zu eigen sind, bestehen nur aus schneller Kavallerie und langsamer Infanterie. Angegriffen und divers scharmützelt und so wird mithilfe von diversen Kärtlein aus der auf sechs Begrenzten Hand. Auch die Gesamtanzahl ist bei den individuellen Nationen gleich, Die Zusammenstellung derselben verleiht jedoch, zusammen mit dem Verhältnis von Infanterie und Kavalerie und deren Kampfwert, jeder Nation ihren Charakter (und bisweilen Siegstrategie). Noch dazu gibt es sogar eine gewisse Rangfolge der Nationen (Unten: Östereich. Oben: Frankreich und England), was ein Spielen mit Handicap ermöglicht.
Genau das habe ich mit der Anita gemacht: Ich war Östereich, sehr grauenhaft, sie England.
Bei diesem Spiel kamen einige Aspekte zum Tragen, die den Einführungscharakter noch einmal bestärkten.
Erstens die Regelfülle, die ja eher hier keine ist: Immer wieder versuche ich sowohl meine Freundin als auch ihre Kinder dazu zu bewegen Combat Commander, Sword of Rome oder sogar das eher europäische Successors mit mir zu spielen. Ohne Erfolg, wegen hauptsächlich mindestens eine Stunde währenden Regelerklärungen. Hier waren die Regeln schnell in 15 Minuten erklärt. Und obwohl die Karten englisch sind: Klare Titel und stimmige, zeitgenössische Bildchen machen ihren Zweck eindeutig. Auch die Counter samt modularem Spielfeld sind klar illustriert, ein wenig comicartig vielleicht. Aber auch wenn das Hardcorewargamer abschrecken mag: Ich denke meine Freundin hat diese leicht Abkehr von der typischen Nüchternheit der meisten Cosims eher erfreut.
Meine Hoffnungen bezüglich Combat Commander steigen infolgedessen wieder.
Auch das Spiel selbst ist geprägt von einer rechten Flottigkeit, da die Handlungsmöglichkeiten Dank beschränkter Kartenhand sich in Grenzen halten und das Spielsystem bei der Abhandlung von Angriffen etc. sehr intuitiv begreifbar bleibt.
Viele elemente typischer Cosims, auch Kartengetriebener können hier Beschnuppert werden: Interrupts (Guerilliakarten), Flippen und Restore der angeschlagenen Counter, Kartenmanagement (Angriff, Beschuss, und Restore werden zum Teil mit denselben Karten abgehandelt).
Besonders schön fand, denke ich, meine Freundin, daß sie durch das Handicap meinerseits, als Anfängerin durchaus bestehen konnte. Weil sie anfängliche Ungelenkheit ihrer Taktik durch allgemeine Disziplin und Führungskraft der Briten wieder ausgleichen konnte. Meine Fehler hingegen wurden, als Heerführer der Österreicher, unverzeihlich und Wegsteller eines unaufhaltsamen Untergangs.
Darum hat Maneuver bei meiner Freundin, wohl auch wegen ihres verdienten Sieges angesichts meiner Erfahrung mit dem Spiel, einen guten Eindruck hinterlassen.
Abschließend noch mein Urteil: Ich finde ersteinmal den wiederspielfaktor superb: Modulare Kartenteile und asymetrisch designte Nationalarmeen sind einfach schön, nicht nur wegen der Kombinationsmöglichkeiten. Sondern auch weil ich Launen folgend die eher schludrig-imperialen Österreicher, die schneidigen Preußen oder flotten aber schwachen Osmanen ins oftmals fordernd neue Feld führen kann.
Und unter dem Strich finde ich, trotz Absenz von detailreichem Chrom (Den ich ausgesprochen schätze. Zum Beispiel bei Herrn BROG. Und ich weiß, da gehen die Meinungen geradezu diametral auseinander), daß das NapoelonWellingtonesque Feeling sehr gut ankommt. Vielleicht wegen der strategischen Bewegung der Einheiten, der Wichtigkeit von Hügeligen Terrain oder den strengen Salven und Ordnungen der Infanterie: Irgendwie kommt mir dabei das Bild Wellingtons in den Sinn, der auf dem Pferd sitzend da durchs Fernglas die Schlachtfeldlage eruiert und per Armeeboten seine schnell hingekritzelten Befehlsnotitzen der oder jener Einheit zukommen läßt.
Maneuver ist jedenfalls ein "pädagogischer" Gewinn für meine Spielesammlung.
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